Trampelpfadtage Luxemburg 2013

Trampelpfadtage Luxemburg 20132017-03-24T07:26:43+02:00

Logo_TrampelpfadtageLuxemburgAm letzten Januar Wochenende rief Holger Lapp mit seinem Team von TRAILrunning-Eifel.de zum Dreitages-Trailrun in das Müllerthal. Eingeladen waren nur krasse Trail-Läufer und Läuferinnen aus ganz Deutschland. Die Idee war eine Weiterentwicklung der Revierguide-Serie. Zusammenkommen und Spaß am Trail haben.

Und so trafen sich ehemalige TRAIL Magazin Revierguides, Goretex Transalpine Run Finisher, Trail-Rookies und Helfer am Nachmittag in der Jugendherberge Echternach.
Allein schon das freudige Aufeinandertreffen der Teilnehmer ist es wert gewesen, diesen Lauf zu veranstalten. Ein herzliches Begrüßen und überall ein „Hey super, du bist auch da“ oder  „schön, dich wieder zu sehen“ sprühte durch den Raum. Innerhalb von kurzer Zeit hatte man den Eindruck, auf einem Klassentreffen eines besonders guten Jahrgangs zu sein.

Schon für den Anreisetag standen 4 – 5 Stunden Nachtlauf auf dem Programm. Für die extra aus dem Harz Angereisten mit verspäteter Ankunft hieß es deshalb: Raus aus dem Auto, umziehen während des Briefings und jede Stunde Autofahrt mit einer Stunde Traillauf ausgleichen.

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Für den Nachtlauf bei winterlichen Verhältnissen wurde eine technisch nicht allzu anspruchsvolle Strecke gewählt, die aber nach den ersten hundert Metern schon in ein „ich-höre-den-Pulsschlag-vom-Vordermann“-Bergauf überging. Die Nacht war kalt und die Truppe voller Adrenalin, so dass es schwer war, die Meute zusammen zu halten. Immer wieder musste der Schlussläufer (Danke an Björn von TRAILrunning-Taunus.de) ein Signal nach vorne schmettern, um so der Spitze das Tempo zu nehmen. Nach einigen verschneiten Waldwegen und Singletrails ging es raus auf’s offene Feld. Durch den Wind fiel die gefühlte Temperatur um weitere 5 Grad. Nach ca. 1,5 h war der erste Verpflegungspunkt erreicht und alle waren froh, einen warmen Tee zu bekommen.
Jedoch kroch die Kälte langsam in alle Muskelfasern und drängte somit zum schnellen Weiterlaufen.

Schon am ersten Tag zollten Kälte und schlummernde Erkältungen ihren Tribut. Bei jeder Pause wurden wir weniger. Das letzte Stück vor Echternach gab dann schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf die nächsten zwei Tage – Bizarre Felsformationen und technisch anspruchsvolle Trails.

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Nach ein paar Kilometern auf vereisten Wegen kamen alle unverletzt, aber total platt in der Jugendherberge an. Duschen, Essen, Trinken und ein kurzes Briefing für den nächsten Tag. Die Startzeit für Samstag wurde kurzer Hand um eine Stunde nach hinten verlegt, um noch etwas mehr Schlaf zu bekommen. Kurz nach Mitternacht gingen die Lichter aus. Für das Orgateam ging der Wecker aber schon wieder früh morgens. Es mussten Tee gekocht, die Verpflegung für den Tag vorbereitet und Tassen gespült werden, denn Einwegbecher-Müllberge sollten vermieden werden.

Der Samstag ging landschaftlich schon mit einem Highlight los. Vom Wanderparkplatz Schiessentümpel ging es hoch zwischen die Sandsteinformation, für die das Müllerthal so bekannt ist. Die Mischung aus festgetretenen Schnee, Treppen und Laub erforderte höchste Konzentration. Die Anstiege waren kurz, aber drückten einem den Puls in die Höhe und das Laktat in die Muskeln. Zusammen mit der Kälte zog das den Trailrunnern die Energie aus dem Körper. Die Gruppe funktionierte immer harmonischer, Tempo wurde rausgenommen, bis  alle aufgeschlossen hatten. Nach einem Trail, der sich an einem Bachlauf entlangschlängelte , spuckte uns dieser direkt auf den Parkplatz vor die Ruine von Chateau Beaufort. Verpflegen, Kultur und weiter, bloß hier nicht festfrieren, sonst kann das böse enden.

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Immer dem „M“ folgen (der Wanderwegmarkierung für den Müllerthal Trail) nur kann man im Downhill schon mal schnell rot und orange verwechseln, böser Fehler, denn orange sind die Extratouren…also nach 1 km Uphill, Kommando zurück und Downhill. In Larochette wieder eine Verpflegung am Fuße einer Burgruine und leider mussten wir wieder Läufer mit Knieproblemen zurücklassen.

Die letzten Kilometer waren noch mal schwer, aber das Gelände und die Landschaft entschädigten wieder. Nach einer heißen Dusche und nach einem reichhaltigem und gutem Abendessen war relaxen angesagt. Bei den Bildern der letzten Tage wurde gelacht und gestaunt, wie fertig man doch aussehen kann.

Sonntag und nix mit Ausschlafen, denn einige müssen noch viele Stunden nach Hause fahren. Um acht versammelte sich die Bunte Truppe im Eingangsbereich. Kurz vor dem Start gab es für die Support Crew Ina und Jenny, die immer mit einem Lächeln, einem heißen Tee und dem Shuttleservice bereitstanden, Blumen und einen dicken Umschlag. Worte wie „Ohne euch hätten wir das nicht geschafft.“ oder „ihr wart die wahren Helden…“ wurden gesprochen, bevor die Uhr zum Aufbruch drängte und somit zum letzten Akt. Die Etappe sollte die Königsetappe werden. Nicht von den Kilometern her, aber vom Anspruch und vor allem von der Landschaft. Fast ausschließlich Singletrails durch Felsen, die zum Teil so eng waren, dass kein Licht eindringen konnte, und immer wieder Treppen hieß es zu überwinden.

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Diese sagenhaften Ausblicke und die fantastischen Felsen ließen die Anstrengung fast vergessen. . Selbst der einsetzende Eisregen zum Ende hin konnte keinen der Teilnehmer jetzt noch aufhalten.  Am Ende waren alle mehr als zufrieden, egal ob nur teilweise oder komplett mitgelaufen, hier zählte nur „Dabei sein und Spaß haben“. Diese Super-Stimmung, die zufriedenen Gesichter und die netten Worte der Teilnehmer sind unser Lohn.

Es waren viele Kilometer oder etwas mehr, es waren einige Höhenmeter, oder etwas mehr.