Ich fand die Strecke insgesamt wirklich sehr schön, auch wenn die Aussicht meist wegen des Wetters verborgen blieb. Die Verpflegungsstationen waren gut ausgestattet und die Helfer dort allesamt sehr freundlich und gut gelaunt. Mir persönlich waren zu viele Läufer unterwegs – die schmalen Trails sind den Menschenmengen nicht gewachsen und der Stau war zum Teil nervig. Organisatorisch hätte ich mir mehr erwartet, da es ja Deutschlands größtes Trailrun-Event ist. Es waren doch ziemlich viele Leute mit „Crew“-Shirt unterwegs, die aber leider oft keine Ahnung hatten.

Zugspitz Ultratrail 2015Basetrail XL oder: „Würde der Herr in Blau bitte kurz zur Seite gehen!?“
von Lena

Nichts los im Juni!? Das geht doch auch irgendwie nicht und daher beschlossen Vroni, Caro und ich, beim Zugspitz Ultratrail mitzulaufen. Da es für Caro das erste Trail-Event war, wählten wir eine der kürzeren Distanzen mit dem Basetrail XL (35,6 km und 1842 Hm).

Das Glück war uns am Freitag nicht so gewogen, da wir bei der Anreise von Rosenheim aus eine Autopanne hatten und so erst um 20.30 Uhr in Grainau ankamen, um dort unsere Startnummern zu holen und das obligatorische Carbo-Loading im Rahmen der Pasta-Party vorzunehmen. Klarer Vorteil unserer späten Ankunft: Wir konnten quasi direkt vor der Registrierung parken und mussten nicht, wie die vielen früher Angereisten, den recht langen Fußweg von den anderen Parkplätzen aus auf uns nehmen. Diese waren zwar ausreichend vorhanden, aber eben ca. 3 km vom Eventgelände entfernt. Das Abholen der Startnummern klappte wunderbar und auch die Damen am Nudelstand waren noch bester Laune und so konnten wir frisch gestärkt weiter nach Mittenwald in unsere Unterkunft fahren. Wir wollten am Samstag mit dem Shuttle vom Zielort dorthin zurück fahren, dafür hatten wir nach Nachfragen bei der Registration noch ein Ticket gekauft, damit wir nicht früh morgens mit dem Auto herumfahren mussten.Nach einer ruhigen Nacht und einem leider nicht so tollen Frühstück (Bäh- Aufbacksemmeln…) marschierten wir dann von der Pension zum Bahnhof in Mittenwald, wo um 10.00 Uhr der Start für alle Basetrailer XL stattfinden sollte. Leider regnete es bereits wie aus Eimern, aber unsere Laune war gut und wir konnten es kaum erwarten, endlich loszulaufen. Dort gab es eine kurze Materialkontrolle der Pflichtausrüstung.

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Der Startschuss erfolgte pünktlich und so drehten wir nach einer kleinen Runde durch den Ort ab in Richtung Berge und machten uns auf in Richtung Grainau. An der ersten Steigung hinauf zum Lautersee kam es gleich zum Stau, jedoch zog sich dadurch das Feld recht gut auseinander und man konnte in sein Tempo finden und es wurde uns glücklicherweise recht schnell warm. Über welliges Terrain und über schöne Wald- und Wiesenwege ging es in Richtung Ferchensee, wo sich bei Kilometer 5,5 die erste Verpflegungsstation befand. Aufgetankt liefen wir dann weiter in Richtung Partnachalm. Hier war eine längere Strecke Forstweg zurückzulegen, man konnte zügig laufen, aber der Traum eines Trailrunners war dieser Abschnitt nicht unbedingt. Ungefähr bei Kilometer zehn entschied sich Vroni dafür, schneller zu laufen und Caro und ich blieben zu zweit in unserem Tempo. Nun folgte ein Downhill hinunter ins Tal vor der nächsten Verpflegungstation. Das war wieder ein sehr schöner Wandersteig, zu diesem Zeitpunkt konnte man auch das erste Mal ein bisschen durch Wolkenlücken spähen und der Regen ließ ebenfalls nach. Leider stauten sich hier die Leute und man konnte auf Grund der engen Wege nicht überholen. Da es aber auch nass und rutschig war, war ein langsameres Bergablaufen aus Sicherheitsgründen auch sinnvoll und wir reihten uns brav ein.  Danach ging es noch ein paar Höhenmeter bergan und wir waren bereits an der zweiten Essens- und Kontrollstation angekommen. Jetzt kam zwischendurch sogar die Sonne raus und ich verfluchte kurz meine Entscheidung, im Longsleeve und nicht im T-Shirt gestartet zu sein.

Nach einem kurzen Stück Forstweg ging es in den schmalen Steig, der uns in Richtung Alpspitzbahn-Bergstation führen sollte. Wir wussten, dass es nun lange bergauf ging und freuten uns, ein paar Läufer einsammeln zu können, da wir wohnortbedingt (Alpenrand) im Uphill unsere Stärke haben. Dem war leider nicht so. Es staute sich abermals und hier trafen wir auch auf die langsameren Basetrail-Läufer. Ein Überholen war kaum möglich und oft wurde der Weg trotz Nachfragen nicht freigemacht.  Ein gleichmäßiges Gehen im eigenen Tempo klappte immer nur für wenige Meter, bis man die nächste Gruppe erreicht hatte. Dort folgte das gleiche Prozedere – Hoffen, dass die von selber merken, dass man schneller ist und falls nicht – nachfragen.  Das nervte gewaltig und so kamen wir gefühlt nicht so richtig schnell vom Fleck. Mit uns litten ein paar andere Damen, denen es genauso erging. Zumindest kamen wir so nicht in die Verlegenheit, zu schnell zu gehen. Erst als der Führende des Supertrails kam, wurde der Weg flott frei gemacht und wir nutzten die Gelegenheit und hängten uns an ihn dran. Leider kam er erst kurz vor der dritten Versorgungsstation. Ich hoffte nun auf ein schnelles Vorwärtskommen bis zum höchsten Punkt der Strecke. Der Trail herauf an sich war wunderschön, zwar wetterbedingt matschig, aber nicht zu steil und sehr abwechslungsreich. Während der Trinkpause erfuhren wir dann aber, dass die letzten Höhenmeter bis zur Alpspitzbahn gestrichen wurden und dass es nun direkt ins Tal nach Grainau ging.  Aus Veranstalter-Sicht sicher richtig, da die Schneefallgrenze erreicht worden wäre, ich persönlich war aber ein bisschen enttäuscht, da so ca. 400 Höhenmeter und 5 Kilometer fehlten.  Also ging es in den Downhill und wir sollten in sechs Kilometern das Ziel in Grainau erreicht haben. Hier konnte man endlich wieder flott laufen, da die Bergauf-Kriecher scheinbar bergab richtig schnell waren (oder wir die Bergab-Kriecher sind J). Zum Teil ging der Weg recht steil hinunter und es war durch den Regen alles nass und rutschig – daher war Aufpassen angesagt, damit nicht so kurz vor dem Ziel noch einer stürzt. Es war fast bis zum Ende hin ein schöner, schmaler Trail und erst unten mündete er in eine Forststraße. Schnell war so das Tal erreicht und die letzten beiden Kilometer waren auf Teer in die Ortsmitte zu absolvieren. Hinein ging es in den Musikpavillon und dort wurden wir sogar namentlich anmoderiert, da zeitgleich mit uns keiner ankam – das war perfektes Timing!

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Im Ziel bekamen wir dann gleich unsere Finishermedaille umgehängt und hörten durch den Sprecher, dass noch nicht einmal die Hälfte aller Basetrail XL-Startern im Ziel war – wir waren also gar nicht mal langsam unterwegs! Das obligatorische alkoholfreie Weißbier durfte zum Anstoßen natürlich auch nicht fehlen. Das Finisher-Shirt bekam man bereits mit den Startunterlagen ausgehändigt – ein beerenfarbenes Salomon-Shirt als Damenmodell – was will Frau mehr!?

Zugspitz Ultratrail 2015Die Duschen im nahegelegenen Schwimmbad durften von den Startern mitbenutzt werden und da wir alle völlig durchnässt waren, begaben wir uns nach dem Abholen der Dop-Bags direkt dorthin, um möglichst schnell wieder in trockene Klamotten zu kommen. Dort gab es viel Platz und so waren die vielen Leute kein Problem und man fand schnell eine freie Dusche und konnte sich frisch machen.

Nun waren wir auf der Suche nach unserem Shuttle zurück nach Mittenwald und fragten an der Information, wo der denn abfahren sollte. Die Damen dort wussten das aber leider nicht und so mussten wir erstmal warten, bis jemand mit Ahnung auftauchte. Leider hatten uns die Jungs am Vorabend fehlinformiert oder falsch verstanden, denn es gab gar keinen Shuttle zurück nach Mittenwald. Unsere Tickets konnten wir leider auch nicht zurückgeben und somit hatten wir je 8 € in den Sand gesetzt. Das war ärgerlich. Wir waren aber nicht die einzigen mit diesem Problem und so konnten wir uns mit anderen Startern ein Großraumtaxi nach Mittenwald teilen.

Fakten: Der Basetrail XL mit seinen 35 km kostet 55 € und darin sind Salomon-Shirt, Finishermedaille, Startnummer und –band, Verpflegung auf der Strecke und Pasta-Party enthalten. Dadurch, dass die Qualität des Shirts auch echt gut ist, kann man da überhaupt nicht meckern – wirklich fair.

Fazit: Ich fand die Strecke insgesamt wirklich sehr schön, auch wenn die Aussicht meist wegen des Wetters verborgen blieb. Die Verpflegungsstationen waren gut ausgestattet und die Helfer dort allesamt sehr freundlich und gut gelaunt. Mir persönlich waren zu viele Läufer unterwegs – die schmalen Trails sind den Menschenmengen nicht gewachsen und der Stau war zum Teil nervig. Organisatorisch hätte ich mir mehr erwartet, da es ja Deutschlands größtes Trailrun-Event ist. Es waren doch ziemlich viele Leute mit „Crew“-Shirt unterwegs, die aber leider oft keine Ahnung hatten.

2017-03-24T07:29:13+00:0026.06.2015|

One Comment

  1. Thomas 09/04/2016 at 7:45 - Reply

    Hallo,
    Ich glaube ein “finishershirt” gibt es nur beim ultralauf – und zwar nach zieleinlauf innerhalb des zeitlimits – alle anderen shirts sind nur “teilnehmer-shirts” (steht auch kein “finischer” drauf. So war es zumindestens 2014. Deshalb sind diese Shirts zu recht heiss begehrt😄😄

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