Hoka One One Mafate 3

Hersteller: Hoka One One (www.hokaoneone.eu)
Modell: Mafate 3
Sprengung: 4 mm
Gewicht: 375 g (UK 8)
Gelaufene Kilometer: ca. 70
Zur Verfügung gestellt von: www.7g-runergy.de

Hoka One One Mafate 3 Die Schuhe von Hoka One One sehen auf den ersten und zweiten Blick komisch aus. Auch ein dritter Blick ändert daran wenig. Wir mussten uns bei unseren Testläufen Kommentaren wie “das sind doch Clowns-Schuhe” oder “ Wie kann man mit so was nur in der Öffentlichkeit rumrennen” stellen. Ein Mitglied aus dem Trampelpfad-Team hat sich sogar geweigert, die Schuhe zu laufen.

Aber irgendwas müssen die Hokas ja haben, immerhin wurden mit ihnen viele Rennen gewonnen, mehrere Weltrekorde aufgestellt und nicht zuletzt gab es Anfang des Jahres die Meldung das Julien Chorier (einer der weltbesten Ultra-Trail Läufer) vom Salomon-Team zu Hoka One One wechselt. Grund genug, uns diese “Clowns-Schuhe” mal genauer anzusehen, denn laut einer Studie von Hoka soll das Oversize Konzept für 80 % der Läufer einen Vorteil bringen.

Hoka baut auf 3 Ideen.

  1. Abrollverhalten
    Das Sohlenprofil ist über 50 % der Länge abgerundet und soll so für ein einzigartiges Abrollverhalten sorgen. Diese “Rockering” Technik soll für einen natürlichen Antrieb sorgen und Energie sparen.
  2. Oversize
    Hoka verbaut bis zu 2,5 mal mehr EVA in der Mittelsohle als andere Hersteller. Dies sorge für eine hervorragende Stoßdämpfung und soll dem Fuß einen enormen Komfort bieten.
  3. Kontrolle
    Durch eine patentiertes Schalensystem wird der Fuß 20 – 30 mm tief in die Sohle eingeschlossen. Das bietet der Ferse einen festen Halt und führt zu einer besseren Stabilität.

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Hoka bietet die Schuhe  in drei unterschiedlichen Schutzlevels an. Diese Schutzlevels definieren den Volumenkoeffizienten der Mittelsohle.

Bei Level PLUS liegt dieser zwischen 1,1 und 1,5 –  was einer EVA-Dämpfung im Mittelfussbereich von 21mm entspricht.

Bei Level FULL  liegt dieser zwischen 1,6 und 1,9 – was einer EVA-Dämpfung im Mittelfußbereich von 21 – 24,5mm entspricht.

Bei Level ULTIMATE ist dieser größer 2,  was einer EVA-Dämpfung im Mittelfußbereich von 26 – 29 mm entspricht.

Der Mafate 3
Als unser Mafate 3 geliefert wurde, fiel am Karton schon auf, dass dort viel Schuh auf uns Hoka One One Mafate 3 zukommt. Also schnell auspacken, anprobieren, ein paar Schritte laufen und wundern, wie gut sie sich anfühlen. Beim weiteren Inspizieren fällt einem das Quick Lace-System auf. Das ist von der Art her fast genau wie von einer anderen französichen Marke, welche Ihren Firmensitz ebenfalls am See von Annecy hat. Für den Fall, dass dieses System nicht gewollt ist, liefert Hoka gleich noch Ersatz-Schnürsenkel mit.

Die Verarbeitung des Mafate 3 ist Top und lässt keine Wünsche offen. Das Thema, wo man die Schnürsenkel unterbringt, löst  Hoka mit zwei elastischen Gummibändern über der Schnürung.

Beim Schnüren fällt auf, dass die Quick Lace Lösung von Hoka nicht so perfekt funktioniert wie das Orginal und man schon fester zuziehen muss, bis alles passt.

Der Mafate 3 gehört zum “Schutzlevel” ULTIMATE, was 29 mm Mittelsohle unter dem Mittelfuß und 33 mm unter der Ferse bedeutet. Kurz gesagt: Mehr geht nicht.

Testlauf
Hoka One One Mafate 3 Zugegeben, vor keinem anderen Testlauf waren wir so nervös wie bei diesem. Der Plan war es, zuerst auf Forstwegen zu bleiben und ein Gefühl für den Schuh zu bekommen und erst danach auf die Trails zu wechseln. Die Angst, mit diesem “Monsterschuh” umzuknicken, war doch sehr groß.

Die ersten Meter blieben wir wie geplant auf einem breiten Forstweg und schon nach ein paar Minuten war klar, der Hoka Mafate 3 fühlt sich super an. Bei weitem nicht so weich und schwammig wie erwartet und auch im Fersenbereich sehr stabil.

Nach etwa 3 km entschieden wir uns dann doch für den Trampelpfad und tasteten uns vorsichtig ran, immer im Hinterkopf, auf einer Riesensohle unterwegs zu sein. Zuerst war es komisch, da man ja deutlich höher lag. Wenn man sich aber daran gewöhnt hat, läuft sich der Hoka extrem gut.

Jetzt wollten wir wissen, wie sich der Hoka auf wirklich anspruchsvollen Trails schlägt. Mit der nötigen Vorsicht ging es dann ein paar Passagen querfeldein durch den Wald, über Wurzeltrails und Geröllfelder. In diesem Terrain ist der Hoka Mafate 3 durchaus laufbar, wenn man eine gewisse Erfahrung auf solchen Wegen hat. Wir hatten ständig das Gefühl, über ausreichend Stabilität zu verfügen.  Zudem macht man mit der dicken Sohle regelrecht “alles platt” auf dem Trail.

Durch den verstärkten Zehenschutz darf es auch ruhig mal etwas ruppiger zugehen, ohne dass man sich gleich die Fußzehen ramponiert. Auch das atmungsaktive Mesh funktionierte und sorgte für ein angenehmes Fußklima.

Die Sohle des Hoka Mafate 3 lieferte uns auf trockenen und feuchten Pfaden ausreichend Grip. Dieser ist auf nassen Wurzel und Steinen, zu unserer Überraschung, ebenfalls sehr gut. Das liegt wohl daran, dass der Fuß tief im Schuh steht und es somit zu mehr Bodenkontakt kommt. Im Schlamm, Schnee und Schneematsch hat man mit dem Hoka Mafate 3 allerdings schlechte Karten, denn hierfür ist das Profil nicht grob genug.

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Fazit:
Die Hoka Schuhe sind zwar nicht die schönsten, aber eine Wohltat bei längeren Läufen. Gerade für Läufer oberhalb der 80 kg sind sie in unseren Augen eine gute Alternative. Trampelpfade lassen sich mit ihnen sehr gut laufen und man hat ein ganz anderes Feeling als mit einem flachen Laufschuh. Wirklich bemängeln können wir lediglich das Quick Lace-System, was in unseren Augen schlecht funktioniert, daher tauschten wir es auch gegen die normalen Schnürsenkel aus.

2017-03-24T07:30:50+02:0023.02.14|0 Comments