TrailDolomitica Ecotrail 2016

Das TrailDolomitica Ecotrail /Ecomarathon -Rennen ist ein super organisiertes Event, das tolle Ausblicke in die wunderschönen Berge ringsum bietet. Die Trails auf der 24er-Runde sind mit wenigen Ausnahmen nicht all zu technisch, häufig sind Karrenwege und breitere Wege zu laufen. Immer wieder kommen aber zwischendurch kleine Singletrailpassagen, so dass es nie langweilig wird. Ein absolut empfehlenswertes Rennen, das mit der hier beschriebenen kürzeren Distanz auch gut für Trailrunning-Neulinge geeignet ist.

Trail Dolomitica Ecotrail 2016TrailDolomitica Ecotrail 2016
von Lena Schindler

Unverhofft kommt oft…
Ich habe ja als Lehrerin im August Sommerferien und wollte daher unbedingt noch ein schönes Trail-Event mitnehmen. Am besten irgendwo, wo man gleich noch ein paar schöne Tage außenrum verbringen kann. So stieß ich bei meiner Suche auf den TrailDolomitica Ecotrail. Dieser findet in Padola (Italien)  statt, was sich 10 Minuten von  Sexten in den Dolomiten befindet. Also ging es mit Sack und Pack (Bikes, Hund und Mann) auf den Campingplatz nach Sexten (übrigens sehr zu empfehlen!). Dort war bereits Sissi, eine Freundin, die ebenfalls mitlaufen wollte. Außerdem kamen noch Nicole, Natalina, Andre und Familie mit- wir waren also eine große, lustige Gruppe und ein schöner Tag auf den Trails rund um Padola war uns somit fast sicher. Da alle entschieden hatten, die kurze 22 km- Runde zu laufen, schloss ich mich an. Ich hatte anfangs mit dem Marathon, den es ebenfalls gibt, geliebäugelt, aber als einzige die lange Runde zu laufen motivierte mich nicht so.

Am Vortag ging es noch mit meinem Mann und dem Hund auf eine schöne MTB-Tour und gegen Abend holten wir dann meine Startunterlagen im Nachbarort ab. Die Startertüte war prall gefüllt mit Nudeln, Riegeln, einem Buff und einem Funktionsshirt, das im Preis bereits inbegriffen war. Dort stellte ich dann fest, dass die angepriesene 22 km- Runde in Wirklichkeit 24,5 km lang sein würde, da hier im Rennbüro genaue Streckenpläne aushingen. Mehr als die Extrameter störten mich jedoch die letzten 5 flachen Kilometer, die ins Ziel führten- bei sowas verliere ich gerne mal die Motivation und ich würde am liebsten aus dem letzten Downhill ins Ziel fallen und aus. Aber so war die Route und jammern hilft nichts…

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Nach einer ruhigen Nacht im Zelt trafen wir eine Stunde vor Start in Padola ein, um dort mit großem Hallo Natalina, Andre und ihre Familie zu begrüßen. Aufwärmen sparten wir uns, keiner hatte vor, gleich wie wild loszurennen. Um 8:30 Uhr ging es dann auch los und es war schon richtig heiß- ich war froh, dass ich meine Kappe aufgesetzt hatte, da ich Sonne nicht so gut vertrage. Ich lief zunächst mit Sissi und Nicole los, die komplimentierten mich aber dann nach vorne weg, da ich ein bisschen schneller unterwegs war als die beiden. Also lief ich zu und suchte mein Tempo. Anfangs ging es über kleine Wege ein Stück bergab und ich sammelte gut Leute ein. Dann durchquerten wir einen kleinen Ort, nachdem es bergauf gehen sollte. Hier hatte ich mich dann bereits gut im Feld eingefunden und hatte Andre und Natalina im Uphill einsammeln und überholen können. Der Großteil der Strecke bis zur ersten Verpflegungsstation waren Forstwege- jedoch war die Aussicht einfach wahnsinnig schön-  Dolomiten ringsum und so war es ganz gut, dass man nicht immer auf den Boden schauen musste. Nach dem ersten Trinkstopp lief ich auf eine Dame auf, der das irgendwie nicht so gefiel. Sie war nicht schneller als ich, aber jedes Mal, wenn ich näher kam, zog sie ihr Tempo an und so trennten uns immer ca 20 m voneinander. Mich störte das nicht, da ich zwischendurch immer mal wieder anhielt, um Fotos zu machen. Wir arbeiteten uns nun durch einen Wald (zum Glück im Schatten) nach oben und der Weg war nun ein breiter, wurzeldurchzogener Trail, der richtig gut zu laufen war. Es war nicht zu steil und so wechselte ich zwischen gehen und laufen. An der zweiten Verpflegungsstation gab es auch Essbares, jedoch hatte ich etwas mit der Hitze zu kämpfen und verzichtete lieber darauf. Zwei Becher Iso sollten reichen, es waren ja “nur” 1100 Höhenmeter zu absolvieren, das musste heute ohne essen gehen.  Bei der Verpflegungsstation verlor ich kurz den Anschluss an die vor mit laufende Dame, da diese eine männliche Begleitung dabeihatte, die ihr Trinken und Essen so reichte und sie daher nicht anhielten. Die Route erreichte nun ein Plateau, das einen einfach traumhaften Rundumblick erlaubte. Die Aussicht war einfach wunderschön und ich stoppte, um ein paar Bilder zu machen. Der Nachteil dieses Abschnittes war das Fehlen der Bäume. Die Sonne schien erbarmungslos auf die Läufer es war so heiß, dass ich leise vor mich hin fluchte. Oben angekommen wurden die Läufer des kurzen Trails nun in den Downhill nach unten geschickt, die Marathonläufer liefen weiter den Kamm entlang (sah auch toll aus!!).

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Über einen tollen Wiesentrail, der mit vielen Löchern gespickt war ging es nach unten bzw. querten wir den Hang. Nach einem kleinen Gegenanstieg erreichten wir die dritte Verpflegungsstation, an der mir ein Kontrollposten “Sei terza” zurief. Da ich kein Italienisch kann, hatte ich keine Ahnung, was mir der gute Mann damit sagen wollte. Ich jammerte den Helfern an der Verpflegung ein bisschen hin, dass es doch so heiß sei und die meinten nur, dass die es im Schatten ganz okay finden. Haha- guter Witz. Nach einem Becher Iso und einmal Wasser über den Kopf lief ich weiter. Ich hatte mein Tempo heute ganz gut finden können und lief für meine Verhältnisse zügig dahin. Glücklicherweise tauchte unser Trail nun wieder in den Wald ein und der schmale Weg schlängelte sich in Kurven nach unten- diese Passage war einfach traumhaft und ich konnte etliche Männer vor mir einsammeln, die mich anfeuerten, als ich sie überholte. Die Läuferin vor mir, die ich vor der letzten VP eingeholt hatte, war leider wieder nach vorn entschwunden, da sie nicht gestoppt hatte. Mir war inzwischen einfach nur noch heiß, daher war mir das egal und ich arbeitete mich von Bach zu Bach vor und kühle bei jeder Gelegenheit den Kopf. Auf einem Forstwegabschnitt zwischendurch sammelten mich ein paar der Männer, die ich vorher noch überholte wieder ein. Ich wurde ganz klar langsamer, aber bei der Hitze ging es leider nicht mehr schneller. Unten angekommen erreichte ich die letzte Verpflegungsstation in einer Männergruppe. Von hier waren es noch 4 Kilometer flach hinaus ins Ziel. Einer der Herren erkannte, das ich scheinbar kein Italienisch sprach und erklärte mir, dass ich die dritte Dame sei. Also gab es jetzt kein Trödeln mehr- ich tankte nochmal einen Becher Iso und lief die letzten Kilometer mit dem Herren in Richtung Ziel. Das war super, denn eigentlich war ich schon völlig fertig von der Hitze. Die Beine fühlten sich aber noch frisch an. Dadurch, dass er lief und wir uns unterhielten, konnte ich nicht langsamer werden. Der Weg war nochmal ein richtig schöner, schmaler Trail und die gefürchteten letzten Kilometer vergingen wie im Flug. Man hatte tolle Blicke hinunter ins Tal. Auf einer geraden Passage drehte ich mich das erste Mal um – es war kein Läufer in Sichtweite und wir passierten das “2 to go”- Schild. So wie es aussah, sollte ich als dritte Dame das Rennen finishen. Es ging noch abschließend eine Schleife um das Dorf herum (die war doof, aber wahrscheinlich nötig, um den Marathon vollzukriegen) und dann bog ich in die Zielgerade auf den Marktplatz ein. Nach 2:57 (Ich hatte insgeheim eine Zeit unter 3 Stunden herbeigewünscht) kam ich wieder in Padola und und wurde vom Trail Dolomitica Ecotrail 2016Moderator begrüßt. Und tatsächlich: Ich wurde als dritte Dame angekündigt.  Nun verstand ich auch, warum die Läuferin vor mir sich so beeilt hatte. Sie war letztendlich zwei Minuten vor mir im Ziel und saß noch erschöpft im Zielbereich am Boden. Wir klatschten uns ab und ich nahm meine Finishermedaille entgegen. Ich freute mich einfach wahnsinnig- auf das Podium war ich (von AK jetzt mal abgesehen) noch nie gelaufen und ich muss zugeben, dass ich schon stolz bin, dass ich bei dieser
Hitzeschlacht so gut durchgekommen bin. Kaum durchgeatmet kam als nächste Frau dann auch schon Natalina gemeinsam mit Andre ins Ziel gelaufen. Nach und nach trudelten nun immer mehr Läufer ein und mit jeder einlaufenden Dame freute ich mich mehr…Auch Sissi und Nicole kamen als 14. und 15. von über 30 Damen bei ihrem ersten Trailevent super durch und so waren am Ende alle happy über einen gelungenen Tag und eine tolle Runde rund um den Ort Padola.

Fazit: Das TrailDolomitica Ecotrail /Ecomarathon -Rennen ist ein super organisiertes Event, das tolle Ausblicke in die wunderschönen Berge ringsum bietet. Die Trails auf der 24er-Runde sind mit wenigen Ausnahmen nicht all zu technisch, häufig sind Karrenwege und breitere Wege zu laufen. Immer wieder kommen aber zwischendurch kleine Singletrailpassagen, so dass es nie langweilig wird. Ein absolut empfehlenswertes Rennen, das mit der hier beschriebenen kürzeren Distanz auch gut für Trailrunning-Neulinge geeignet ist.

2017-03-24T07:27:42+00:00