Testbericht: La Sportiva Akyra

Der La Sportiva Akyra ist der Bausparer und Volvo unter den Trailschuhen, solide, robust, “unkaputtbar” und sicher. Der Akyra ist nicht der Nachfolger meines geliebten Ultra Raptor, sondern er steht (besser gesagt läuft) daneben und ist wirklich für die härtesten und längsten Ultras gedacht. Also wer schon ein Ultra Raptor Fan war, der wird auch in dem Akyra eine zuverlässige Freundin für ganz lange Ausflüge bekommen, die alles mitmacht und auch stets eine gute Figur abgibt.

La Sportiva AkyraTestbericht: La Sportiva Akyra

Hersteller: La Sportiva
Modell: Akyra
Sprengung:  9 mm
Gewicht: 345 Gramm (EU 43)
Damengröße: EU 36 – 47,5
Herrengröße: EU 36 – 47,5
UVP: 155 Euro
Testdauer:  6 Wochen, ca. 170 km
Tester: Klaus

Kurze Beschreibung
Der La Sportiva Akyra ist ein Ultratrailschuh für sehr lange Distanzen. Die Mischung aus einer extrem griffigen Sohle, viel Protektion, dicker, aber nicht zu übermäßig weicher Dämpfung und einer optimaler Passgenauigkeit machen den Schuh zu einem “One-Stop” Schuh für die Distanzen jenseits der 100 km, d. h., man muss ihn nicht zur Halbzeit wechseln, sondern er hört erst dann auf zu laufen, wenn man das Ziel erreicht hat.

La Sportiva Akyra La Sportiva Akyra

Erster Eindruck und Verarbeitung
Butter! Die Farbe meiner neuen Testschuhe heißt “Butter”. Wieso nur die Farbe, frag ich mich nach erster Betrachtung und Anprobe. Die Schuhe sitzen wie Butter, fühlen sich an wie Butter, laufen wie Butter, zumindest die ersten Schritte. Also der erste Eindruck war überragend, klasse Verarbeitung, vorne weiches Mash, hinten sehr stabiler Fersenhalt, robuste Sohle, saubere Nähte, tolles Design, kurzum, ich freute mich auf den ersten Ausritt.

Passform und Schnürung
Der Akyra fällt groß aus und ist weit geschnitten. Er bietet viel Platz für die Zehen, schließt aber an den Fersen dicht und fest ab. Die Schnürung spricht direkt an und bei Zug verteilt sich die Kraft auf den ganzen Vorderfuß, so dass der Fuß gleichmäßig festgezurrt wird (und nicht nur oben am Schaft). Eine Schnürsenkeltasche gibt es nicht, aber irgendwie habe ich die auch gar nicht vermisst.

La Sportiva Akyra La Sportiva Akyra

Laufeigenschaften
Am Anfang etwas fest und steif, aber nach einigen Kilometern hatte ich das Gefühl, als hätte sich das Fußbett meinen Füßen und meinem Laufstil angepasst. Der ultimative Test wurde auf Istrien durchgeführt. Auf dem 110-km-Ultratrail zog ich die Akyra für die zweite Hälfte ab km 58 an. Er passte vorzüglich, bot mir genug Platz für meine breiten Füße, aber schloss an der Ferse sehr eng ab und gab mir bis zur Ziellinie einen sicheren Halt. Die Dämpfung war für den harten steinigen istrischen Untergrund gerade richtig, so dass ich einerseits noch eine Bodenhaftung spürte, aber unangenehme Wurzel-Stellen und spitze Steine mitsamt der Sohle verschluckte. Ich hatte nach den 110 km trockenen, teilweise sehr staubigen, aber auch gegen Abend sehr feuchten Lauf weder Blasen noch Wund-oder Druckstellen, keine dicken Füße und nur relative leichte Ballenschmerzen. Ich habe ihn zwei Wochen danach sogar auf einem Halbmarathon auf Asphalt angezogen und auch da leistet er aufgrund seiner Dämpfung zuverlässig seine Dienste.

Grip und Stabilität
Die Sohle und der Grip sind das Herzstück des Schuhs. Was bereits optisch auf Grund seiner Wuchtigkeit und Tiefe der “Stollen” besonders hervorsticht, spielt im Gelände die Hauptrolle. Ein sagenhafter Grip, der einerseits viel Festigkeit und Trittsicherheit vermittelt, aber andererseits noch genug Flexibilität zulässt, um die eigene Trailleidenschaft und die Lust auf mehr Untergrund zu wecken. Bei felsigen Passagen beißt sich die Sohle regelrecht in den Stein und verzeiht damit manch einen kleinen Fehltritt, der mit anderen Schuhen bereits zu schmerzhaften Folgen geführt hätte.

La Sportiva Akyra

Fazit
Der La Sportiva Akyra ist der Bausparer und Volvo unter den Trailschuhen, solide, robust, “unkaputtbar” und sicher. Der Akyra ist nicht der Nachfolger meines geliebten Ultra Raptor, sondern er steht (besser gesagt läuft) daneben und ist wirklich für die härtesten und längsten Ultras gedacht. Also wer schon ein Ultra Raptor Fan war, der wird auch in dem Akyra eine zuverlässige Freundin für ganz lange Ausflüge bekommen, die alles mitmacht und auch stets eine gute Figur abgibt.

2017-05-03T12:27:31+02:0003.05.17|4 Comments

4 Comments

  1. Albert 01/07/2018 at 23:28 - Reply

    Danke für den Testbericht. Der erste Schuh den ich nach einer Beschreibung online in 2 Größen bestellt habe. Die ersten km bestätigen deine Beschreibung, Ultradistanz folgt in 4 Wochen.

  2. marc 30/08/2017 at 9:49 - Reply

    servus, fällt dieser schuh im verhältnis zum akasha gleich aus oder bietet dieser bei gleicher schuhgrösse mehr platz? ich frage deshalb weil der akasha ja doch etwas enger ist und ich diesen in 43 nehmen musdte obwohl ich sonst 42 habe.

  3. Klaus von Brocke 10/08/2017 at 11:07 - Reply

    Nicht viel. Der Schuh ist vorne weit und voluminös geschnitten, also nicht zu “groß” kaufen.

  4. Björn 09/08/2017 at 15:57 - Reply

    Wie viel Platz empfiehlst du vorne beim Akyra? Bin mir unsicher über die Größe.

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