Der Koasa-Ultra war ein sehr anspruchsvoller Rundkurs mit technischen Trails, tollen Ausblicken und noch netteren Helfern an den VPs. Die Organisation war liebevoll und die Streckenmarkierung einfach perfekt. Auch der Veranstaltungsort war top gewählt und das Event drumherum war richtig schön und das Rennen ist an sich (auch die anderen Distanzen) sehr zu empfehlen. Kleines Manko: Nach dem Ultra wäre eine Finishermedaille (oder ähnliches) schön gewesen, diese gab es leider nicht.

Zach, owa geil….

50. Koasamarsch in Ebbs, Tirol

von Lena Schindler

Der Koasamarsch, im schönen Ebbs am Kaisergebirge gelegen, feierte heuer seinen 50. Geburtstag. Dafür haben sich die Tiroler etwas ganz Besonderes einfallen lassen… zum 50sten einen 50er….

Wer die Gegend im Kaiser kennt, der weiß, was das bedeutet und somit passte auch das Motto “zach, owa geil” wie die Faust auf’s Auge…

Hier ein kleiner Videorückblick

https://www.youtube.com/watch?v=8DO7XJilHHY

Aber so ging es mir:

Ich kannte die Strecke und wusste, was kommen wird… 53 km mit 3500 Hm bei hochsommerlichen Temperaturen bedeuten für mich: auf die Bremse steigen, denn “hinten kackt die Ente”….

So ging es recht gemütlich los..die ersten Kilometer bereits stetig bergan in Richtung Aschinger Alm zum ersten VP (ich dachte im Vorfeld, dass ich diesen Teil des Rennens am wenigsten mögen würde, die letzten km im Flachen belehrten mich später eines Besseren), hier noch auf Asphalt und Forstwegen unterwegs, jedoch mit tollem Panorama. Endlich drehte der Pfad links ab und der Trailspaß konnte beginnen. Es galt den Musikantensteig zur Vorderkaiserfeldenhütte zu absolvieren. Steil, steiler, “musikantensteil”… also schön im Nordic Walking Style mit den Stöcken hinauf gearbeitet…Die Beine fühlten sich gut an, aber bereits jetzt schwitzte ich wie blöd…warum laufe ich eigentlich immer im Sommer Ultra, wo ich doch 10 Grad und kälter am liebsten mag?!

Egal…kurz verpflegt (Cola wirkt Wunder….auch vormittags dringend zu empfehlen ) und weiter in den wunderschönen Höhenweg. Ich liebe diese Strecke und laufe sie auch regelmäßig im Training…daher kam ich gut voran und konnte auch diverse Läufer einsammeln, die nicht recht mit den Wurzeln und Felsen im Auf und Ab umzugehen wussten.  Die vielen kurzen Anstiege sind anspruchsvoll und nicht unanstrengend, zudem scheint die Sonne hier voll auf den Weg- Südseite olé… 

Also brav viel trinken und am nächsten VP Hofalm gut nachfüllen. Dort gab es zwar kein Cola, aber Wassermelone und Mannerschnitten… Ich nahm mir bewusst Zeit an der Verpflegung, um nur nicht zu wenig zu trinken. Bevor ich weiter lief, steckte ich meinen Kopf noch unter den Wasserhahn, den es hier zum Glück gab. Schönheitspreise gab es heute keine zu holen…

Zwei kürzere An- und Abstiege trennten die Läufer nun vom Stripsenjochhaus. Der Weg dorthin ist sehr aussichtsreich, man hat einen gewaltigen Ausblick in den Wilden Kaiser und man sieht (ob das nun gut ist, ist Ansichtssache…) bis hinaus nach Kufstein und somit auch die Ausmaße der noch vor einem liegenden Strecke… Langsam spürte ich die Hitze und nahm vorsichtshalber einen meiner Magnesium-Sticks, da ich keine Lust auf Krämpfe hatte. Am Stripsenjochhaus gab es zum Glück wieder Cola (sollte leider die letzte des Rennens sein für mich) und Mannerschnitten. Ich schnürte meinen rechten Schuh etwas nach, da meine Bänder hier durch ein Umknicken im letzten Trainingslauf ein bisschen beleidigt waren und begab mich in den Downhill nach Hinterbärenbad. Hier lasse ich es laufen, jedoch eher kontrollierter als sonst (ich laufe “normalerweise” die 33er Runde beim Koasa), da ja noch ein paar Höhenmeter auf mich warten. Der Weg ist durchaus anspruchsvoll, aber super zu laufen und einfach nur genial…

Beim Hinterbärenbad gab es Kuchen… eigentlich hatte ich keinen Hunger, aber ich zwang mich, ein Stück Marmorkuchen zu essen, wohl wissend, dass der Weg zur Kaindlhütte sich ziehen wird. Nach einem kurzen Stück Forstweg-Downhill bog man wieder links ab und es ging in einen erneuten Uphill, der die Läufer auf den Bettlersteig brachte. Hier wurde es zäh…die vielen Stufen und die kleinen Aufs und Abs kosteten Körner, aber ich bemühte mich um ein konstantes Vorwärtskommen… Zum Glück querte man immer wieder Bachläufe und ich nutzte die Gelegenheiten zum Abkühlen… es war schwül, es war heiß, was n Sch….

Zum Glück waren hier Gleichgesinnte unterwegs und so stapften wir gemeinsam der nächsten Verpflegung entgegen, träumten von Cola und so endete der Anstieg und wir kamen auf die Lichtung, die uns zur Kaindlhütte brachte. Hier warteten Silli, Sonja und Tom auf mich, die zum Anfeuern extra gekommen waren. Ich fürchte, besonders gesprächig war ich nicht, aber die mitgebrachten Gummibärchen haben so geholfen! Danke fürs Kommen!! Nach dem kurzen Stopp weiter zum offiziellen VP, der leider ohne die ersehnte Cola aufwartete. Also rosarotes Iso… Hilft ja nichts… Paprika mit Salz und ein bisschen Banane sollten für den nächsten Weg reichen. Hier lagen noch 20 km zwischen mir und dem Ziel und langsam war klar, dass ich mich mit den 9 Stunden, die ich in etwa eingeplant hatte, schon ziemlich verschätzt hatte. Das war bei den Bedingungen heute nicht drin, war mir aber auch schon egal. Ich wollte ins Ziel und die meisten Höhenmeter lagen zum Glück bereits hinter mir. Nach einem kurzen Stück bergauf zum Hocheck verlief der Weg hinab über tolle Trails in Richtung Walleralm und weiter in kleinen Aufs und Abs zum kommenden VP Haberg. Leider gab es auch hier keine Cola…aber sehr unterhaltsame Helfer an der Station. Daher gab es nochmal einen kurzen Ratsch, bevor ich mich in Richtung Locherer Kapelle aufmachte. Von hier aus ging der Pfad zur Hochwacht hinauf und weiter zur Duxer Alm… Tolle Trails, das letzte Stück durch den Elfenhain, eine meiner liebsten Trainingsstrecken. An der Alm warteten dann nochmal Silli, Sonja und Tom mit der Gummibärentüte auf mich. Ein offizieller VP war hier nicht, aber man bekam Wasser, was bei der Hitze auch schon sehr viel half. Hier schloss auch Doortje auf und ich wartete kurz, damit wir die letzten Kilometer gemeinsam laufen konnten. Weiter ging es mit einem tollen Downhill an den Kaiserbach, wohlwissend, dass wir die “verlorenen” Höhenmeter auf der gegenüberliegenden Seite wieder hinauf mussten. Im Watschelgang schoben wir uns mit unseren Stöcken hinauf, an der Tischoferhöhle vorbei zur Strecke der 20er und 33er Läufer. Meine Beine waren zum Glück nach wie vor fit, aber durch die drückende Hitze fiel das Luft holen langsam immer schwerer. Nach einem kleinen Stück bergab über die Stufen des Kaiseraufstiegs gelangen wir an die letzte Verpflegung, die ca 5,5 km vor dem mittlerweile heiß ersehnten Ziel in Ebbs lag. Essen konnte ich nichts mehr, aber zwei Becher Limo sollten für die paar flachen Kilometer reichen. Zu gern hätte ich die 5 km gegen weitere 500 Hm getauscht, ich hasse Laufen im Flachen wirklich zutiefst und dieser Abschnitt des Rennens war echt grauslig. Zum Glück war Doortje an meiner Seite und so kamen wir doch gut vorwärts (allein wäre ich wahrscheinlich immer wieder gegangen) und dem Ort näher und näher. Als wir den Wald verließen, begann der Teer durch den Ort und ab hier waren es noch gute 2 km… Ich kühlte nochmal meinen Kopf in einem Brunnen am Wegesrand. Immer wieder überholten wir Wanderer der kürzeren Strecken, die einen anfeuerten. Endlich kam das Ziel und nach 10 Stunden und 4 Minuten war der Koasa- Jubiläumsultra für uns geschafft. Es war so zäh, aber trotzdem so schön…Mit der gelaufenen Zeit bin ich auch zufrieden, recht viel mehr war an dem Tag unter diesen Bedingungen nicht drin. Fünf Damen waren erst vor uns im Ziel, damit durfte Doortje, die ein paar Hundertstel “schneller” war, zur Siegerehrung! 

Fazit

Der Koasa-Ultra war ein sehr anspruchsvoller Rundkurs mit technischen Trails, tollen Ausblicken und noch netteren Helfern an den VPs. Die Organisation war liebevoll und die Streckenmarkierung einfach perfekt. Auch der Veranstaltungsort war top gewählt und das Event drumherum war richtig schön und das Rennen ist an sich (auch die anderen Distanzen)  sehr zu empfehlen. Kleines Manko: Nach dem Ultra wäre eine Finishermedaille (oder ähnliches) schön gewesen, diese gab es leider nicht.

2019-07-08T09:04:55+02:0008.07.19|0 Comments

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