Testbericht: New Balance MT610 GTX V3

Selten ist es unseren Testern so schwer gefallen, einen Schuh zu bewerten. Einerseits sitzt er gut und fest am Fuß, ist leicht und direkt; andererseits hat er trotzdem eine gewisse Schwerfälligkeit und Steifheit. Die Tester würden den Schuh für nasse/kalte Tage empfehlen. Die Sohle macht bei jedem Untergrund eine gute  Figur.  Bei langen Touren, die auch viel über steiniges und hartes Terrain führen, muss man es schon gewohnt sein, mit wenig Dämpfung lange laufen zu können.

New Balance MT610 GTX V3Testbericht: New Balance MT610 GTX V3

Hersteller: New Balance
Modell: MT610 GTX V3
Sprengung: 8mm
Gewicht: 271g (Eu 43)
Damengröße: EU 37 – 42
Herrengröße: EU 41,5 – 47
UVP: 99,95 €
Testdauer:  4 Wochen 50 km
Tester: Manishe und Christian C.

Kurze Beschreibung
Robust, haltbar und wasserdicht: Der New Balance 610v3 mit Gore-Tex® ist in jedem Gelände ein zuverlässiger Begleiter. Die flexible Sohleneinheit mit dem griffigen Profil bietet viel Halt.

Erster Eindruck und Verarbeitung
Auf den ersten Blick ist der New Balance ist ein unauffälliger Schuh, die Farbgebung ist sehr neutral. Farbenfroh wird es erst bei der Sohle. Die Verarbeitung sieht, so wie man es von New Balance gewohnt ist, hochwertig aus. Beim genaueren Hinsehen fällt das ausgefallene Schnürsystem auf: ein silbernes Band geht einmal komplett oberhalb um den Schuh herum und soll so den Fuß fixieren. Manishe und Christian sind gespannt, ob sich dieses System bewährt.

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Passform und Schnürung
Der Schuh trägt sich von Anfang an sehr komfortabel. Gerade die Zehenbox ist relativ breit, so dass die Füße gut Platz finden. Auch beim ersten Einlaufen hat nichts gerieben oder gedrückt. Die oben erwähnte ausgeklügelte Schnürung bewährt sich absolut: Durch die zusätzliche Fersenschnürung ist der Fuß fest und sicher eingebunden, ohne aber dass es einengen würde. Es gibt keine gesonderte Senkeltasche, die Schnürung hält aber gut. Die Tester mussten auch bei längeren Läufen nicht nachschnüren.

Laufeigenschaften
Die 8 mm Sprengung erscheinen für Läufer, die hauptsächlich Minimalschuhe tragen, sicher schon viel, allerdings machen sich diese kaum bemerkbar: der Schuh ist leicht und durch die geringe Dämpfung (siehe unten) sehr direkt. Manishe empfindet die Sohle zu Beginn allerdings als etwas steif, so dass das Abrollverhalten nicht ganz flüssig ist. Das bessert sich mit der Zeit, wenn der Schuh etwas eingelaufen ist, ein wirklich dynamisches Laufverhalten will aber irgendwie nicht entstehen. Bei der Männerversion ist die Sohle von Beginn an super flexibel, aber durch die recht breite Sohlenkonstruktion ist, wie beim Damenmodell, die Dynamik etwas eingeschränkt.

Durch die Goretex Membran ist er vor allem für kühleres Klima geeignet. Läufe in nasskaltem Wetter meistert der Schuh ohne Probleme: Manishe hatte ihn im Schnee und Regen getragen, da half die GTX Funktion, lange warme und trockene Füße zu behalten. Sobald die Temperaturen aber steigen, ist der Schuh zu wenig atmungsaktiv und die Füße werden schnell zu warm.

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Dämpfung und Protektion
Die Dämpfung der Schuhe ist von der Testerin als eher hart empfunden worden. Einerseits bietet der New Balance dadurch guten Kontakt zum Untergrund und ermöglicht somit Halt und Sicherheit auch auf unebenen Wegen. Andererseits wirkt die geringe Dämpfung sich bei längeren Läufen belastend auf die Beine aus. Wer sonst mit wenig Dämpfung läuft, wird diese als akzeptabel empfinden. Die Protektion im Zehenbereich und zu den Seiten ist völlig ausreichend, da hatten Manishe und Christian zu keiner Zeit Probleme.


Grip und Stabilität
Für Läufe auf Asphalt ist der Schuh nicht gemacht, dazu ist er zu hart. Auf Waldwegen, Wiesen und Wurzeln dagegen bietet die Sohle guten Grip und auch im Downhill hatten Manishe und Christian das Gefühl, immer genügend Halt und somit Sicherheit zu haben. Man New Balance MT610 GTX V3spürt Steine und Wurzeln durch die Sohle, wobei das nicht als schmerzhaft oder störend empfunden wurde, sondern – ganz im Gegenteil – die notwendige Voraussetzungen bietet, um dem Schuh auch bei unebenem Boden und schnelleren Einheiten zu vertrauen. Vor allem auf nassen Wegen und schlammigem Untergrund kann die griffige Sohle überzeugen. Auf nassem Stein dagegen rutscht man leicht, wobei das ehrlicherweise bei den meisten Schuhen der Fall ist. Manishe empfand den Schuh auch als genügend stabil, manchmal sogar als zu stabil und steif. (s.o. Laufeigenschaften).

Fazit
Selten ist es unseren Testern so schwer gefallen, einen Schuh zu bewerten. Einerseits sitzt er gut und fest am Fuß, ist leicht und direkt; andererseits hat er trotzdem eine gewisse Schwerfälligkeit und Steifheit. Die Tester würden den Schuh für nasse/kalte Tage empfehlen. Die Sohle macht bei jedem Untergrund eine gute  Figur.  Bei langen Touren, die auch viel über steiniges und hartes Terrain führen, muss man es schon gewohnt sein, mit wenig Dämpfung lange laufen zu können.

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2017-03-24T07:29:22+00:00