Testbericht: Raidlight Trail Dual Finger

Der Trail Dual Finger versucht, mit einem neuen Feature eine Marktlücke zu finden. Dies gelingt aber nur bedingt, denn die spezielle Dualpassform bietet keine merklichen Vorteile und birgt eher ein paar Schwachstellen, die den Schuh auf seinem Einsatzgebiet einschränken. Für Läufe auf weichen Waldwegen ist er allerdings zu empfehlen und macht durch sein geringes Gewicht und niedrige Sprengung Spaß. Läufer, die gerne Neues ausprobieren, haben mit diesem Schuh sicher eine neuartige Alternative, um der Fußmuskulatur alternative Anreize zu setzen.

Raidlight Trail Dual FingerTestbericht: Raidlight Trail Dual Finger

Hersteller: Raidlight
Modell: Trail Dual Finger
Sprengung: 3 mm
Gewicht: 270 g ( EU 42)
Damengröße: EU 37 1/3 – 41 1/3
Herrengröße: EU 40 – 46
UVP: 120,- €
Testdauer: 5 Wochen ( zusammen ca. 120km)
Tester: Manishe und Holger

Kurze Beschreibung
Der Trail Dual Finger ist ein leichter und dynamischer Komfortschuh. Er wurde mit der japanischen Marke Lafeet zusammen entwickelt, welche seit mehreren Jahren diese Art von Schuhen produziert. Ausgezeichnete Bodenhaltung und Komfort sind seine Schwerpunkte. Dank des Dual Finger Systemes und trotz seiner Leichtigkeit ist der Halt des Fusses deutlich verbessert am Schräghang und beim Abstieg. Dieses System verbessert auch die Propriozeptionsgefühle sowie das Gefühl, barfuß zu laufen.

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Erster Eindruck und Verarbeitung
Der Schuh ist hochwertig, alle Nähte sind sauber verarbeitet. Er ist leicht und flexibel und auch die Farbgebung ist sommerlich bunt und ansprechend. Besonders fällt natürlich die Dualpassform auf – ob sich diese beim Laufen wirklich so bewährt und Vorteile bietet, wie vom Hersteller beschrieben, bleibt abzuwarten.

Passform und Schnürung
Die Passform des Schuhs ist sehr weit und er fällt groß aus. Für eher schmale Füße ist er daher ungeeignet und auch bei normalen Füße sollte man eng schnüren und eher eine Nummer kleiner kaufen. Die Schnürung hält gut, wobei die Senkeltasche zu groß ist und die Schnürsenkel heraus rutschen. Achtung! Die Dualpassform erfordert extra Zehensocken. Wir empfanden die Dualpassform als gewöhnungsbedürftig, vor allem wenn man, wie beide Tester, vorher nie Zehen-Schuhe getragen hat. Die Schuhe sind aber zunächst beim ersten Anziehen nicht unbequem, eben nur anders und ungewohnt.

Laufeigenschaften
Der Schuh gibt sehr direkte Rückmeldung vom Boden, ist weich und bietet weniger Halt. Man merkt beim Laufen auf flachen Strecken fast keinen Unterschied zur herkömmlichen Passform. Hier empfanden beide den Schuh durch sein geringes Gewicht, flexible Sohle und niedrige Sprengung als lauffreudig und dynamisch.

Beim Downhill allerdings ist es nicht angenehm, wenn der Schuh zwischen die Zehen drückt. Aus der Dualpassform ergeben sich außerdem auch zusätzliche Reibepunkte an den Zehen, die bei längerem Laufen unangenehm werden können. Ein weiteres Problem dieser speziellen Passform ist, dass sich kleine Steine in dem separaten Zwischenraum des großen Zehs ansammeln und dies Manishe zu dem ein oder anderen Halt gezwungen hat, um diese wieder zu entfernen.

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Dämpfung und Protektion
Der Schuh bietet kaum Dämpfung, spitze Steine merkt man deutlich. Für lange Läufe auf unebenem, steinigem Untergrund ist der Schuh daher weniger geeignet. Der Zehenschutz wurde von den Testern als gut empfunden.

Grip und Stabilität
Die spezielle Passform schränkt den Schuh in seinem Einsatzgebiet ein: Auf nassen Waldwege schlägt sich der Schuh sehr gut. Und auch auf felsigen Wegen mit eher großen Felsen/Steinen bietet der Schuh ausreichend Grip. Bei steinigen Wegen mit viel Kies hingeben wird es unangenehm, wenn sich kleine Steine in dem Zwischenraum ansammeln.  Für schlammigen Untergrund ist der Schuh nicht zu empfehlen. Da bietet die Sohle nicht ausreichend Halt.

Fazit
Der Trail Dual Finger versucht, mit einem neuen Feature eine Marktlücke zu finden. Dies gelingt aber nur bedingt, denn die spezielle Dualpassform bietet keine merklichen Vorteile und birgt eher ein paar Schwachstellen, die den Schuh auf seinem Einsatzgebiet einschränken. Für Läufe auf weichen Waldwegen ist er allerdings zu empfehlen und macht durch sein geringes Gewicht und niedrige Sprengung Spaß. Läufer, die gerne Neues ausprobieren, haben mit diesem Schuh sicher eine neuartige Alternative, um der Fußmuskulatur alternative Anreize zu setzen.

2017-03-24T07:29:20+00:00