Dynafit Feline UltraTestbericht: Dynafit Feline Ultra

Hersteller: Dynafit
Modell: Feline Ultra
Sprengung:  8mm
Gewicht:  340g (EU 43)
Damengrößen: EU 37-42  (auch halbe Nummern)
Herrengrößen: EU 41-47 (auch halbe Nummern)
Testdauer: 5 Wochen (ca. 65 km)
Preis: 145,00 €
Tester: Klaus

Produktbeschreibung
Der Dynafit Feline Ultra Laufschuh ist meines Erachtens entgegen der Beschreibung des Herstellers zumindest nicht der “perfekte” Begleiter für lange Geländeläufe auf hartem, kompakten Untergrund. Auch empfand ich nach einem 28 km langen Lauf die Dämpfung alles andere als “ausgezeichnet” und bei der Steifheit des Schuhs konnte nicht davon die Rede sein, dass er zuverlässig die Bewegung unterstützt. Aber nach einer gewissen Eingewöhnungszeit schätzte ich im schwierigen Gelände gerade diese Robustheit und Stärke des Schuhs und fand Gefallen an ihm.

Erster Eindruck und Verarbeitung
Zuerst dachte ich, ich hätte ein Haufen Plastik in der Hand, aber bei näherem Hinsehen entpuppte sich der Schuh als sehr filigran verarbeitet und die Oberfläche weist verschiedene Materialien je nach Beanspruchung und Funktion auf.

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Dynafit Feline UltraPassform und Schnürung
Das QuickLace System funktioniert sehr direkt und gleichmäßig ohne das ich irgendeinen Striemen nachjustieren musste. Dasselbe gilt auch, wenn ich die Schnürung wieder gelockert habe. Der Schuh passt wie angegossen und auch der Fußraum ist für meinen eher breiten Fuss sehr bequem. So kann ich die Beschreibung des Herstellers dass die “Kombination aus Form Fitted Obermaterial und Sensitve Fit + Konstruktion” eine “rund um den Mittelfuß präzise Passform” bietet aber dennoch “genügend Raum im vorderen Fußbereich” belässt nur bestätigen. Allerdings sagt die anfängliche Passform leider gar nichts darüber aus, wie sich der Fuß dann nach den ersten Kilometern eines Traillaufs anfühlt, nämlich etwas taub und leicht schmerzhaft, auch eine lockere Schnürung half dabei nichts. Einzig bei leichteren Bergab-Passagen konnte ich elfengleich laufen.

Laufeigenschaften
Also die ersten Laufversuche waren noch nicht von einem Erfolgserlebnis gekrönt aber mit der Zeit und so ca. nach 30 km kam ich mit dem gesamten Fußbett besser zurecht. Das ganze wurde eine Einheit, als ich meine große Testrunde mit Bachquerung, Schneefelder, Geröll und nassen Wiesen absolvierte. Bei diesem Lauf wurden wir Freunde und ich fand großen Gefallen an der Griffigkeit der Sohle und dem festen Schaft.  

Dämpfung und Protektion
Die Dämpfung ist sehr hart und der ganze Schuh ist für mich zu steif und rigide. Zwar gibt das Pluspunkte in der Protektion, gerade bei Schotterabhängen (Teststrecke für die Münchner Voralpenläufer: die Schinder – Nord-Ostroute), aber ich kann mir nicht vorstellen den Dynafit Feline Ultra für längere Trailläufe zu benützen (und dafür wurde er ja offenbar konzipiert).

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Grip und Stabilität
Die Bodenhaftung und Griffigkeit der Sohle ist gut aber im direkten Vergleich auf meinem Lieblingssteilhang nach der Schneeschmelze konnte der Dynafit Feline Ultra nicht mit dem Adidas Terrex mithalten. Zugegeben hinkt der Vergleich ein wenig, denn der Dynafit ist ja auch für lange Läufe auf hartem Gelände gedacht und nicht für kurze, extrem steile Berghänge. Was die Stabilität anbetrifft kann man geteilter Meinung sein. Einerseits ist durch die Robustheit des Schuhs die Stabilität enorm fest und kompromisslos und das auch noch nach 65 km, andererseits störte gerade mich die Steiffheit und Festigkeit. Vielleicht kommt der Schuh tatsächlich erst bei ununterbrochenem Einsatz nach 70, 80 km voll zur Geltung, allerdings nicht bei meiner Fussform. Ich musste zumindest am Anfang die Schuhe regelmäßig nach ca einer Stunde für ein paar Minuten ausziehen um meine Füße zu beruhigen.

Fazit
Der Dynafit Feline Ultra und ich sind spät Freunde geworden. Der Schuh ist sehr gut verarbeitet, hat eine sehr griffige Sohle und weist eine enorme Stabilität gerade bei längerem Einsatz auf. Aber mir persönlich ist er deswegen zu steif und hart und ich kann mir einfach nicht vorstellen, den Schuh bei wirklich langen Läufen jenseits der 40 km zu tragen.

2017-03-24T07:28:11+00:0019.04.2016|

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