Testbericht: TomTom Adventure

Die Möglichkeiten der TomTom Adventure sind für Abenteurer wie Freizeitsportler umfangreich und mit Abstrichen bei der Herzfrequenzmessung vor allem zuverlässig. Auch im Verhältnis zum Preis, da die GPS- und Routingfunktion, Auswertbarkeit der Aktivitäten gut und stimmig sind.

TomTom AdventureTestbericht: TomTom Adventure

Hersteller: TomTom
Modell: Adventurer
Geräteabmessungen: 22 x 25 mm
Display-Auflösung: schwarz/weiß
Gewicht: 55 Gramm
Batterie: fest verbaut
Betriebsdauer: je nach Modus 10 – 20 h bei GPS Nutzung
UVP: 299,- Euro
Testdauer: 5 Wochen
Tester: Sebastian

Kurze Beschreibung:
Laut Beschreibung des Herstellers TomTom ist die bis 40 m wasserdichte GPS-Outdooruhr für Abenteurer mit einem Hang zum Sport konzipiert. Mittels zuverlässigem QuickFix GPS soll sie in verschiedenen Modi viele Einsatzbereiche, vorrangig draußen, abdecken. Zusätzlich soll die Uhr aufgrund des Herzfrequenzmessers am Handgelenk den Puls in Echtzeit anzeigen und mittels integriertem Musikplayer und 3 GB Speicher für Unterhaltung sorgen.

TomTom Adventure TomTom Adventure

Auf den ersten Blick scheint die Adventurer recht einfach verarbeitet zu sein. Die Haptik weist ringsherum „nur“ Plastik aus, wirkt aber dennoch stabil. Beim ersten Anlegen ist die Enge am Handgelenk gewöhnungsbedürftig. TomTom empfiehlt eben aufgrund der integrierten Herzfrequenzmessung, die Uhr eng am Arm zu tragen. Sie trägt sich angenehm leicht und die Optik ist ungewöhnlich, aber ansprechend. Die hier getestete Variante mit orangem Armband gefiel mir persönlich gut. Es gibt verschiedene Farbausführungen, welche man jederzeit wechseln kann, somit sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Die Uhr wurde von mir auch im Alltag getragen und ist dafür auch durchaus geeignet.

Funktionalität:
An der Uhr selber befinden sich keinerlei Knöpfe. Die Bedienung erfolgt ausschließlich über einen im Armband integrierten touchpadartigen großen Knopf. Dieser führt, je nach Ziel, in vier Richtungen durch das Menü. Der Knopf funktioniert sowohl in unbewegtem Zustand sowie bei Bewegung zuverlässig. Insgesamt ist die Menüführung über nur diesen einen Knopf ungewöhnlich, aber nach einer kurzen Eingewöhnung problemlos möglich. Wichtig ist, man kann nur an der Uhr direkt Einstellungen der Anzeigefelder etc. vornehmen, nicht am Computer.

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Um die Uhr nutzen zu können, bedarf es einer Anmeldung bei TomTom MySports. Danach kann die Uhr per mitgeliefertem USB Kabel oder per Bluetooth mit dem Computer verbunden werden. Zusätzlich gibt es noch eine MySports App fürs Smartphone. Alle erdenklichen Verbindungsarten wurden getestet und haben tadellos funktioniert. Bei meiner Testuhr war es so, dass ich die Uhr aus dem Armband lösen musste, um das USB Kabel anschließen zu können. Auch war nach der Konnektierung mittels USB Kabel IMMER die Zeitanzeige in den 12-h-Modus zurückgesetzt. Das blieb auch nach einem zwischenzeitlichen Update so.

TomTom AdventureMusik und Tracks lassen sich problemlos mit dem Programm MySports auf die Uhr laden. Die aufgespielten Playlisten sind jedoch ausschließlich mittels Bluetoothkopfhörer hörbar. Die weiteren Funktionen sowie Sportmodi der Uhr wurden ebenfalls getestet und haben zweifelsfrei funktioniert. Ob man so nützliche Features wie die Anzeige der letzten Abfahrt mit Geschwindigkeit, Länge etc., im Modus Ski oder Snowboarden beim Liftfahren braucht, muss jeder für sich entscheiden. Für die Sportmuffel unter uns bietet die Uhr noch einige  nette Features. Man kann sich verschiedene Ziele setzen. Zum Beispiel eine bestimmte Schrittzahl pro Tag, Dauer des Sports pro Tag und vieles mehr. Für die Trail/Läufer gibt es noch ein spezielles Ziel, welches sich „Rennen“ nennt. Das heißt, man läuft eine vorgegebene Strecke auf Zeit. Entweder wurde die Strecke selber schon einmal gelaufen oder es werden einfach die Standardziele wie zum Beispiel 5 km oder 10 km auf Zeit ausgewählt. Einziges Manko, man kann sich nicht gleichzeitig noch navigieren lassen. Zumindest wird aber wie gewohnt die gelaufene Strecke als Track aufgezeichnet, für den Fall, dass man zum Ausgangspunkt zurückfinden muss. Um das ganze abzurunden, kann man seine absolvierten Aktivitäten mit der Welt da draußen teilen. Es stehen eine Vielzahl an Verknüpfungsmöglichkeiten zu anderen Datenbanken zur Verfügung.                                                        

Genauigkeit:
Die GPS Genauigkeit der Uhr war im Verhältnis zu meiner Referenz, einer Suunto Ambit 3 Peak, nahezu identisch. Einzig bei der ermittelten Gesamthöhe während der Aktivitäten war immer eine Abweichung vorhanden. Die Adventurer hat, egal ob beim Modus Wandern (geringere GPS-Genauigkeit) oder Traillaufen, stets 10 % mehr angegeben. Da das permanent so war, gehe ich, ähnlich wie bei Strava, von einer anderen Berechnungsweise aus.

Auf dem Trampelpfad:
TomTom AdventureDas Display ist nicht farbig, war aber zu jeder Zeit gut ablesbar. Im Dunkeln kann man die Anzeige mit einem kurzen Handdruck auf selbiges für einen Moment aufleuchten lassen. Die auswählbaren Sportmodi sind vorgegeben und nicht veränderbar. Es ist aber für jede erdenkliche Aktivität ein passender Modus vorhanden. Auch innerhalb der läufertypischen Aktivitäten sind ausreichende spezielle Trainingsmöglichkeiten wie Intervalle, Runden oder Tempobereiche vorhanden. Die Anzeigefelder lassen sich nur recht umständlich und auch nicht während der Aktivität an der Uhr verändern. Daher sollte man sich vorher überlegen, welche Parameter einem während der bevorstehenden Tätigkeit wichtig sind. Weiterhin gilt es zu beachten, dass die Herzfrequenzmessung nur bei direktem Tragen auf dem Handgelenk möglich ist. Leider war die Messgenauigkeit nicht sehr zuverlässig. Trotz enger bis sehr enger Trageweise an beiden Handgelenken und bei verschiedenen Sportarten (drinnen wie draußen). Die Abweichungen zum Brustgurt der Ambit 3 waren stellenweise 30 Schläge. Mag sein, dass mein eher knochiger Arm da nicht die beste Anlage bietet.

Herauszuheben ist bei der Uhr ganz klar die Funktionen des Routings und der Trackaufzeichnung. Beides war genau und zuverlässig. Ein auf die Uhr geladener Track oder eine Route konnte auch im Wald und im bergigen Gelände zuverlässig und einfach verfolgt werden. Beachtet werden muss jedoch, dass die Anzeige auf der Uhr eingenordet ist. Das ist insofern kein Problem, da die Uhr über einen integrierten Kompass verfügt. Sollte ich also jemals Zweifel über die korrekte Himmelsrichtung gehabt haben, konnte ich den Kompass zu Hilfe nehmen.

Während des Routings wird die eigene Position durch ein kleines Dreieck bzw. Richtungspfeil dargestellt. Die schon zurückgelegte Route ist als dicke Linie gut erkennbar, die Zielroute als dünnere zu verfolgende Linie dargestellt. Des Weiteren wird je nach gewählter Sportart die zurückgelegte oder die noch zu absolvierende Strecke angezeigt. Die Anzeige kann je nach Tracklänge von einer Km-Angabe in die Ansicht 100 Meter gewechselt werden. Zwischenabstufungen gibt es keine. Karten sind ebenfalls nicht hinterlegbar.

Fazit:
Ich bin, mit wenigen Abstrichen, positiv überrascht. Die Möglichkeiten der Uhr sind für Abenteurer wie Freizeitsportler umfangreich und mit Abstrichen bei der Herzfrequenzmessung vor allem zuverlässig. Auch im Verhältnis zum Preis, da die GPS- und Routingfunktion, Auswertbarkeit der Aktivitäten gut und stimmig sind. Das Displayglas sowie die Uhr selbst sind auch nach 5 Wochen Dauereinsatz nicht zerkratzt. Ein integrierter Musikplayer rundet das Bild insgesamt ab.

Sollte man jedoch Wert auf eine genaue Herzfrequenzmessung, selber konfigurierbare Modi sowie viele Bearbeitungsmöglichkeiten am PC legen, dann ist die Adventurer nicht das richtige Spielzeug.

2017-03-24T07:27:22+02:0008.12.16|5 Comments

5 Comments

  1. th3oretiker 12/03/2017 at 17:40 - Reply

    @LuGer: Die Adventurer ist wohl die günstigste vollwertige Laufuhr mit Barometer. Garmins Fenix und Suuntos Spartan sind wesentlich teurer. Braucht man keinen Barometer, gibts mit der Spark oder Runner auch von TomTom billigere Geräte.

  2. […] Testbericht: TomTom Adventure | Trampelpfadlauf […]

  3. BMA Outdoor Blog 13/01/2017 at 22:22 - Reply

    Schöner Bericht. Wir können euer Fazit nur unterstreichen. Aus unserer Sicht ist die TomTom Adventurer das ideale Gerät für outdoor Aktivitäten, in niedrigeren Pulsbereichen. Beim Wandern liefert sie mit der aus unserer Sicht sehr ausgereiften Routingfunktion einen tollen Mehrwert. Über den Preis lässt sich sicherlich streiten, dennoch im Fazit ein gutes Gerät. Liebe Grüße

  4. Michael Niewald 06/01/2017 at 15:23 - Reply

    Sehr geehrter Tester,

    es ist wenig sinnvoll die Messwerte eine Uhr A (TomTom Adventure) mit einer Uhr B (Suunto Ambit 3 Peak) zu vergleichen und dann zu berichten, dass die Uhr A ja doch eigentlich falsche Messwerte liefert. Ich habe seit drei Jahren eine TomTom Runner mit eingebautem Herzfrequenzmesser und kann ihnen mal einen Tipp geben:
    Gehen sie zum Kardiologen, lassen sich verkabeln und dann überprüfen sie mal die Daten. Danach schmeißen sie ihre Suunto Ambit 3 Peak in die Tonne.

  5. LuGer 08/12/2016 at 21:29 - Reply

    Ich besitze die Uhr seit 4 Wochen und kann die Probleme mit der Herzfrequenzmessung nicht bestätigen. Ich bin sehr zufrieden mit der Uhr. Ich halte den Preis von 300€ allerdings für zu hoch. 230€ sind wohl angebrachter.

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