Viking Womens Trail 2015

Die Stimmung war das ganze Wochenende wirklich super und die Veranstalter schafften es auch, dass sich die langsameren Läuferinnen wirklich wohl fühlten. Es wurde bis zum letzten Teilnehmer jeder anmoderiert und beim Zieleinlauf gefeiert. Die Streckenauswahl gefiel mir Freitag (Hier hätte es mehr Lampen geben müssen!) und Sonntag gut, der Samstag war in meinen Augen eher ein Landschaftslauf mit Traileinlage- hier hätte ich mir „mehr“ Trail und weniger Teer/Seepromenade  gewünscht.

Viking Womens Trail Viking Womens Trail
von Lena Schindler

Ich hatte bei einem Gewinnspiel einen Startplatz für den Viking Womens Trail in Zell am See gewonnen und da alleine laufen ja auch irgendwie blöd ist, hat meine Schwester Kathi kurzerhand ebenfalls einen Startplatz von mir als Geburtstagsgeschenk bekommen. Im Laufe der Zeit stellte sich heraus, dass wir aber nicht nur zu zweit aus Rosenheim, sondern sogar zu viert antraten. So meldeten wir uns als das Team „Chix on trail“ an und Vroni organisierte uns  Teamshirts mit Aufdruck. Die Wettervorhersage war für das Wochenende eigentlich nicht schlecht, lediglich am Sonntag sollte es etwas regnen, aber Freitag und Samstag würden wir scheinbar trocken bleiben. Gesundheitlich war ich leider seit fast zwei Wochen angeschlagen, aber die Freude  auf das Wellnesshotel, das wir gebucht hatten und die Tatsache, dass ja nur drei der vier Starterinnen in die Teamwertung einfließen würden, entspannten mich ein bisschen. Leider ging meine Rechnung diesbezüglich nicht so ganz auf, da wir am Freitag nur zu dritt starteten (unser viertes Teammitglied kam leider erst am Samstag früh) und somit klar war, dass wir drei die ganzen drei Tage laufen würden müssen, um in der Wertung zu landen.

Viking Womens Trail Silva Night on trail
Am Freitag stand ein Stirnlampenlauf über 6 km und knapp 300 Höhenmeter als Auftakt auf dem Programm. Im Vorfeld hieß es, man könne Stirnlampen von Silva testen, leider waren die scheinbar nicht darauf eingestellt, dass daher fast keiner eine eigene Lampe dabei hatte. Vroni und ich hatten zufällig unsere dabei, aber Kathi musste eine ausleihen und bekam leider nur noch eine 15-Lumen- „Funsel“. Gestartet wurde am See im 10- Sekunden-Abstand hintereinander. Nach nicht ganz einem Kilometer im Flachen, ging es im Wald in Serpentinen den Berg hinauf. Hier merkte ich schon ein bisschen, dass ich nicht hundert Prozent fit war, aber das Ende des Uphills nahte und dann war ich auch schon oben. An der Ebenbergalm lief man über deren Terrasse und damit war dann auch der höchste Punkt der heutigen Strecke erreicht. Leider passierte mir kurz danach ein Missgeschick. Ich habe einmal kurz nicht aufgepasst und bin über ein Kuhgatter gefallen. Zum Glück landete ich nicht im, sondern nur neben dem Kuhfladen.  Zeit zum Jammern gibt es bei solchen kurzen Distanzen natürlich nicht und ich stand auf und lief zügig weiter. Zu meiner eigenen Überraschung konnte ich im Downhill  noch richtig viele Läuferinnen überholen und das war definitiv der beste Part des Wochenendes, da der Trail schön zu laufen war und ich kam mir zwischenzeitlich richtig schnell vor. Kurz vor Schluss hätte ich mich noch fast verlaufen, da der Streckenposten scheinbar nur als Dekoration vorhanden war und erst, als ich fälschlicherweise abbiegen wollte, wies er mich auf die eigentliche Laufrichtung hin. Also Vollbremsung einlegen und weiterlaufen.

Am kurzen Flachstück, dass uns zurück zur Seepromenade, wo sich Start und Ziel befand, musste ich mich zwar noch von einer Dame wieder einholen lassen, aber insgesamt konnte ich ein für meine Verhältnisse flottes Rennen laufen und war voll zufrieden.  Vroni erwartete mich schon im Ziel (die war ein „bisschen“ schneller als ich gelaufen) und ihr fiel auch gleich auf, dass von meinem Knie Blut über das ganze Schienbein herunterlief. Daher hieß es, Kathi in Empfang nehmen und ab in die Dusche, da es auch echt brannte. Während des Laufens hatte ich das aber nicht bemerkt. Kathi hatte leider beim Downhill keine Chance, in ein richtiges Lauftempo zu kommen, da die Lampe einfach nicht gut genug leuchtete und der Weg von Wurzel durchzogen war und somit schnelles Laufen ohne ausreichende Sicht zu gefährlich gewesen wäre. Sichtlich verärgert über die Bergab-Spaziereinlage hielten wir uns nicht lange im Zielbereich auf, da ich dringend meine Wunde auswaschen wollte. Erst später, als wir beim Essen online die Ergebnisse checkten, sahen wir, dass Vroni den dritten Platz gemacht hatte und eigentlich zur Siegerehrung hätte bleiben müssen.  In der Teamwertung lagen wir auf Platz 3, was uns tierisch freute. Allerdings war der Abstand nach hinten sehr knapp und die beiden vor uns liegenden Teams viel zu weit weg. Daher galt es, am nächsten Tag wieder alles zu geben und für das Team schnell zu laufen.

Viking Womens Trail Woly Sport Challenge
Am Samstag standen 16,8 km (vorher hieß es immer 15, war aber dann scheinbar anders – auch egal) mit 500 Höhenmeter einmal um den See auf dem Programm. Mit Schrecken hatten wir festgestellt, da Kathi Teile der Strecke kannte, dass uns viel Teer erwarten würde und wir traten alle lieber mit Straßenlaufschuhen an. Das sollte sich als gute Entscheidung herausstellen, da wir einen Großteil an der Seepromenade entlang laufen würden.

Ich fühlte mich vorm Start schon nicht gut, hatte Bauchweh und fühlte mich schlapp – das konnte was werden, wollten wir doch zügig loslaufen…

Die ersten Kilometer liefen meine Schwester und ich noch gemeinsam in flottem Tempo, aber kurz vor dem ersten Anstieg musste ich dann zurücknehmen und Kathi lief weiter.  An der ersten Verpflegung trank ich ein paar Schlucke Wasser und blieb kurz stehen. Die kommenden kurzen Anstiege und Bergabstücke machten meinem flauen Magen ganz schön zu schaffen und ich kam nur langsam voran.  Aber das Handtuch werfen wollte ich nicht,  wenn ich schon nicht schnell war, wollte ich mich zumindest für unser Team anstrengen und das Ding einigermaßen ins Ziel bringen. Sehr motivierend waren die holländischen Fans, die ihre Damen anfeuerten, was das Zeug hielt – echt super! Da ich im Grunde die ganze Strecke mit einer der Damen lief, waren die quasi immer vor Ort und schrien und bimmelten mit ihren Kuhglocken. Leider übersah ich blöderweise die zweite Verpflegungsstation (Sorry- die war echt dämlich platziert – nach einem Downhill in einer Kurve, die haben sehr viele Mädels nicht gesehen) und wartete sehnsüchtig auf die Zielverpflegung.  Wieder an der Seepromenade angelangt, wunderte ich mich nicht schlecht über die Kilometer-Beschilderung. Als ich das „Noch 2 km“-Schild passierte hatte ich vielleicht 12 Kilometer auf der Uhr und auch noch viel zu wenige Höhenmeter.  Da das Bauchweh nicht nachließ, hoffte ich aber, dass das Ende nun auch endlich kommen würde. Leider war das nur meine Hoffnung, da es kurze Zeit später rechts abdrehte und es ging nun doch die fehlenden Höhenmeter hinauf- leider wieder auf Teer. Besonders motivierend war das nicht!!! Durstig und ein bisschen frustriert über den irgendwie nicht vorhandenen Trailrun absolvierte ich die Steigung und war froh, als nach gefühlten 20 Minuten endlich das „Noch 1km“-Schild kam. Diesen ging es zum Glück auch nicht mehr bergauf, sondern hinab und eben ins Ziel hinein. Das restliche „Chix on trail“- Team empfing mich schon im Ziel und wir machten es uns mit Wolldecken in den Viking-Liegestühlen bequem. Ohne die Teamwertung wäre ich heute ausgestiegen, aber an ausreichend Motivation fehlte es dieses Wochenende nicht- die Stimmung war durchwegs super! Am Ende des Tages wurde Vroni in dieser Etappe Gesamt 5. und in der Teamwertung rutschten wir auf Platz zwei.  Mit Sauna, Dampfbad und Apfelstrudel beendeten wir den Samstag und hofften auf einen höheren Trailanteil am Sonntag- der Samstag war echt zu teerlastig für uns Trampelpfad-verwöhnte Rosenheimerinnen.

Viking Womens Trail 2XU-Bergsprint
Als letzte Etappe stand ein sogenannter „Bergsprint“ auf dem Programm, der für mich ein Wandertag werden würde, da ich auch heute wieder mit latentem Bauchweh aufwachte.  Das war vorher schon klar, aber auch egal… „finish with a smile“ war angesagt und ich wollte unbedingt mitmachen. Los ging es diesmal in Kaprun, wo auch unser Hotel war und wir liefen durch den Ort in Richtung Gondelanlagen. Die ersten 5,5 km gingen flach bis nur sehr leicht steigend dahin und ich versuchte langsam warm zu werden, es regnete immer wieder und war leider auch etwas kälter geworden. Erst nach der Verpflegungsstation kamen auch endlich die Höhenmeter auf uns zu. Ich kannte die Strecke bereits vom Juli,  beim Glocknertrail durfte ich hier aber hinunter ins Ziel, die andere Richtung stellte sich als weitaus mühsamer heraus. Zu allem Unglück hatte ich auch keine Stöcke dabei (einfach vergessen) und ich wanderte mich also so der Bergstation entgegen.  Erst ging es etliche Serpentinen hinauf, bevor der Weg immer wieder eine Forststraße kreuzte und sich stetig nach oben zog. Teilweise war die Strecke sehr steil und ich versuchte mir vorzustellen, wie die schnellen Läuferinnen das alles laufen – klappte nicht. Von den ersten Asphaltkilometer abgesehen, war die Strecke wirklich super,ein toller Trailrun, der ein viel schöneres Wetter verdient hätte (als ich im Juli hier hinab lief, regnete es ebenso…)! Ab dem „Noch 2 Kilometer“-Schild ging es mir dann schlagartig besser, da ich auch auf meiner Uhr sah, dass nur mehr 300 Höhenmeter zu absolvieren war. Etwas zu trinken wäre an dem langen Anstieg zwar noch toll gewesen, aber es gab heute nur die eine Verpflegungsstation am Beginn der Steigung. Also ging es auch heute wieder durstig dem Ziel entgegen. Trotz des schlechten Wetters waren auch heute wieder die tollen holländischen Fans vor Ort, die sich am letzten Hang aufgebaut hatten und die Läufer mit Laola-Wellen und Jubel anfeuerten. Das gab nochmal den finalen Schwung, der mich ins Ziel beförderte. Dort bekam ich mein Finisher-Geschenk (ein Bilderrahmen mit Armband und Edelweiß) und verzog mich zum Umziehen in die Alm zu den Mädels. Zum Glück hatte ich eine komplette Klamottengarnitur dabei, da es oben wirklich kalt war und ich völlig durchnässt im Ziel ankam. Lange blieben wir nicht oben, sondern fuhren nach ein paar Bechern Tee mit der Gondel hinunter ins Tal und dann mit einem Taxi zurück nach Kaprun (hier wäre ein Shuttle oder sowas schön gewesen, es waren etliche leicht herumirrende Läuferinnen unterwegs). Bis zur Siegerehrung sollte noch etwas Zeit bleiben und so gingen wir noch gemütlich essen und begaben uns dann auch dorthin, hoffend, dass wir als Team einen der Podestplätze halten konnten. Dort wurden zuerst die Siegerinnen der heutigen Etappe geehrt und auch die Gesamtsieger aller Etappen in den verschiedenen Altersklassen. Für Vroni blieb leider der undankbare vierte Platz- noch ein Grund zum Wiederkommen! Nun kam auch endlich  die Ehrung der Teamwertung und hier konnten wir sogar den ersten Platz belegen (scheinbar sind beim eigentlich führenden Team Läufer ausgestiegen, es müssen nunmal drei ins Ziel) – das freute uns riesig! Also durften wir zu dritt rauf aufs Stockerl und ich fühlte mich für eine halbe Minute auch wie eine der ganz schnellen Mädels…

Viking Womens Trail  Viking Womens Trail Viking Womens Trail Viking Womens Trail Viking Womens Trail

Fazit: Die Stimmung war das ganze Wochenende wirklich super und die Veranstalter schafften es auch, dass sich die langsameren Läuferinnen wirklich wohl fühlten. Es wurde bis zum letzten Teilnehmer jeder anmoderiert und beim Zieleinlauf gefeiert. Die Streckenauswahl gefiel mir Freitag (Hier hätte es mehr Lampen geben müssen!) und Sonntag gut, der Samstag war in meinen Augen eher ein Landschaftslauf mit Traileinlage- hier hätte ich mir „mehr“ Trail und weniger Teer/Seepromenade  gewünscht. Am letzten Tag hätte meiner Meinung nach eine weitere Verpflegungsstation aufgebaut werden müssen, denn wäre es wärmer gewesen, wäre es echt unangenehm ohne Trinken geworden. Für das Startgeld von 50€/3 Tage bekommt Frau echt was für ihr Geld geboten und wir „Chix on trail“ wollen auf jeden Fall nächstes Jahr wiederkommen…

2017-03-24T07:28:56+00:00