Insgesamt ist der OMM ein spannendes Format, bei welchem man die eigenen Orientierungsfähigkeiten je nach Vorlieben ausprobieren und verbessern kann. Auch als Orientierungslaufeinsteiger braucht man sich vor der Aufgabe nicht zu scheuen. Die vom Veranstalter bereitgestellten Karten geben immer genug Wege her, auf denen man zum Punkt und somit auch zum Ziel kommt. Für den Preis von 90,- Euro je Person würden wir uns aber zumindest am Freitag und Sonntag noch etwas mehr drumherum, wie ordentliches Essen, eine warme Dusche und vielleicht eine Medaille, wünschen.

Bericht “The OMM Alps 2018”

Austragungsort: Garmisch-Partenkirchen / Wettersteingebirge
Dauer: 2 Tage
Tester: Holger & Sebastian

Positiv:

  • Organisation
  • vielseitige Streckenwahl

Geht besser:

  • Preis
  • Essen / Duschen nach dem Zieleinlauf
The OMM Alps 2018

The OMM Alps 2018

Fotos: The OMM / Trampelpfadlauf

Holger und Sebastian wagten sich an das Projekt Original Mountain Marathon in Garmisch-Partenkirchen. Die Bergkulisse rund um den höchsten Fels Deutschlands sollte eine atemberaubende Szenerie versprechen mit ordentlich Höhenmetern und zwei aufregenden Tagen. 

Der OMM ist ein alter britischer Teamorientierungswettbewerb, welcher zuerst unter dem Namen „The Karrimor International Mountain Marathon“ oder einfach „The Karrimor“ seit 1968 stattfindet. Über die Jahre blieb mal abgesehen vom Namen eines gleich, die Rahmenbedingungen des zweitägigen Orientierungslaufs selbst. So hat jedes Zweierteam eine Pflichtausrüstung bestehend aus allem, was man für zwei Tage (Über-)Leben in der Natur so benötigt mitzuführen. Also Zelt, Schlafsack, Kocher, Essen, Wechselwäsche und diverse Pflichtausrüstung wie bei einem Trailultra. Hinzu kommt noch, dass je nach gewähltem Kurs die Kontrollpunkte selbst, entweder in vorgegebener Reihenfolge (LINE COURSES)  oder frei wählbar abzulaufen (SCORE COURSES) sind. Bei beiden Varianten kann man noch zwischen einer langen und kurzen Variante wählen, natürlich mittels einer vom Veranstalter erst unmittelbar am Start bereitgestellten Karte. Der dazugehörige Kompass ist von jedem Teilnehmer ebenfalls mitzuführen und idealerweise auch zu beherrschen. 😉

Der SCORE COURSES, bei dem man die anzulaufenden Punkte selbst wählt, hat ein Zeitlimit, wer zu spät ins Ziel kommt, dem werden ordentlich Punkte abgezogen. Beim LINE COURSES, den wir gewählt hatten, müssen vorgegebene Punkte in einer bestimmten Reihenfolge abgelaufen werden. Die Laufzeiten werden dann von beiden Tagen addiert. Lässt man hier einen Punkt aus, ist man raus. Hinzu kommt, dass immer beide Teammitglieder „stempeln“ müssen und man darauf achten sollte, den richtigen Kontrollpunkt zu erwischen.

Wir starteten also am Samstagmorgen bei typisch britischem Wetter, Nieselregen und “umherwabernder” Nebel in unser gemeinsames Abenteuer. Am ersten Tag wählten wir unsere Strecke eher nach laufbaren Wegen aus, um einfach ein Gefühl fürs Orientieren ohne GPS im Gelände zu bekommen. Das lief an sich auch bis zum vorletzten Punkt gut, dann einmal nicht ordentlich darüber nachgedacht, welcher Weg der richtige ist und einem anderen Team hinterher und zack, gleich falsch. Egal, Extrakilometer sind an sich nicht schlimm, wenn wir nicht schon 40 km mit gut 2800 Hm auf dem Tacho gehabt hätten. Hinzu kommt der Ärger, dass das ein oder andere Team die in der Karte vermerkten Sperrzonen nicht ganz so ernst genommen hatten. Wir hingegen kämpften uns durch den Wald und über Sumpfwiesen, um diese zu umgehen. Aber auch egal, wir sind hier zum Laufen und Spaß haben in den Bergen, nicht zum Gewinnen. Angekommen im Lager, übrigens einer sehr passenden Kulisse an einem alten verfallenen Gemäuer in Leutasch Stanz, hat es wieder ordentlich geschüttet. Somit haben wir erst einmal mit dem Zeltaufbau gewartet, bis es kurzzeitig zu regnen aufgehört hatte. Zwischenzeitlich haben wir etwas Trockenes angezogen, wobei es galt sich zu überlegen was man(n) „verschwendet“, da wir morgen ja noch einmal laufen müssen und nicht unbedingt in nasse Sachen steigen wollten. Zum Abendessen gab es dann Leckeres aus der Tüte vom chef de cuisine “TREK’N EAT”. Ein Punkt noch zur Verpflegung. Hier sollte man sich genau Gedanken machen, was man an einem langen Lauftag während und nach dem Laufen essen will bzw. muss, um wieder zu Kräften zu kommen. Wir hatten etwas wenig dabei.

Der Abend und die Nacht waren von etlichen Regenschauern geprägt und auch am Morgen galt es, die kurzen Regenpausen zu nutzen, um die Sachen halbwegs trocken zu verpacken. Dann ging es schon wieder los, Punkt für Punkt zurück in Richtung Garmisch, auch heute wieder teils auf sehr schönen Pfaden und Off-Trail. Vor allem haben wir uns mit der Navigation deutlich mehr zugetraut und sind einige Abschnitte auch frei orientierend durch’s Unterholz gelaufen oder zumindest da, wo es halbwegs laufbar war, der Rest war eher Speedhiken. Da gab es dann Aufstiege durch das Bachbett und einige “Allrad”-Einlagen, bei dem es steile Hänge hochging. Der durchnässte Rucksack machte die Sache am zweiten Tag nicht leichter, auch wenn es nur 30 km mit gut 1500 Hm waren.

Fazit:
Insgesamt ist der OMM ein spannendes Format, bei welchem man die eigenen Orientierungsfähigkeiten je nach Vorlieben ausprobieren und verbessern kann. Auch als Orientierungslaufeinsteiger braucht man sich vor der Aufgabe nicht zu scheuen. Die vom Veranstalter bereitgestellten Karten geben immer genug Wege her, auf denen man zum Punkt und somit auch zum Ziel kommt. Für den Preis von 90,- Euro je Person würden wir uns aber zumindest am Freitag und Sonntag noch etwas mehr drumherum, wie ordentliches Essen, eine warme Dusche und vielleicht eine Medaille, wünschen.

Unser Material:
Die wohl wichtigste Frage im Vorfeld war das Material. Es musste leicht sein und funktionell. Dank VAUDE und Montane wurden wir schnell fündig.

Zelt

VAUDE Holgan SUL 2P
Anzahl Personen: 2 Personen
Packmaß: 45 x 15 cm
Zeltfläche: 3,3 m²
Innenzeltfläche: 2,8 m²
Gestänge: NFL featherlight 8,7 mm
Gesamtgewicht: 1.450 g
UVP: 600,- €

Für 2 Personen bietet das VAUDE Holgan SUL genügend Platz. Die Rucksäcke und Schuhe finden im Vorzelt genug Platz, ohne nass zu werden.
Im Zelt gibt es dann links und rechts eine Tasche für Kartenmaterial oder andere Kleinigkeiten. Wofür genau die Tasche am Zeltdach ist, wissen wir nicht, aber die eingebaute Leine an der Decke ist super und diente uns als Wäscheleine.
Der Aufbau geht einfach und kann von einer Person problemlos bewerkstelligt werden. Das Konzept ist so, dass man fast nichts verkehrt machen kann.
Ein Platzregen mit stärkerem Wind war für das VAUDE Holgan SUL kein Problem und es blieb dicht. Zudem mussten wir das Zelt auf einer nassen Wiese aufbauen. Im ersten Moment dachten wir, dass der Boden die Feuchtigkeit durchlässt, aber dem war nicht so.
Das Abbauen und Verpacken geht schnell und bedarf keiner besonderen Technik. Der Packsack ist allerding recht groß gewählt.
Hier noch ein Video zum Produkt.

Schlafsack

VAUDE Alpstein 200 DWN
Gewicht: 500 g
Füllgewicht: 200,00 g
Länge: 205,00 cm
Schulterbreite: 80,00 cm
Fußbreite: 55,00 cm
Temperatur Komfort: 7 °C
Temperatur Limit: 2 °C
Temperatur Extrem: -12 °C
Packmaß: 17 x 15 cm
UVP: 350,- €

Ein extrem leichter Daunen-Schlafsack, der zusammen mit der entsprechenden Matte eine Einheit bildet, denn das Unterteil des VAUDE Alpstein 200 DWN ist die Matte, so wird der Schlafsack noch kleiner und leichter. Der Fußbereich ist wiederum als Sack ausgeführt, in den man reinschlüpfen muss. Ist es in der Nacht nicht ganz so kalt, läßt man den oberen Bereich einfach als Decke und befestigt ihn nicht an der Matte. Bei Holgers Wanderung im Mai hingegen war es in der Nacht ziemlich frisch, aber wenn der VAUDE Alpstein 200 DWN an die Matte geklippt ist, hält er richtig warm. Zum Anklippen auf der Matte sind in einer kleinen Tasche, am Kragen vom Schlafsack, vier Klipps, die zum befestigen dienen. Ein sehr cleveres System und auch das Klima während der Nacht fanden wir sehr angenehm.
Noch ein Wort zum Thema Daunen. Hier setzt VAUDE auf den RDS:
Mit dem Responsible Down Standard (RDS) stellt VAUDE sicher, dass die in unseren Produkten verwendeten Daunen oder Federn ausschließlich von tierschutzgerecht behandelten Gänsen, Enten oder anderen Wasservögeln stammen

Matte

VAUDE Performance 7 L
Gewicht: 410 g
Länge: 183,00 cm
Schulterbreite: 51,00 cm
Fußbreite: 51,00 cm
UVP: 140,- €

Die VAUDE Performance 7 L mit einer Primaloft®-Wattierung und einem sehr kleinem Packmaß ist einfach klasse. Wir waren bisher bei der Laufbekleidung von Primaloft schon begeistert und so auch hier. Die Matte muss aufgeblasen werden, was aber gut und schnell geht. Danach hat man eine super dämpfende Schlafunterlage. Die Luftkammern sind so gebaut, dass man diese während des Liegens nicht merkt oder dass die Luft sich von einer zur anderen Kammer drückt. Vor dem Einpacken muss natürlich die Luft raus, dafür stellt man den Verschluss vom Ventil so, das dies offen bleibt. So kann man die Matte einrollen und die Luft rausdrücken.

Fazit zu den VAUDE Produkten
Alle drei Produkte haben uns voll überzeugt und sind bis ins Detail durchdacht. Das hat sicherlich seinen Preis, sind diese doch aber sehr gut verarbeitet, robust, leicht und verfügen über ein geringes Packmaß. Hinzu kommt, dass VAUDE wie wir finden, mit dem Thema Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein einfach Klasse umgeht.

Rucksack

Montane VIA Dragon 20l
Dem Testbericht von Klaus haben wir nicht viel hinzuzufügen. Lediglich ab 5 kg Packgewicht kommt der Montane VIA Dragon an seine Grenzen. Während des zügigen Laufens wackelt er schon sehr. Hier würden wir uns gerade im oberen Bereich einen engeren Sitz am Körper wünschen.

2018-07-30T06:38:23+00:0030.07.2018|

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