Testbericht: Salomon Speedcross Vario

Der Vario ist etwas steif, aber stabil und nach einer Weile merkte ich ihn nicht mehr, allerdings scheint er nicht für längere Läufe konzipiert zu sein. Dennoch ist mir der Fellraser für steile up und downhills lieber, weil er flexibler und weicher ist. Für Läufer, die aber größtenteils eher im Wald laufen aber hin und wieder auch Asphalt aber auch kürzere Trails unter ihren Füßen haben ist er aber der ideale Allrounder.

Salomon Speedcross VarioTestbericht: Salomon Speedcross Vario

Hersteller: Salomon
Modell: Speedcross Vario
Sprengung: 11mm
Gewicht: 318g (EU 42)
Größen: EU 36 – 48
UVP: 114,00 €
Testdauer: 4 Wochen (ca. 60km)
Tester: Klaus

Erster Eindruck und Verarbeitung
Er liegt leicht in der Hand obwohl er das nicht ist. Er wirkt stabil aber auch etwas steif, beides muss man mögen, aber das erläutere ich weiter unten. Die Verarbeitung ist auf Kompaktheit im Schaft und Sohlenbereich und auf Leichtigkeit im oberen Fußbereich ausgelegt. Deswegen spürt man auch die für Salomon eher ungewöhnliche Schnürung direkt auf der Fußoberfläche, was nicht unbedingt ein Nachteil ist. Der Style und die Farben sind eher konservativ, ich könnte es auch langweilig bezeichnen. Die Noppen auf der Sohle sind härter als bei dem normalen Speed Cross.

Salomon Speedcross Vario Salomon Speedcross Vario Salomon Speedcross Vario Salomon Speedcross Vario

Laufeigenschaften, Dämpfung und Protektion, Grip und Stabilität 
Dies ist mein erster Schuhtest, deswegen fasse ich meine persönlichen Eindrücke einfach zusammen, weil ich Schwierigkeiten hatte diese oben erwähnten Kategorien wirklich zu unterscheiden. Wenn man so sagen darf, ich habe eine leichte Aufgabe fürs erste Mal erhalten, einen Speed Cross Vario, also einen neuen Ableger aus der allseits bekannten und lang bewährten Salomon Erfolgsserie des Allround- Trailschuhs (so damit habe ich schon mal zu erkennen gegeben, dass ich schon etwas länger mit dem Traillaufen zu tun habe). Ein Test benötigt ja ein objektives Referenzsystem und einen subjektiven Tester. Letzterer bin also ich und Vergleichsmaßstab sind die anderen von mir gelaufenen Schuhe, von Vibram Barefoot, über La Sportiva Ultra Raptor, Speed Cross und dem Fellraiser zu Hoka Marfate. Mein Testansatz war folgendermaßen: Gemütliche Gassiläufe am frühen Morgen auf Forstwegen auch bei Regen, 2 Speedhikes mit entsprechendem Downhill bei Trockenheit, ein blockiger und welliger Trail sowie einen längeren Lauf von 25 km mit 1000 Höhenmetern, insgesamt habe ich es auf 59 km gebracht. Einen unmittelbaren Vergleich auf einer nahezu identischen Strecke habe ich dann nach Abschluss der Testphase mit den Salomon Fellraser hingelegt.

Was bedeutet Vario bei dem Salomon Speed Cross?
Zunächst einmal: Der Lauf ist sicher. Oder anders ausgedrückt: ich fühlte mich rundum wohl in dem Schuh. Er hat auf Anhieb gepasst, die old-school Schnürung gefällt mir als alter Trailhase und der erste Auftritt und Antritt war fest, selbstbewußt und parkettsicher… pardon trailsicher. Ok, meine Standardrunde kann man nicht so ganz als Trailrun bezeichnen, eher als leicht trailhaltige Joggingrunde, aber vielleicht entspricht das ja gerade dem Vario, also Variabilität zwischen Asphalt und leichtem Geröll. Jedenfalls gab es nichts auszusetzen an dem Schuh, allseits bewährte Speedcross Verarbeitung, fest sitzender Fersenschaft, toll ansprechende Schnürung, die beim Anziehen auch die vorderen Bereiche festzieht und eine geschützte Leichtigkeit im Vorderfuß, die einerseits die Zehenpartie vor Steinen schützt aber andererseits leicht oder besser gesagt mashig genug ist, damit der Fuß atmen kann und sich sogar frei anfühlt. Aber das war ja erst die einfache Premiere zum Eingewöhnen, der Härtetest an meinem steilen Hausberg kommt erst noch.

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Der Vario zeigte sich auch hier sehr stabil und griffig. Er ist vorne wohl enger geschnitten als der klassische Speed Cross und damit hatte ich jeweils die ersten 10 Minuten bei den Testläufen 2 und 3 leichte Belastungsdruckstellen. Das ging aber mit zunehmender Laufdauer vorbei. Salomon Speedcross VarioDer Schuh mag definitiv leichteres und schnelleres Gelände. Bei einem steilen skyrace- artigen uphill Strecke fühlte ich mich im Fersenbereich komischerweise etwas schwimmend. Ganz anders aber, als es dieselbe Strecke bergab ging. Da sitzt der Schuh richtig fest und ich hatte nie das Anstoßen der Zehen an der vorderen Schutzkappe. Die Beschreibung für den Vario passt somit wirklich, er ist gemacht für harten Untergrund und schnellere Läufe und er verzeiht auch leichte Unachtsamkeiten, die gerade am Morgen, wenn man noch nicht so wach ist oder im Herbst, wenn sich unter dem Blätterwald Steine und Wurzel verstecken, auftreten. Ich wurde auch bei den Bergabpassagen stets mutiger und hab ihn einfach laufen lassen. Das Vertrauen hat er mir zurück geschenkt. Und da ich kein leichter Läufer bin, der Schuh aber mit 317 Gramm flockig rüberkommt, kann ich den Schuh wirklich für kurze und mittlere allerdings eher leichte Trailstrecken sehr empfehlen. Anders bei meiner langen Runde. Der Lauf dauerte vier Stunden und danach habe ich schon meine Füße gespürt, das passiert mir beim Ultra Raptor nicht.

Fazit:
Der Vario ist etwas steif, aber stabil und nach einer Weile merkte ich ihn nicht mehr, allerdings scheint er nicht für längere Läufe konzipiert zu sein. Dennoch ist mir der Fellraser für steile up und downhills lieber, weil er flexibler und weicher ist. Für Läufer, die aber größtenteils eher im Wald laufen aber hin und wieder auch Asphalt aber auch kürzere Trails unter ihren Füßen haben ist er aber der ideale Allrounder.

2017-03-24T07:28:51+00:00