Auch wenn der Wettergott uns nicht so gewogen war, hatten wir 4 schöne Tage auf Ski in den Kitzbüheler Alpen. Diese Tour ist absolut zu empfehlen und ist für einen etwas fortgeschrittenen Tourengeher gut zu bewältigen! Für Höhenmeterfresser bieten sich hier auf jeder Tour gute Möglichkeiten, einen weiteren Gipfel zu erklimmen.
Wir kommen wieder, erstmal aber in den Laufschuhen und hoffentlich bei Sonnenschein!

Per Ski durch die Kitzbüheler Alpen

von Lena Schindler

Bereits letztes Jahr begaben sich mein Mann, der Hund Luggi und ich zusammen mit einem befreundeten Paar in den Faschingsferien auf eine Skidurchquerung. Das war so schön, dass das dieses Jahr wiederholt werden sollte, natürlich auf anderer Route.

Ausgesucht haben wir dafür die Kitzbüheler Alpen...die sanften Grashügel und die vielen kleinen Seitentäler machen die Gegend geradezu ideal für eine Mehrtagestour (bestimmt auch im Sommer toll, das muss ich aber noch testen!).

Nach kurzer Recherche landete ich auf der offiziellen Homepage der Kitzbüheler Alpen – wie praktisch – die stellen eine 4-Tages-Route vor!

Ich las mich kurz ein und stellte fest: das ist genau das, was wir suchen – nicht zu wenig, nicht zu viel und eigentlich immer die Möglichkeit, auf Wetter oder persönliche Befindlichkeiten zu reagieren. Zudem kann man immer im Tal schlafen, was bedeutet, dass man weniger Gepäck (Schlafsack, Handtücher etc) mittragen muss. Bei der Buchung der Unterkünfte erhält man die Hilfe der netten Damen der Tourismusbehörde, ich musste nur selbst klären, ob denn auch der Hund immer mit nächtigen durfte, war aber kein Problem.

So erging es uns:

Tag 1: Heute bestiegen wir das Schwaigberghorn– es hatte ein wenig geschneit über Nacht und so wurde unser Aufstieg sogar noch mit  Pulverschwüngen belohnt! Sonne, tolle Rundumsicht auf die umliegende Gegend – was will das Skitourenherz mehr!? Hoch motiviert nahmen wir mit einem zweiten Anstieg auch noch den benachbarten Breiteggern mit, da sich der so schön anbot und auch dort der Powder schon zu uns herüber lachte! Ein kurzer Fußmarsch (Loipe schieben wäre auch möglich) brachte uns zum Gasthof Fuchswirt in der Kelchsau, wo wir die erste Nacht verbrachten.

Tag 2 begann mit einer Taxifahrt zum Startpunkt der nächsten Tour- der Schafsiedel wollte erklommen werden. Wir hatten uns jedoch am Vorabend gegen die Überschreitung von der Erla-Brennhütte (wie vorgeschlagen) entschieden,sondern wollten über die Bamberger Hütte aufsteigen. Die Wettervorhersage war nicht mehr so ideal und so konnten wir vermeiden, dass wir bei schlechten Verhältnissen über den Berg “drüber müssen”. Aber noch war uns das Wetter hold und wir genossen die Sonne im Aufstieg. Kurz nach der Bamberger Hütte wurde es jedoch leider immer windiger, starke Böen zogen immer wieder auf, der Wetterbericht hielt leider, was er versprochen hatte. Den Gipfel des Schafsiedel bereits im Blick, beschlossen wir aber ca. 50 hm unterhalb, hier umzudrehen, da fette Wolken ihn bereits umhüllten. Wir trösteten uns mit einer Einkehr am Rückweg und fuhren dann zu unserer heutigen Unterkunft, dem Gasthof Wegscheid hinunter.

Tag 3: Heute sollte es über den Steinbergstein in das Windautal gehen. Hier war ich erst vor einer Woche auf Skitour und somit war die Routenfindung kein Problem. Wir hatten uns zur Abfahrt jedoch eine Variante überlegt: wir wollten nicht die direkt vom Steinbergstein hinunter fahren (zum Teil steil), sondern entlang des Grats über den Ramkarkopf zum Wiesboden weiter gehen – die Abfahrt dort kannte ich ebenso und diese war bei den widrigen Verhältnissen (LWS 3 und schlechte Sicht) sicherer, wenn auch etwas weiter. Anfangs noch im Sonnenschein, zogen mit zunehmender Höhe die Wolken zu. Also zügig weiter, solange die Sicht noch gut war. Ca. 1200 hm sind es bis zum Steinbergstein, von dem aus die Gratwanderung in Richtung Wiesboden beginnt. Hier war die Orientierung nicht  besonders schwierig, da es alte Skispuren und Markierungen des Sommerweges gab. So erreichten wir die freien Hänge, über die wir abfahren wollten. Mittlerweile war es leider ziemlich warm geworden, der Schnee war schon ziemlich weich und auch der Himmel war dunkel und wolkenverhangen – mittags um 12.30 Uhr… So war klar, dass wir keine Gipfelrast einlegen, sondern nur schnell die Felle ‘runternahmen und uns aufmachten in Richtung Wintautal. Das Gelände ist ein Traum: weite, freie Hänge, richtig toll zum Fahren. Wenn da die Bedingungen stimmen, hätte es ein Genuss sein können… so kämpften wir uns durch den Sumpf hinunter ins Tal (wir kommen einfach bei schönem Wetter nochmal! ). Die letzten Meter auf einem Forstweg hinaus kamen wir gerade rechtzeitig am Gasthaus Steinberg an, bevor es anfing zu regnen. Schwein gehabt!

Tag 4: Als Finale sollte heute das Gerstinger Joch überschritten werden. Unser Auto erwartete uns auf der anderen Seite im Spertental. Eine eigentlich unproblematisch Skitour mit 1200 hm, also genau richtig für bereits etwas müde Skitourenfüße! Gut gestärkt (überfressen trifft es eher, das Frühstück im Gasthaus Steinberg war der Wahnsinn) starteten wir also unsere letzte Etappe, die wieder mit dem Forstweg begann, den wir gestern bereits abgefahren waren. Noch war die Sicht in Ordnung und es gab alte Aufstiegsspuren, sodass wir gut voran kamen. Ab ca. 1600 m änderte sich das jedoch zunehmend. Es wurde immer nebliger und durch den Niederschlag, der hier in Form von Schnee vom Himmel kam, waren keine Spuren mehr da – wir waren die ersten am heutigen Tag. Also vorsichtig bergwärts arbeiten. Tobi checkte immer wieder per GPS und noch waren wir gut auf Kurs. Bestimmt besserte sich die Sicht gleich wieder! Auf gut 1900 m, also noch knapp 100 hm unterhalb des Gipfels war leider dann Schluss. Völliges Whiteout umgab uns. Da wir die Baumgrenze bereits überschritten hatten und auch keine Büsche mehr da waren, war eine Orientierung quasi nicht möglich. Nach einer halben Stunde Wartezeit (“kann ja nur besser werden”) mussten wir leider einsehen, dass auch heute wieder die Wettervorhersage Recht behielt. Sicherheit geht vor und daher blieb uns nichts anderes übrig, als entlang der Aufstiegsspur wieder abzufahren zum Startpunkt der heutigen Tour. Dabei konnten wir (als Entschädigung irgendwie ) aber immerhin noch ein paar Hänge mit frischem Powder befahren. Das versöhnte uns dann doch wieder…

So blieb uns nur noch das Warten aufs Taxi, das uns nun ins Spertental zu unserem Auto brachte, das wir eigentlich mit einer Abfahrt vom Gerstinger Joch hätten erreichen wollen..

Hilft nix – so ist Outdoorsport und wer weiß, wofür es gut war!

Fazit: Auch wenn der Wettergott uns nicht so gewogen war, hatten wir 4 schöne Tage auf Ski in den Kitzbüheler Alpen. Diese Tour ist absolut zu empfehlen und ist für einen etwas fortgeschrittenen Tourengeher gut zu bewältigen! Für Höhenmeterfresser bieten sich hier auf jeder Tour gute Möglichkeiten, einen weiteren Gipfel zu erklimmen.

Wir kommen wieder, erstmal aber in den Laufschuhen und hoffentlich bei Sonnenschein!

2019-03-27T08:10:13+00:00