Testbericht: Columbia Titanium Outdry Rain Jacket

Die Columbia Titanium Outdry Rain Jacket ist eine nicht zu leichte aber dafür absolut regendichte Jacke für lange, sehr nasse Läufe und Wanderungen im Dauerregen. Abstriche gibt es bei der Kapuzenfixierung sowie dem Reissverschluß. Da würde ich lieber den sehr niedrigen Kaufpreis etwas erhöhen und dafür eine bei Sturm, Schnee und Regen einfach zu bedienende Vorrichtung für die Kapuze anbringen. Dennoch alles in allem eine wirkliche Innovation gerade für Läufe und Wanderungen auf den britischen Inseln und in Nordeuropa.

Columbia Titanium Outdry Rain JacketTestbericht: Columbia Titanium Outdry

Hersteller: Columbia
Modell: Titanium Outdry Rain Jacket
Gewicht: 346 g (Größe M)
Damengröße: XS-XL
Herrengröße:
S-XXL
UVP: 149.50
Testdauer: 8 Wochen
Tester: Klaus

Kurze Beschreibung
Die Columbia Titanium Outdry ist eine neuartige Regenjacke für die lange Wanderung bei dauerhaftem Regen, einer längeren Trecking-Tour durch regensicheres Gebiet oder auch zum Trailrunning bei absolut miesem Wetter. Neuartig ist vor allem das gewöhnungsbedürftige Obermaterial aus 100% Nylon (mit einer Art wasserdichten aber dennoch atmungsaktiven Membran),.welches einen extrem wasserdichten Eindruck macht.

Erster Eindruck und Verarbeitung
Die Columbia Titanium Regenjacke ähnelt einem Friesennerz, zumal wenn man die Ausführung in Gelb anzieht. Doch hält man die Jacke mal in der Hand, fällt einem ob des Gewichts nicht gleich die Hand ab, sondern im Gegenteil, ich war geradezu begeistert von der Leichtigkeit der Jacke. Der Stoff fühlt sich aber wirklich wie eine absolut regendichte schwere Gummiregenjacke an. Die Verarbeitung sieht sehr strapazierfähig aus, zumal anders als bei leichten Goretex-Jacken wohl Risse eher selten vorkommen. Alle Nähte sind voll versiegelt und die Außensäume sind verschweißt. Zudem verfügt die Jacke über eine Unterarmbelüftung, verstellbare Armbündchen und eine feste Sturmkapuze.

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Passform und Tragekomfort
Die Herren Regenjacke fällt von der Passform normal aus, so dass man seine gewohnte Schichtentechnik bei kaltem Wetter anwenden kann. Natürlich spürt man im Gegensatz zu den sonst gewohnten Goretex-Jacken etwas die Dicke und “Behäbigkeit” der Jacke. Und schließlich nimmt die Jacke im Rucksack sehr viel Platzvolumen weg. Dennoch war ich angenehm überrascht, dass man mit der Jacke durchaus “locker” laufen kann und einem der Regen überhaupt nichts ausmacht.

Atmungsaktivität und Wetterschutz
Zuerst einmal muß gesagt werden, dass es zu Beginn der Testphase gar nicht geregnet hat. Insoweit kann ich nur berichten, dass sich die Jacke im Rucksack sehr wohl gefühlt hat und nur am Gipfel bei stärkerem Wind zum Einsatz kam. Selbstredend, dass die Jacke absolut winddicht und sehr wärmend ist. So konnte ich es kaum erwarten, bis es endlich mal regnete (da war ich wohl im Frühherbst der einzige weit und breit, vielleicht mit Ausnahme der Bauern und Winzer) und ich die Jacke testen konnte. Und siehe da, bzw. man sah nichts! Ich fing mit einer Stunde Spaziergang im Dauerregen an, steigerte mich auf vier Stunden Regen auf einer Bergtour mit Laufeinheiten bis zu einem Brachialnasstest unter dem Gartenschlauch. Und, es kam einfach nichts durch. Aber wie sah es mit der Luftdurchlässigkeit aus? OK, kleinere Abstriche musste ich dann doch bei der Hyperjacke machen. Atmungsaktiv ist sie, aber ich wurde doch schon bei längerer und intensiverer Anstrengung von innen ziemlich feucht, auch wenn ich nur ein Funktionsshirt anhatte und die Unterarmbelüftung aufmachte. Alles in allem empfand ich das aber weniger schlimm, also von innen nach einiger Zeit durchnässt zu werden, vor allem wenn noch Laufen im Spiel ist, denn die Jacke isoliert gegen kalten Regen oder Schnee prächtig und so fühlte ich mich stets sehr wohl.

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Auf dem Trampelpfad
Die Columbia Titanium Regenjacke ist sicherlich die dichteste Regenjacke, die mir bisher untergekommen ist, so dass sie nur dann voll zum Einsatz kommen sollte, wenn es wirklich richtig viel regnet. Aber dann ist sie unschlagbar. Was mich allerdings sehr gestört hat und wirklich misslich war, war die elastische Fixierungstechnik der Kapuze. Mit der filigranen Vorrichtung kam ich schon im trockenen, windstillen Zustand schlecht zurecht. Vollends genervt war ich bei stürmischen und sehr kalten, schneeigen Bedingungen. Mit Fingerhandschuhen war eine schnelle Bedienung nicht möglich. Und selbst mit nackten Fingern, die gewöhnlich dann binnen kürzester Zeit eiskalt werden, war es mühsam die Halterung zu finden, geschweige denn festzuziehen. Zu allem Überfluß sprang die Fixierung auch immer aus der Halterung. Erst als es so windig, nass und kalt wurde und die Kapuze einfror, blieb auch die Fixierung fest. Ich verstehe nicht, wie man bei so einer durchdachten Jacke neben dem auch sehr schwierig zu schließenden Reissverschluß eine so wichtige Vorrichtung wie die Kapuzenfixierung so verhunzen kann. Großes Verbesserungspotential!

Fazit
Die Columbia Titanium Outdry Rain Jacket ist eine nicht zu leichte aber dafür absolut regendichte Jacke für lange, sehr nasse Läufe und Wanderungen im Dauerregen. Abstriche gibt es bei der Kapuzenfixierung sowie dem Reissverschluß. Da würde ich lieber den sehr niedrigen Kaufpreis etwas erhöhen und dafür eine bei Sturm, Schnee und Regen einfach zu bedienende Vorrichtung für die Kapuze anbringen. Dennoch alles in allem eine wirkliche Innovation gerade für Läufe und Wanderungen auf den britischen Inseln und in Nordeuropa.

2017-03-24T07:27:24+00:00