Testbericht: Osprey Duro 15 Laufrucksack

Endlich, ich hab ihn gefunden, meinen flexiblen, “Alles in Einem” – Rucksack, bei dem ich keinen Verbesserungsvorschlag finden konnte. Taschenanordnung, Erreichbarkeit derselben während des Laufes, Gewichtsverteilung und durchdachte technische Finessen haben mich während eines 110-km-Ultralaufes sehr beeindruckt.Test vollauf bestanden und der Osprey Duro 15 wird mein diesjähriger Begleiter beim UTMB-Versuch

Testbericht: Osprey Duro 15 LaufrucksackOsprey Duro 15

Hersteller: Osprey
Modell:  Duro 15
Gewicht: 590 Gramm (S/M)
Volumen: 15 Liter
Größen: S/M; M/L
UVP: 160,00 €
Testdauer: 6 Wochen
Tester: Klaus

Kurze Beschreibung
Der Osprey Duro 15 ist ein genial durchdachter Laufrucksack in Westenform für lange Distanzen und für jedes Wetter. Viele, aber übersichtlich angeordnete Taschen, langes Rückenteil und flexible griffbereite Anpassungsformen sorgen für einen perfekten Halt und Tragekomfort bei jedem Terrain und jeder Laufgeschwindigkeit. Im Preis enthalten sind auch eine 2,5-Liter-Trinkblase und zwei Hydrapaks mit Trinkvorrichtung.

Erster Eindruck und Verarbeitung
Für einen Laufrucksack für lange Distanzen wirkt der Osprey Duro 15 klein, handlich und leicht. Er sieht nach viel Funktionalität aus und muss erstmal eingehend untersucht werden. Die große Innentasche ist aus wasserabweisendem Material und die darin befindliche Sicherheitstasche für Schlüssel, Geld und Kleinutensilien ist aus wasserdichtem Stoff. Die Nähte machen einen robusten und reißsicheren Eindruck. Ein doppeltes Mashgewebe an der Rückeninnenseite und den Tragegurten lassen eine gute Luftzirkulation erahnen. Ein Hüftgurt und zwei abnehmbare Brustgurte mit einem bis dato unbekannten Klippsystem bewirken eine sehr körpernahe und individuelle Anpassung, könnten aber auch bei nachlassender Energie bei einem Ultralauf zu einem nervigen “Rumgepfrimel” führen. Man wird sehen….

Osprey Duro 15Osprey Duro 15

Passform und Tragekomfort
Kernstück des Tests bildete ein 22-stündiger Ultralauf über 110 km und 4400 Höhenmeter. Die Westenform bietet einen leichten Einstieg auch bei einem vollgepackten Rückenteil samt Trinkblase und die Schulterriemen können mühelos der jeweiligen Körperform angepasst werden. Der breite Hüftgurt sitzt angenehm und kann links wie rechts sowie in der Mitte weiter oder enger gefasst werden. Die Klippvorrichtungen an den beiden Brustgurten bedürfen ein wenig Eingewöhnung, aber da man sie in der Länge und auch stufenweise in der Höhe verschieben kann bzw. ganz abnehmen kann, sind sie je nach Anzahl der Kleidungsschichten und des Brustvolumens beim Atmen sehr flexibel einsetzbar. Dieses Detail finde ich gerade bei längeren Läufen sehr bemerkenswert, da ich mich schon öfters bei einigen Bergauf-Passagen durch die Brustgurte zu eingeengt gefühlt habe, so dass der Brustkorb sich nicht richtig hat ausdehnen können. In diesem Fall konnte ich eigentlich nur den kompletten Gurt lösen, aber das ging auf Kosten des Tragekomforts. Mit der neuartigen Klippvorrichtung konnte ich einen Brustgurt offenlassen bzw. abnehmen und den anderen ganz unten einhängen, so dass ich einerseits kein zugeschnürtes Gefühl bekam, aber andererseits die Weste sicher und fest saß.
Auch das lange und schmale Rückenteil kam meiner Körpergröße von 180 cm sehr zugute, so dass ich während des Laufes weder Rückenbeschwerden bekam, noch am nächsten Tag trotz durchschnittlicher 4-5 kg Gewicht den sonst üblichen Muskelkater an den Schultern spürte.

Taschenkonzept und Details
Die Taschenanordnung und Größe entsprach genau meinen Vorlieben. Zwei Brusttaschen für die Hydrapaks samt schließbarer Smartphone-Tasche und zwei kleinerer offener Taschen für Gels oder Müsliriegel, zwei verschließbare Mashtaschen am Hüftgurt, zwei verschließbare Seitentaschen für Mütze, Handschuhe, Buffs und Armlinge, die große Innentasche samt Sicherheitstasche, ein großes separates Fach für die Trinkblase sowie eine große halb offene Fronttasche, in der Jacken, Sturzhelm oder die Stöcke sicher, aber griffbereit fixiert werden können, runden das perfekte “Taschenbild” ab. Erwähnenswert finde ich noch, dass die festen Trinkhalme der Hydrapaks mit einer Schlaufe an den Schultergurten fixiert werden können und dank der außen gepolsterten Schulterriemen die harten Mundstücke bei jedem Schritt weich abgefedert werden. Ich gehe mal davon aus, dass das so konzipiert war, jedenfalls ist es mir bei dem Ultra positiv aufgefallen.

Auf dem Trampelpfad
Nach einer kurzen Übungsphase und Eingewöhnung bin ich ein großer Fan des Osprey Duro 15 geworden. Dank der vielfältigen Möglichkeiten zur individuellen Anpassung an die eigene Körpergröße und dem jeweiligen Laufstil hatte ich noch nie einen so rundum perfekt sitzenden Rucksack, ganz gleich, ob er mit maximal 3,5 Liter Wasser, Stöcken und Jacke bestückt oder nahezu leer war. Alle Brust und Seitentaschen sind während des Laufens gut zu erreichen und die Reißverschlüsse dank einer stabilen und großen mit Plastik verstärkten Schlaufe sehr einfach zu öffnen und zu schließen. Es gab auch während der letzten Stunden des Ultras kein “Gepfrimel” mit den Gurten, Schlaufen oder sonstigen Vorrichtungen und ich konnte während des Laufens, wenn ich den Rucksack abnahm, mühelos die Jacke oder die Stöcke in dem großen Außenfach verstauen oder daraus herausholen.

Fazit
Endlich, ich hab ihn gefunden, meinen flexiblen, “Alles in Einem” – Rucksack, bei dem ich keinen Verbesserungsvorschlag finden konnte. Taschenanordnung, Erreichbarkeit derselben während des Laufes, Gewichtsverteilung und durchdachte technische Finessen haben mich während eines 110-km-Ultralaufes sehr beeindruckt.Test vollauf bestanden und der Osprey Duro 15 wird mein diesjähriger Begleiter beim UTMB-Versuch. Der Preis geht aufgrund der mit enthaltenen Trinkblase und den zwei Hydrapaks gerade noch so in Ordnung.

 

2017-06-02T09:20:39+02:0018.04.17|0 Comments

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