Wer eine Herausforderung sucht, ist bei der großen Heldenwertung trotz des hohen Startgeldes gut aufgehoben. Die Auf- und Abstiege werden nur selten durch gerade Stücke unterbrochen, es gibt einige schöne und technisch anspruchsvolle Trails und die Aussicht sowie insbesondere die abwechslungsreiche Landschaft ringsherum sind der Wahnsinn und die Teilnahme an dieser Trailchallenge allemal wert. Der einzige nennenswerte Kritikpunkt an der Strecke ist die erwähnte relativ lange Teerstraße.

Blog: Der Weiße Ring – Die Trailchallenge

Ort: Lech am Arlberg 
Strecken: 11,9km mit 665Hm und 28,9km mit 2300Hm, Dreier-Staffel über die lange Distanz
Link: Der Weiße Ring – Die Trailchallenge
Autor: Steffi und Lena Glasbrenner

Gut gemacht:

  • Streckenmarkierung
  • Verpflegung unterwegs

Geht besser:

  • Preis
  • Verpflegung im Ziel

Anmeldung/Preis
Die Anmeldung über die Veranstaltungswebseite ging schnell und unkompliziert. Auch vor Ort hätte man noch am Morgen nachmelden können. Einzig den Preis fand Lena und Steffi recht hoch im Vergleich zu Trailbewerben mit ähnlichen Distanzen. 

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Anreise
Angereist sind wir mit dem Auto, es gibt aber auch die Möglichkeit bis St. Anton mit dem Zug und ab da mit dem Bus nach Lech zu kommen. Parkplätze werden entgeltlich zur Verfügung gestellt. 

Übernachtung
Auch eine Weiterleitung an umliegende Hotels gibt es unter der Rubrik Anreise. Wir haben lieber selber geschaut und uns eine Ferienwohnung gemietet. Essen war so natürlich nicht inklusive, aber kochen in geselliger Runde macht genauso viel Spaß. Wer Lech kennt, weiß der Ort ist nicht besonders groß, daher waren wir nicht mal 500 Meter vom Start-/Zielbereich entfernt.

Verpflegung
Die übliche Pastaparty gab es am Vorabend nicht. Aber Nudeln brauchte man sich dennoch nicht kaufen, die gab es im Starterpaket. Auch Müsli und Haferflocken für das Frühstück am Morgen fehlten im Paket nicht. Dennoch hatten wir uns einfach selber Essen gekocht. Auch Sonntags hat es uns an Backwaren und Kaffee aus dem Bäcker nicht gefehlt. (Wir blieben noch eine Nacht und reisten nicht sofort ab)

Streckenverpflegung /-markierung
Die Markierungen waren top. Das Pink der Fahnen, der Pfeile und der Westen der vielen Helfer auf der Strecke (insgesamt rund 25) war gut erkennbar. Auch das Flatterband in Grau konnte man nicht verfehlen. Trotzdem hatten sich beide Mädels die Strecke auf die Uhren geladen, einfach nur zur Sicherheit. Verpflegungsstellen gab es auf der Strecke der großen Heldenwertung insgesamt fünf und natürlich eine im Ziel. Sie folgten ca. alle 5 Kilometern und waren immer reichlich bestückt. Von Mannerschnitten über Salzgebäck, Obst und diversen Gels sowie verschiedenen Getränken hatte man eine breite Auswahl. Nur die Zielverpflegung empfanden beide Läuferinnen als ausbaufähig. Vor allem das stark rationierte alkoholfreie Weizen war doch, na ja mindestens fragwürdig im Umgang. 

Das Rennen
Am 17. August 2019 fand die Premiere des Trailevents “Der weiße Ring – Die Trailchallenge” statt. 
Geworben wurde mit einem Trailrunning Erlebnis für große und kleine Helden. Zur Auswahl standen zwei verschiedene Strecken, eine längere Strecke für die sogenannten großen Helden und eine kürzere für kleine Helden. Wer sich die große Heldenwertung alleine noch nicht zugetraut hat, konnte diese auch mit einer Staffel laufen. 

Aufmerksam wurde Steffi über Facebook auf die Challenge und obwohl sie sofort Feuer und Flamme war, hatte es noch eine ganze Weile gedauert bis sie tatsächlich zusagte. 30 Kilometer mit so vielen Höhenmetern ist sie schließlich im “Wettkampfmodus” schon sehr lange nicht mehr gelaufen. Am Ende hat die Neugier gesiegt und die Anmeldung war vollbracht, zumal auch eine gute Freundin, Lena, mitmachen wollte. 
Eine Woche vor Beginn der Challenge haben wir dann noch schnell eine Ferienwohnung für 3 Erwachsene und den Trailnachwuchs gebucht und sogar auch noch eine schöne und bezahlbare Wohnung im Herzen von Lech gefunden. Am Freitag vor dem Lauf ging es dann am Nachmittag los. Schnell alles ins Auto gepackt, Lena inklusive und dann ging es auch schon los. Kurz vor halb sechs haben wir die Ferienwohnung bezogen und machten uns alle auf den Weg um die Starterpakete noch rechtzeitig abzuholen. Als Geschenk konnte zwischen einem regenfesten Rucksack oder einem Dryback und einem Handtuch von Skinfit gewählt werden. Dazu gab es die üblichen Goodies, wie Sonnencreme, Magnesium, Nudeln etc. Zusätzlich gab es noch einen Gutschein für Socken der Marke Lenz, welche man nebenan im Sportgeschäft sofort abholen konnte. Alle waren super freundlich und zuvorkommend. Der Abend verging dann recht schnell mit Sachen packen, überlegen was man anziehen soll, Strecke und Verpflegungsstellen studieren und einen Plan fürs durchkommen machen. Und so ging dann auch bereits um zehn Uhr das Licht aus. 
 
Der Start der Trail Challenge erfolgte im Zielbereich des legendären Weißen Ring (Winterwettbewerb) in Lech. Hier erwarteten uns viele aufgeregte Mitläufer, ein wortgewandter, fröhlicher Moderator sowie einige lokale Alphornbläser, die für gute Stimmung sorgten.

Pünktlich um neun fiel dann der Startschuss für die Staffelläufer und bereits 5 Minuten später für uns auf die große Schleife. Die kleinen Helden starteten 09:10 Uhr und bildeten den Abschluss. Bereits auf den ersten Metern war ein ordentlich steiler Grashügel bzw. Skipiste zu bezwingen. Danach ging es etwas gemächlicher nach Oberlech und zur Bergstation der Oberlech Gondel, vorbei an den Gipslöchern und der Kriegeralpe bis zum Kriegerhorn. Oben angekommen ging es auch schon in den ersten Downhill bis nach Zug, wo sich der Weg der großen und der kleinen Heldenwertung teilte. Jetzt wurde es aber erst so richtig interessant, denn es wartete der Aufstieg zum Madloch. Zunächst ging es in einigen Serpentinen die Skipiste hinunter, bevor wir dann einen schmalen Pfad folgten, der teilweise ordentlich steil war. Steffi hatte an diesem Aufstieg zu kämpfen und hätte sich gerne eins der Pferde auf dem Weg ausgeliehen. Irgendwann hatte man es aber geschafft und war oben angekommen und wurde mit dem gigantischen Anblick für die Mühen belohnt. Die wunderschönen, umliegenden Bergmassive in einem wechselnden Licht- und Wolkenspiel, machten die Trailchallenge zu einem tollen Erlebnis.

Oben am Madloch ging es etwas gemütlicher, aber nicht weniger technisch hinunter zum Zürsersee und dann bis nach Zürs. Der Blick zum Rüfikopf, dem letzten Anstieg, konnte jedoch leider nicht über die langgezogene Teerstraße hinwegtrösten, die sich ab dem Zürsersee hinunter nach Zürs schlängelte und auch den ersten Teil des Aufstiegs zum Rüfikopf prägte. Oben an der Bergbahn des Rüfikopfs angekommen, ging es dann zunächst über ein Felsmassiv und anschließend in einem kleinen und schmalen nicht enden wollenden Trail hinunter in den Zielbereich nach Lech. Abwärts laufend bekam Steffi aber dann leider erst Nasenbluten, welches sich nur widerwillig stoppen lassen wollte und dann stürzte sie auch noch 3 Kilometer vor dem Ziel. Aber wer lässt sich schon so kurz vor dem Ziel stoppen?! Also aufrichten und weiter ging es. Mit blutigen Klamotten und etwas zerschunden kam Steffi glücklich ins Ziel. Auch Lena kam zufrieden aber vor allem geschafft im Ziel an.

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Fazit
Wer eine Herausforderung sucht, ist bei der großen Heldenwertung trotz des hohen Startgeldes gut aufgehoben. Die Auf- und Abstiege werden nur selten durch gerade Stücke unterbrochen, es gibt einige schöne und technisch anspruchsvolle Trails und die Aussicht sowie insbesondere die abwechslungsreiche Landschaft ringsherum sind der Wahnsinn und die Teilnahme an dieser Trailchallenge allemal wert. Der einzige nennenswerte Kritikpunkt an der Strecke ist die erwähnte relativ lange Teerstraße.