Testbericht: Garmin epix

Die epix bietet wie die Fenix3 eine ungeahnte Vielzahl von Funktionen für Multisportler direkt ans Handgelenk. Die Uhr wird schnell zum zuverlässigen Partner beim täglichen Trainingseinsatz. Ob die Darstellung von Karten auf einem Display in Briefmarkengröße tatsächlich einen Mehrwert bringt, muss allerdings angezweifelt werden. Dazu scheinen Handheld-Geräte oder moderne Smartphones nach wie vor eindeutig die Nase vorn zu haben.

Garmin epixTestbericht: Garmin epix

Hersteller: GARMIN
Modell: epix
Geräteabmessungen: 50,8 x 53,3 x 17,8 mm
Anzeigeart: 205 x 148 Pixel, transreflektives Farb-Chroma
Gewicht: 85 g
Batterie: Lithium-Ionen-Akku
Betriebsdauer: Bis zu 16 Wochen im Uhrmodus, 24 Stunden im GPS-/GLONASS-Modus, 50 Stunden im UltraTrac-GPS-Modus
UVP: 499 €
Testdauer: ca. 8 Wochen
Tester: Christian R.

Beschreibung des Herstellers
Die epix ist das erste Garmin-Navigationsgerät, das einen hochauflösenden Farb-Touchscreen und vorinstallierte Karten für Europa an deinem Handgelenk verfügbar macht. Im internen Speicher von 8 GB hat zusätzliches Kartenmaterial Platz, beispielsweise hochwertige regionale TOPO PRO- oder TOPO Light-Karten und BirdsEye-Satellitenbilder. Die innovative EXO-Edelstahlantenne mit integriertem GPS- und GLONASS-Empfänger ermöglicht eine schnellere Satellitenerfassung und höhere Genauigkeit.

Erster Eindruck und Verarbeitung
Die Garmin epix macht einen sehr robusten Eindruck. Während sich das breite und weiche Armband angenehm um das Handgelenk schmiegt, wirkt das Gehäuse zunächst etwas massiv, was sich beim Tragen allerdings nicht bemerkbar macht. Inwieweit aber das doch etwas klobig wirkende Design als alltagstauglich gelten darf, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Die Grundfunktionen der Uhr sind mithilfe der fünf Bedienknöpfe, die einen deutlichen Druckpunkt aufweisen, sehr intuitiv zu bedienen. Obwohl der Tester noch keine Garmin Multifunktionsuhr vorher benutzt hat, konnte er die epix ohne Zuhilfenahme einer Anleitung sofort einsetzen.

Die Lesbarkeit der Anzeige hängt stark von den Lichtverhältnissen ab. Bei schlechtem Licht wirkt die Anzeige sehr dunkel und wenig kontrastreich. Eine Einstellung der Helligkeit ist derzeit leider nicht möglich. So kommt man selbst untertags oft nicht drumherum, die Hintergrundbeleuchtung zu aktivieren, was unpraktisch ist und unnötig Akkukapazität kostet.

Garmin epix Garmin epix Garmin epix Garmin epix

Funktionalität
Abgesehen von der Kartenfunktionalität unterscheidet sich die epix kaum von der Fenix3, die bereits hier ausführlich getestet wurde: (Testbericht Fenix 3). Hier die Unterschiede im Detail:

  • Die Auflösung der epix entspricht nur etwa 64 % der Fenix3.
  • Die epix unterstützt die Bedienung per Touchscreen (dazu unten mehr).
  • Während die Fenix3 bis 100 m Tiefe wasserdicht ist, schafft das die epix nur bis 50 m.
  • Die epix unterstützt kein WLAN.

Garmin epixKarten
Das Feature, mit dem die epix hauptsächlich von Garmin beworben wird, ist natürlich die Darstellung von hochaufgelösten Karten am Handgelenk. Ausgeliefert wird die Uhr standardmäßig mit der sogenannten Freizeitkarte Europa (umfasst 44 Länder). Für Asphaltläufer und Rennradfahrer mag diese für die meisten Zwecke ausreichen, für Trailrunner bietet dieses Kartenmaterial keinen Mehrwert. Positiv allerdings, dass der Kauf der epix auch ein Einjahresabo für BirdsEye-Satellitenbilder beinhaltet. Diese sehr hochaufgelösten Satellitenbilder können z. B. einfach mit der Garmin-Software Basecamp auf die epix geladen werden (oder dort auch direkt angesehen werden). Sind die Karten erst mal auf der Uhr installiert und man befindet sich im Bereich der heruntergeladenen Bilder, werden diese automatisch statt der Standardkartenansicht angezeigt.

Doch nun offenbart sich das Hauptproblem der Kartendarstellung. Das Display ist einfach viel zu klein, um vernünftig mit der Karte arbeiten zu können. Zoomt man zu weit in die Karte, ist man nur noch am Scrollen, zoomt man zu weit raus, kann man keine Details mehr ablesen. Hier verlässt man sich besser auf Funktionen wie Trackback oder der automatischen Alarmierung, sobald man einen vorgegebenen Track verlässt, was z. B. auch die Fenix3 kann, anstatt auf der Karte nach dem Weg zu suchen.

Touchscreen
Neben der Bedienung durch die fünf Funktionsknöpfe lässt sich die epix auch per Touchscreen bedienen. Während dies zur Durchführung von Einstellungs- bzw. Anpassungsarbeiten ganz nützlich sein kann,  bringt dies während der Sportaktivität keinen Vorteil. Im Gegenteil, hier ist die Bedienung über die Knöpfe deutlich effizienter und zielsicherer.

GPS-Genauigkeit
“Die innovative EXO-Edelstahlantenne mit integriertem GPS- und GLONASS-Empfänger ermöglicht eine schnellere Satellitenerfassung und höhere Genauigkeit.” So bewirbt Garmin die GPS-Funktionalität der epix. Die Satellitenerfassung erfolgt tatsächlich meist sehr schnell. Insbesondere an Orten, wo GPS schon aktiviert war, ermöglicht das Caching der Positionen einen beinahe sofortigen Start der Funktion.

Was die Genauigkeit betrifft, hat unser Tester unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Nicht täuschen lassen sollte man sich allerdings durch die Kartendarstellung auf Garmin Connect, der Online-Plattform zur Auswertung der Aktivitäten. Selbst wenn man an der epix die Track-Genauigkeit auf eine Sekunde gestellt hat, werden hier die Strecken nicht detailgenau angezeigt. Dies erreicht man, wenn man sich einen Original-Track exportiert (in der Aktivitätsansicht von Garmin-Connect auf das kleine Zahnrädchen klicken und dann Original exportieren auswählen) und anschließend auf gpsies.com oder (nach entsprechender Konvertierung) Google Earth anzeigt. Hier drei Beispiele (Aufzeichnungsgenauigkeit jeweils eine Sekunde):

Der aufgezeichnete Track liegt teilweise deutlich neben dem Feldweg, in den 90-Grad-Kurven zeigt sich ein “Einschwing-Effekt”. In eigentlich offenem Gebirgsgelände liegt die aufgezeichnete Strecke deutlich neben dem Pfad. 15 mal den selben Hügel rauf und runter (und immer den selben Pfad!), 15 unterschiedliche Aufzeichnungen!?

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Konnektivität
Mit dem mitgeliefertem USB-Kabel kann die epix mit einem PC oder wie im Falle unseres Testers mit einem Mac verbunden werden. Die Synchronisation auf diese Weise klappte in beide Richtungen immer tadellos.

Anders sieht es mit der Möglichkeit aus, die Uhr über Bluetooth und einem Smartphone zu synchronisieren. Während das Übertragen von Emails oder Textnachrichten vom Smartphone auf die epix gut funktionierte (über die Sinnhaftigkeit lässt sich natürlich streiten, vielleicht will man ja gerade beim Laufen mal seine Ruhe haben), klappte die umgekehrte Richtung nur sporadisch. Das Übertragung der Tracks ist in 9 von 10 Fällen abgebrochen.

Fazit
Die epix bietet wie die Fenix3 eine ungeahnte Vielzahl von Funktionen für Multisportler direkt ans Handgelenk. Die Uhr wird schnell zum zuverlässigen Partner beim täglichen Trainingseinsatz. Ob die Darstellung von Karten auf einem Display in Briefmarkengröße tatsächlich einen Mehrwert bringt, muss allerdings angezweifelt werden. Dazu scheinen Handheld-Geräte oder moderne Smartphones nach wie vor eindeutig die Nase vorn zu haben.

2017-03-24T07:29:08+00:00