Testbericht: HydraQuiver Vest Pack 1 – 2.0

Innovation um jeden Preis? So könnte man das Fazit kurz und prägnant formulieren. Wer nur eine Trinkflasche (oder -Flask) zum Laufen mitnehmen möchte, dürfte mit einem Trinkgürtel viel besser zurechtkommen. Wer mehr verstauen möchte, benötigt einen “richtigen” Rucksack. Und nicht zuletzt der happige Preis dürfte verhindern, dass der HydraQuiver von Orange Mud eine größere Verbreitung findet.

Testbericht: HydraQuiver Vest Pack 1 – 2.0HydraQuiver Vest Pack 1 - 2.0

Hersteller: Orange Mud
Modell:  HydraQuiver Vest Pack 1 – 2.0
Gewicht: 278 g
Volumen: n.a.
Größen: Einheitsgröße
UVP: 120,00 €
Testdauer: 3 Monate
Tester: Christian R.

Kurze Beschreibung
Beim HydraQuiver Vest Pack von Orange Mud handelt es sich nicht um einen gewöhnlichen Laufrucksack, sondern um eine Art Flaschenhalter am Rücken mit diversen Zusatztaschen. Innovativ, ob sich das Konzept allerdings in der Praxis bewährt, soll der Test klären.

Erster Eindruck und Verarbeitung
Dort, wo man bei einem Rucksack normalerweise (mindestens) ein großes Hauptfach findet, steckt im HydraQuiver lediglich eine 0,7-l-fassende Trinkflasche in einer dafür vorgesehenen Halterung. Erinnert auf den ersten Blick ein wenig an einen “Raketenrucksack”! Die Schulterriemen und die Frontseiten sind dagegen mit einigen Taschen ausgestattet.Die Verarbeitung wirkt wertig und haltbar. Das schwarz-orange Design weiß durchaus zu gefallen.

Passform und Tragekomfort
Den HydraQuiver gibt es nur in einer Einheitsgröße. Angepasst wird er mittels zweier Riemen an der Seite. Dies funktioniert recht gut, allerdings sitzt der Rucksack ungewohnt hoch. Laut Beschreibung sollen diese beiden seitlichen Gurte eher straff angezogen werden, damit der Rucksack beim Laufen nicht wackelt. Die beiden elastischen Riemen an der Frontseite sollen lediglich der Fixierung dienen. Unser Tester empfand den Rucksack bei dieser Vorgehensweise zu einengend unter den Achseln. Eine straffere Fixierung durch die Frontgurte setzt allerdings einen entsprechend großen Brustumfang voraus. Hier macht sich die Einheitsgröße auf jeden Fall negativ bemerkbar.

Taschenkonzept und Details
Wie eingangs erwähnt, besitzt der Rucksack kein Hauptfach, sondern dient im Wesentlichen als Flaschenhalter am Rücken. Links und rechts neben der Halterung gibt es zwar zwei Mesh-Einschubfächer, aufgrund des hohen Sitzes des Rucksacks sind diese aber während des Laufens praktisch unerreichbar. Auf der Frontseite der Träger befinden sich zwei recht große mit jeweils einer Kordel verschließbare Taschen. Packt man diese voll, hat man diese allerdings ständig im Sichtfeld – ebenfalls aufgrund des hohen Sitzes. Für was die beiden kleineren Taschen direkt auf den Schultern gedacht sind, blieb unserem Tester ein Rätsel, da dies den Tragekomfort stark beeinträchtigt.

HydraQuiver Vest Pack 1 - 2.0 HydraQuiver Vest Pack 1 - 2.0 HydraQuiver Vest Pack 1 - 2.0

Auf dem Trampelpfad
Entsprechend festgezurrt wackelt der Rucksack (bzw. die Flasche am Rücken) kaum. Einen guten Kompromiss aus Komfort und wenig Wackeln zu ermitteln, ist allerdings nicht ganz einfach.
Durch den hohen Sitz erreicht man auch während der Aktivität die Trinkflasche recht gut. Beim Zurückstecken muss man außerdem weniger zielen als zunächst angenommen, das funktioniert nach etwas Übung recht gut. Die vorderen Taschen lassen sich gut handeln, die anderen Taschen sind, wie bereits beschrieben, mehr oder weniger nutzlos.

Fazit
Innovation um jeden Preis? So könnte man das Fazit kurz und prägnant formulieren. Wer nur eine Trinkflasche (oder -Flask) zum Laufen mitnehmen möchte, dürfte mit einem Trinkgürtel viel besser zurechtkommen. Wer mehr verstauen möchte, benötigt einen “richtigen” Rucksack. Und nicht zuletzt der happige Preis dürfte verhindern, dass der HydraQuiver von Orange Mud eine größere Verbreitung findet.

2018-06-18T06:40:53+00:00