Testbericht: Salomon S-LAB XA Alpine

xa_alpine_01Salomon hat mit dem S-LAB XA Alpine endgültig die Entschuldigungsgründe, im Hochwinter bei Schnee nicht laufen gehen zu können, auf ein Mindestmaß schwerwiegender medizinischer Gründe wie Beinbruch oder Sehnenriss reduziert. Der Schuh hält trocken und warm, hat Biss und sichert den Fuß verlässlich gegen Rutschen und Schlittern.

Salomon S-LAB XA AlpineTestbericht: Salomon S-LAB XA Alpine

Hersteller: Salomon
Modell: S-LAB XA Alpine
Sprengung:  6 mm
Gewicht: 350 Gramm (UK 8.5)
Damen + Herrengröße: EU 39 – 48
UVP: 249,95 Euro
Testdauer:  8 Wochen
Tester: Klaus

Erster Eindruck und Verarbeitung
Kennt ihr Flash Gordon? Genauso war mein erster Eindruck, als ich den neuen Salomon-Winterflitzer auf Carbon-Chassis Basis in den Händen hielt. Der durchgestylte Schuh in Blau-Schwarz sieht aus, als wäre er aus einem Guss gegossen. Er könnte glatt einen Designpreis gewinnen, fast zu schade, um ihn mit Schnee und Matsch zu verdrecken. Der Schuh wirkt kompakt, leicht, professionell durchdacht und ihn in den Händen zu halten ist schon ein haptisches Erlebnis. Die Außenhaut besteht aus einem wasserfesten Textilmaterial und vermittelt einen trocken-haltenden, gut und dicht verarbeiteten Eindruck.

Salomon S-LAB XA Alpine   Salomon S-LAB XA Alpine Salomon S-LAB XA Alpine

Passform und Schnürung
Ein Winterlaufschuh eher für den Laufsteg als den Trail? So geschliffen, makellos und stylish designed kommt der neue knöchelhohe Salomon S-LAB XA Alpine daher und er hat in der Tat einiges zu bieten. Ich habe den Schuh je nach Wetterlage abwechselnd mit einfachen Laufsocken, zwei Paar Socken und auch mit Seal-Skinz getragen und der Schuh meisterte alle Lagen einwandfrei. Ich hatte von Anfang an keine Druckstellen oder Blasenprobleme und das bei meinen komplexen Füßen. Dabei fällt der Schuh eher klein und schmal aus und ist für meine Verhältnisse auch eher eng geschnitten. Da bei längeren, nassen Laufen die Füße zudem aufquellen und man ja vielleicht sogar dickere oder mehrlagige Strümpfe anzieht, sollte man sich eher für eine größere Nummer entscheiden. Das bewährte Quicklace-System, gut verstaut in der Schnürsenkeltasche und alles versteckt unter dem Reißverschluss der Gamasche, runden das Gefühl des “wie angegossen” sitzenden Schuhs ab.

Laufeigenschaften
Der schöne Schein trügt nicht. Eine vierstündige Schneetour mit 25 km und über 1000 Höhenmeter steckt der Schuh trocken und griffig ebenso weg wie einen mehrstündigen Lauf (eher Schnellwanderung) auf durchweg tiefgefrorenem, rutschigen Boden in über 2000 Meter Höhe. Man muß dem Schuh etwas Zeit geben und sich auf ihn einlassen, bis man die Sohle richtig interpretiert und herausfindet, wie fest und stabil er sitzt, bis er “ausbricht”. Denn bei Schnee, soweit er noch nicht festgetreten ist,  sieht man gewöhnlich den Untergrund nicht und muß sich folglich auf die Sohle und den Schaft verlassen können, zumal man ihn ja auch laufen und nicht ertasten will. Aber hier scheint wohl die Carbon-Chassis ihre Dienste anzubieten. Bei aller Leichtigkeit des Schuhs fühlt ich mich stets sehr stabil und sicher und bin kein einziges Mal unsicher geworden.

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Der ultimative Test erfolgte dann auf dem Beacon Ultra in Wales Ende November, einem 76 km off road Ultra quer durch walisische Einöde, Morast und Schneematsch. Der Schuh ist steif, wo er fest sein soll und flexibel wo er biegsam und anschmiegsam sein soll. Erst nach 9 Stunden meines 10-stündigen Laufes kam Nässe in die Füße. Allerdings beeinträchtigte das weder mein allgemein warmes Fußklima noch mein Laufverhalten. Ich finishte den Lauf blasen- und druckstellenfrei und sehr aufgequollen sahen meine Füße auch nicht aus.

Dämpfung und Protektion, Grip und Stabilität
Der Winterlaufschuh ist wenig aber ausreichend gedämpft. Der Grip hat mich ebenfalls überzeugt, auch die Stabilität und Flexibilität sind grandios, hier spielt die Arbeitsgrundlage des S-Lab Sense eine wichtige Rolle. Die Außenhaut schützt zuverlässig bis knapp zu den Knöcheln den ganzen Fuß vor Feuchtigkeit und Nässe und speziell an den Knöcheln sind Verstärkungen gegen Abrieb angebracht, was gerade mir als leicht O-beinigen Läufer sehr zugute kommt.

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Fazit
Salomon hat mit dem S-LAB XA Alpine endgültig die Entschuldigungsgründe, im Hochwinter bei Schnee nicht laufen gehen zu können, auf ein Mindestmaß schwerwiegender medizinischer Gründe wie Beinbruch oder Sehnenriss reduziert. Der Schuh hält trocken und warm, hat Biss und sichert den Fuß verlässlich gegen Rutschen und Schlittern. Fällt man dann doch einmal “auf die Schnauze”, so war sicherlich nicht der Schuh daran Schuld. Lediglich der Preis schreckt zu Anfang erstmal ab, aber eine sinnvolle Investition ist der Kauf, wenn man häufig und länger  im Schnee läuft, allemal.

2017-03-24T07:27:23+02:0005.12.16|0 Comments

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