Mizuno Wave Cabrakan 5 Hersteller: Mizuno (http://www.mizuno.eu/de/)
Modell: Wave Cabrakan 5
Sprengung: 12mm
Gewicht:  345 g (EU 42)
Herrengrösse: EU 42 – 49,5
Damengrösse: EU 36,5 – 41,5
Testdauer: 3 Wochen ( ca. 30 km)
Tester: Donald Schuster

Produktbeschreibung Hersteller:
Kontrolle auf unsicherem Untergrund! Der Wave Cabrakan 5 ist der perfekte Begleiter für jedes Gelände! Die Trittsicherheit und Stabilität dank Wave Platte und Zwischensohle aus ap+ werden durch Querverstrebungen im Vorfußbereich verstärkt! Die robuste Außensohle sorgt für den nötigen Grip.

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Erster Eindruck und Verarbeitung:
“Hmmm, eine ganze Menge Schuh, relativ schwer, steif und optisch grenzwertig.” – Don Downhill

Das wasserabweisende, dicke  Mesh und eine grellgelbe, keilförmige Sohle mit eingearbeiteter “Wave-Plate” lassen den Schuh wie einen Straßenschuh mit aufgeschweißter Trailsohle erscheinen. Die Sohlenkonstruktion ist schon fast “Hoka”-mässig dick, aber gleichzeitig sehr verwindungssteif. Man muss schon erhebliche Kraft aufbringen, um den Schuh “in sich” zu verdrehen. Der Schuh ist sauber verarbeitet, allerdings besteht der Zehenschutz am oberen Rand nur aus einer relativ dünnen Gummischicht, die im Ernstfall wohl keinen ausreichenden Schutz bietet.

Passform und Schnürung:
Die Größe fällt normal aus und Donald passt die EU46 daher perfekt. Das Meshgewebe schmiegt sich eng an den Fuß und die Zehen haben ausreichend Platz. Die Schnürung ist leicht asymmetrisch und wenn man das letzte, obere  Loch als “Marathonschnürung” mitbenutzt, sind die Schnürsenkel lang genug. Eine Schnürsenkeltasche fehlt leider. Die Schnürung wird sich für unseren Tester  leider im späteren Verlauf  als negativer Knackpunkt herausstellen. Dazu nach dem Fazit mehr…

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Laufeigenschaften:
Wer Trailrunning eher mit einem minimalistischen Ansatz verfolgt, braucht hier eigentlich nicht weiterzulesen. Beim Wave Cabrakan 5 heißt die Devise: Langstrecke, Dämpfung, Stabilität.

345 Gramm und 12mm Sprengung (25mm/13mm) sprechen eine eindeutige Sprache. Hinzu kommt eine Sohle, die, wie eingangs beschrieben, sehr steif ist. Das ergab für Donald ein eher undynamisches Laufgefühl, da der Wave Cabrakan wegen dieser Steifigkeit nicht richtig abrollte. Der hohe Stand tut sein Übriges. Man knallt immer irgendwie noch mit der Ferse auf, ob man will oder nicht. Auf weichem Waldboden oder Gras ist das zu verschmerzen, aber sobald man harte Forstautobahnen, Geröll etc. unter die Füße bekommt, staucht es einen trotz der sehr guten Dämpfung gerade bergab zusammen. Beim Laufen parallel zum/am Hang und bei steilen Uphills zeigt sich die Verwindungssteifigkeit besonders. Ein bisschen mehr seitliche Flexibilität wäre sehr wünschenswert.

Spontan offroad in die Botanik sprinten ist ganz ok, aber der Schuh bleibt seltsam seelenlos und richtige Freude kommt nicht auf. Den Untergrund selbst spürt man kaum. Spitze Steine sind kein Problem. Und über groben Schotter walzt der Cabrakan 5, als wäre es Popcorn.

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Dämpfung:
Viel! Das von Mizuno “AP+” getaufte Zwischensohlenmaterial macht seinen Job eigentlich sehr gut und soll länger die Form behalten. Durch den ungewohnt hohen Stand besteht für den Minimalisten erhöhte Umknickgefahr. Wer solche Dämpfungsmonster gewohnt ist und favorisiert, kommt aber voll auf seine Kosten. Die Härte und Steifigkeit der Sohle macht dieses Plus an Dämpfung aber leider wieder zunichte (siehe oben).

Grip:
Beim ersten Lauf, auf trockenem Untergrund, in jeder Situation, egal ob up- oder downhill, Fels, Wurzel oder Laub, immer einwandfrei und nicht zu beanstanden.

Beim zweiten Lauf (nass, feucht…einen Tag nach einem heftigen Gewitter) kehrte sich das Bild leider um: Im nassen Gras und im Matsch bei leichter Kurvenlage/Querbeschleunigung hatte Donald mehrmals Mühe, sich auf den Beinen zu halten. Fels und Wurzeln hat er nach einer heftigen Schrecksekunde im weiteren Testverlauf gemieden. Auch ansonsten gab es viele kleine Wackler und Rutscher, die bergauf Kraft und beim Downhill Nerven kosteten.

Fazit:
Der Wave Cabrakan 5 ist ein Trailschuh, der sich leider einige Schwächen leistet. Die zu harte und auf nassem Untergrund schwächelnde Sohle macht aus einem an sich gut gedämpften, gutmütigen Trailschuh schon fast einen (Speed-)Hikingschuh.

Wer eher gemütlich bei Panorama-Marathons oder Ultras, vorwiegend auf Forstwegen oder in (trockenem) alpinem Gelände, unterwegs ist, kann zugreifen.

Hinweisen möchte Donald noch auf  ein Phänomen, dass er so noch bei keinem Laufschuh erlebt habe:
“Beim ersten Testlauf bekam ich nach ca. 6 km, nach einigen Bergauf-Passagen, ein leicht taubes Gefühl in den beiden äusseren, kleinen Zehen, das sich bald auf den gesamten Vorfuss ausbreitete. Beim rechten Fuß etwas mehr als beim linken (Mein linker Fuß ist ein klein wenig größer…) Zunächst dachte ich, ich hätte den Schuh zu fest geschnürt und lockerte die Schnürung ein wenig. Das brachte wenig Linderung. So liess ich das “letzte Loch” in der Schnürung offen, was den erhofften Erfolg brachte, aber den an sich guten Fersenhalt torpedierte. Es scheint so, als würde (zumindest bei mir)  beim Bergauflaufen “voll geschnürt”, wenn sich denn die Sohle mal durchbiegt, ein Nerv eingeklemmt, der den Vorfußbereich betrifft. Das Ganze ließ sich beim zweiten Lauf reproduzieren. Wieder bekam ich nach ein paar Kilometern bergauf taube Zehen, was das Laufvergnügen doch sehr trübte.
Kurz: Es gelang mir in mehreren Versuchen nicht, eine Schnürungsvariante zu finden, die mir einerseits nicht taube Füße beschert und andererseits einen optimalen Halt im Schuh gibt. Von einem eigentlich vorgesehenen dritten Lauf habe ich deshalb abgesehen.”

2017-03-24T07:30:32+00:0014.05.2014|