Garmin Oregon 600

Hersteller: Garmin ( http://www.garmin.de )
Bezeichnung: Oregon 600
Preise: ab 379,- €
Gewicht: 210gr (incl. Akkus)
Größe: 6,1 x 11,4 x 3,3 cm

Wir Trampelpfadläufer sind ja eher spartanisch, was unsere Ausrüstung angeht und freuen uns über jedes Gramm, was wir nicht mitschleppen müssen. Schuhe, Rucksack und ein paar coole Klamotten reichen uns meist aus, um auf dem Trampelpfad viel Spaß zu haben.

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Was aber, wenn wir mal nicht auf unseren bekannten Trampelpfaden laufen und uns nicht auskennen? Brauchen wir dann gleich ein GPS-Gerät, das uns über die Trampelpfad lotst? “Bitte den nächsten Trail rechts abbiegen und in 1000m haben Sie Ihr Ziel erreicht”. Zugegeben, eine etwas skurille Vorstellung für uns freiheitsliebenden Wesen. Immerhin wollen wir doch einfach nur laufen ohne Zeiten und irgendeinen anderen Schnickschnack.

Will man aber ein “Verlaufen” vermeiden oder eine Runde toller Trails nachlaufen, ist ein GPS Gerät vielleicht doch eine gute Idee. Gerade wenn man nur ein gewisses Zeitfenster für seinen Lauf hat, macht es Sinn, sich vorher eine Tour zu überlegen und diese evtl. sogar am PC zu planen. In diesem Bericht geht es in erster Linie um die wichtigsten Merkmale für Trampelpfadläufer.

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Gehäuse und Display
Bei der neuen Garmin Oregon 600 Serie wird erstmals ein 3 Zoll Display ( Anzeigegröße beträgt 3,8 x 6,3 cm) aus Echtglas verbaut. Damit lässt sich das Oregon wie ein Smartphone bedienen. Die Karte kann man so mit Fingergesten verschieben, zoomen und drehen. Durch die Menüs gelangt man durch einfaches Blättern. Bei Echtglas kommt dann aber zurecht die Frage nach der Stabilität auf. Wir hätten das GPS nun auch diverse Male auf Steine werfen können um dies zu testen, aber Garmin hat die Festigkeit des Displays in einem sehr beeindruckenden Video selbst getestet. ( Garmin Test Video ).

Das Gehäuse ist Garmin-typisch sehr hochwertig verarbeitet und das Oregon 600 liegt sehr gut in der Hand. Für das Aufsetzen des Batteriedeckels braucht man am Anfang etwas Übung, mit der Zeit klappt es aber immer besser. Geschützt ist das Gerät mit IPX7, bedeutet: geschützt gegen die Wirkungen beim zeitweiligen Untertauchen in Wasser. Das konnten wir an einem Bachlauf testen, ein kurzes Eintauchen im Wasser übersteht das Oregon ohne Probleme und auch das Batteriefach bleibt trocken. Auf der rechten Seite sitzen zwei Tasten, eine fürs Ein/Aus schalten und eine, die man frei belegen kann. An der rechten unteren Seite ist eine Öse, in die man eine Handschlaufe einfädeln kann. Sehr sinnvoll, da einem das Gerät auf dem Trampelpfad schonmal aus der Hand gleiten kann.

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Akku
Das Oregon 600 von Garmin wird mit zwei handelsüblichen AA Akkus/Batterien (Alkaline, Lithium, NiMH) verwenden. Dies hat den großen Vorteil, dass man im Notfall überall Batterien/Akkus nachkaufen kann. Allerdings muss man zum Laden die Batterien aus dem Gerät entfernen. Will man dies umgehen, kann man den Akkupack von Garmin (ca. 24 €) kaufen, dieser lässt sich dann per USB-Kabel im Gerät laden. Wir haben in unseren Testläufen Eneloop Akkus mit einer Leistung von 1.900 mAh verwendet. Diese zeichnen sich durch eine extrem geringe Selbstentladung aus. Bei voller Displaybeleuchtung und häufigem Ein- und Auszoomen hielten diese im Schnitt ca. 5 Stunden.

GPS und Höhenmesser
Beim GPS-Empfang setzt Garmin auf die Hotfix-Technologie, die für eine extrem schnelle Postitionsbestimmung sorgt. HotFix heißt, das GPS-Gerät berechnet aus den empfangenen Signalen deren Position für einige Tage im Voraus. Das Oregon weiß somit beim Anschalten schon, wo sich die Satelliten am Himmel befinden und daher ist auch die Positionsbestimmung sehr exakt. Mit der aktuellsten Software kam es während der Testdauer nie zu Aussetzern.

Da für uns Trampelpfadläufer die Höhenmeter wichtiger sind als manch andere Werte, nutzt das Oregon zur exakten Höhenmetermessung einen barometrischen Höhenmesser. Dieser misst den aktuellen Luftdruck und berechnet daraus die aktuelle Höhe. Dieses Verfahren ist zwar viel genauer als die Höhenmessung nur per GPS-Signal, allerdings muss man dabei ein paar Dinge beachten, sonst bekommt man verfälschte Werte. Zu Beginn jeder Tour sollte man das Gerät per Hand auf die aktuelle Höhe kalibrieren. Ergeben sich im Verlauf der Tour starke Wetteränderungen, macht es Sinn, das Gerät auch während der Tour per Hand zu kalibrieren ( z. B. Gipfelkreuz). Will man das nicht, kann man auch die Autokalibrierung nutzen, diese kalibriert dann während der Tour automatisch. In diversen Testberichten lasen wir aber, das diese Methode zu ungenauen Messwerten führte (diese lagen aber im minimal Bereich).

Das Tolle des Höhenmessers ist folgendes: Wenn man ein Tour plant und diese ablaufen möchte, bekommt man das gesamte Höhenprofil angezeigt. Nach einer gewissen Zeit sieht man dann, was schon gelaufen wurde und welches Profil noch auf einen wartet. Eine sehr nützliche Sache, besonders wenn man im alpinen Gelände unterwegs ist.

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Bedienung und Funktionen für Trampelpfadläufer
Die Menüführung des Oregon 600 ist sehr innovativ und übersichtlich. Ein Ausdrucken der auf CD befindlichen Anleitung kann man sich also sparen. Um das Oregon seinen Aktivitäten besser anzupassen, kann man verschiedene Profile auswählen. Neben Freizeit, Wandern, Geocaching,  etc… kann man auch eigene Profile anlegen. Alle Profile lassen sich dann noch individuell konfigurieren und den eigenen Bedürfnissen anpassen.

Vom Startdisplay aus gelangt man direkt zur Karte, der Zieleingabe, dem Kompass und dem Reisecomputer.  Zu den einzelnen Einstellungen kommt man über ein Untermenü. Will man nun einfach mal loslaufen und den Track nur aufzeichnen, muss man zwei Dinge unbedingt beachten. Man muss den aktuellen Track und den Reisecomputer vor jeder neuen Tour löschen und auf “Null” setzen. Macht man das nicht, bekommt man falsche Werte. Beispiel: Man läuft Samstag in München, schaltet das Oregon aus und läuft dann Sonntag in Frankfurt, ohne den Track vorher zu löschen, dann wird die Distanz zwischen München und Frankfurt dazu gerechnet.

Auf der Karte bekommt man immer den aktuellen Standort angezeigt. Hat man einen Track geladen, den man ablaufen möchte, wird dieser farbig dargestellt. Möchte man zu einem gewissen Punkt auf der Karte laufen, klickt man diesen auf der Karte einfach an und lässt sich entweder navigieren oder läuft nach Kompass.

Mit der Zieleingabe kann man sein Ziel bestimmen. Dies kann ein Track, Wegpunkt, eine Adresse  oder POI ( Point of Interest) sein. Bei unserem Test nutzen wir die Topo Deutschland v6 PRO Karte von Garmin. Auf dieser befanden sich schier unendliche viele POI’s. Neben Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Tankstellen findet man hier alles, was man für seine Freizeitaktivität braucht. Einen intensiver Test dieser Karte folgt bald.

Auf dem Reisecomputer lassen sich maximal 10 verschiedene Werte gleichzeitig darstellen. Diese 10 Felder lassen sich nach eigenem Belieben einstellen. Die Auswahl ist enorm und für uns Trampelpfadläufer vollkommen ausreichend. Am Anfang ist es auch schwierig, sich für 10 Werte zu entscheiden, da man das Gefühl hat, irgendwie alle nutzen zu müssen.

Das Höhenprofil wird während des Laufs direkt aufgezeichnet und man sieht sofort, was man schon alles hinter sich hat. Lädt man einen Track auf das Gerät und läuft diesen dann ab, sieht man auf dem Display, was man schon hinter sich hat und welches Profil noch auf einen wartet. Für eine besser Sichtbarkeit werden diese Werte in unterschiedlichen Farben dargestellt. Auf der bei unserem Test verwendeten aktuellen Garmin Topo Deutschland v6 PRO Karte waren erstaunlich viele Trampelpfade vorhanden. Einen intensiveren Test dieser Karte und auch der Routing Funktion wird es demnächst geben.

Auf dem Trampelpfad
Während des Laufens ist die Bedienung des Oregon über den Touchscreen etwas mühsam, da man oft nicht die Taste trifft, die man treffen will. Als Alternative dazu gibt es von Garmin das GPSmap 62, welches richtige Tasten hat. Muss man aber keine Einstellungen während des Laufens vornehmen oder bleibt dafür stehen, klappt die Bedienung problemlos wie bei einem normalen Smartphone. Etwas umständlich, aber nötig  ist die Displaysperre. Diese sollte man aktivieren, wenn man das Gerät in die Fronttasche des Rucksacks packt oder wenn man das Gerät einfach nur in der Hand hält. Will man das Oregon nur als Notfall-GPS oder zur Aufzeichnung fürs Trampelpfadlaufen nutzen, ist das Gerät eine gute Wahl. Aufgrund der Größe, des geringen Gewichtes und der Benutzung mit handelsüblichen Batterien, ist es ein guter Begleiter.

Varianten des Oregon
Insgesamt wird das neue Oregon in 4 Varianten angeboten. Die beiden Modelle Oregon 600 und 650 gibt es jeweils noch einmal als t-Modell, bei dem die topografische Deutschlandkarte bereits mitgeliefert wird. Diese t-Modelle bieten dann jeweils auch den doppelten internen Speicherplatz im Vergleich zum Standardmodell. Das Oregon 600 kommt also mit 2 GB internem Speicher, während das 600t mit 4 GB ausgestattet ist. Außerdem ist das Oregon 650 noch mit einer 8 Megapixel Kamera und einer Taschenlampe ausgestattet.

2017-10-10T09:29:27+02:0018.11.13|0 Comments