Testbericht: Salomon Speedcross 4 GTX

Subjektiv konnten wir keine Veränderungen beim Speedcross 4 GTX gegenüber seinem Vorgängermodell ausmachen. Er ist nach wie vor ein guter Allrounder und spielt insbesondere auf langen Strecken seine Stärken aus. Läufer, die mit dem 3er zurecht kamen, werden auch mit dem 4er ihre Freude haben. Schade, dass Salomon nicht die Gelegenheit nutzte, das Problem mit der nassen Innensohle im Rahmen der Modellpflege zu beheben.

Salomon Speedcross 4 GTXTestbericht: Salomon Speedcross 4 GTX

Hersteller: Salomon
Modell: Speedcross 4 GTX
Sprengung: 10 mm
Gewicht: 325 Gramm
Damengröße: 36 ⅔ – 42
Herrengröße: 42 – 48 2/3
UVP: 160 €
Testdauer: 120 km
Tester: Christian R. , Lena

Christian: 2012 erwarb ich meinen ersten Speedcross (das 3er-Modell) und bezwang damit meinen ersten Ultra, den Swissalpine K78 in Davos. Seitdem bin ich mit zig Speedcross-Paaren in allen möglichen Farbkombinationen und Modellvarianten (CS-Modell, Snowcross) viele Kilometer und insbesondere alle Ultras bis zum UTMB in 2015 gelaufen. Am Ende war das schon mehr ein Ritual als die pure Überzeugung, schließlich hat der Schuh nicht nur Stärken, sondern auch Schwächen (dazu später mehr). Wie schlägt sich also die vierte Generation?

Lena: Mein erster Trailrunningschuh überhaupt war ein Salomon Speedcross und ich habe ihn heiß und innig geliebt und gelaufen, bis kein Profil mehr sichtbar war. Speedcross habe ich quasi immer im Schrank – weiß ich nicht, welchen ich tragen soll, wird es häufig ein Speedcross…

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Erster Eindruck und Verarbeitung
Die Verarbeitung ist natürlich Salomon-typisch einwandfrei. Die dunkelblaue Farbvariante wirkt zwar ein bisschen bieder, aber ansonsten sieht alles wie gewohnt aus. Ein Blick auf die Sohle lässt leichte Veränderungen erkennen. Der Schuh ist nicht gerade ein Leichtgewicht, unter Goretex-Schuhen dürfte er aber ganz gut im Rennen liegen.

Passform und Schnürung
Der Speedcross 4 sitzt genau so wie sein Vorgänger. Auch wenn die Modelle unmittelbar hintereinander anprobiert werden, bemerken beide Tester keinen Unterschied. D. h. also, der hintere Teil umschließt die Ferse fest und die Zehenbox bietet wie gewohnt eher wenig Platz. Läufer mit breiten Füßen, die schon mit dem Vorgänger ihre Probleme hatten, brauchen auch das neue Modell nicht auszuprobieren. Lena empfand das Damenmodell als angenehm von der Breite her, es ist nicht so schmal geschnitten wie die Herrenversion. Auch bei der Sprengung hat sich nichts geändert. Mit 10 mm dürfte der neue Speedcross bei Vorfußläufern nach wie vor keine Freunde finden.
Über das Schnellschnürsystem von Salomon muss man wohl nicht mehr viel sagen. Für uns nach wie vor eine der besten Schnürungen auf dem Markt inklusive der Verstaumöglichkeit.

Salomon Speedcross 4 GTX Salomon Speedcross 4 GTX

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Laufeigenschaften
Der Speedcross ist keine Rakete. Dafür ist die gesamte Schuhkonstruktion einfach zu steif, was in der Goretex-Variante noch leicht verstärkt wird. Auch das Obermaterial ist etwas härter als in der “wasserundichten” Version, was das Laufen vor allem in steilen Uphills nicht positiv beeinflusst.  Ehrlich gesagt läuft sich der 4er wie sein Vorgänger. Ein wirklich guter Allrounder, aber in keiner Kategorie der Beste. Die Goretext-Membran funktioniert. Bei einem ausgiebigen Testlauf mit Gewitterschauer blieben die Füße solange trocken, bis das Wasser von oben in den Schuh lief (dagegen helfen dann wohl nur noch wasserdichte Neopren-Manschetten). Dann aber zeigte auch der Speedcross 4 das gleiche Problem wie sein Vorgänger: Sobald die Innensohle richtig nass ist, fängt sie an zu verrutschen, insbesondere bergab (passierte bei beiden Testern!). Dies ist eine wirklich sehr nervige Eigenschaft, die wir bei starkem Regen leider immer wieder mit dem Speedcross erlebt haben. Ein langer Downhill bei Regen kann so zur Tortour werden!

Dämpfung und Protektion
Die Dämpfung ist nach wie vor als eine der Stärken des Schuhs und deshalb wird man auch das 4er- Modell des Speedcross bei den einschlägigen Ultra-Marathons häufig antreffen. Auch was die Protektion angeht, lässt der Speedcross keine Wünsche offen. Im Gegenteil, durch etwas weniger Schuh könnte Salomon evtl. das eine oder andere Gramm einsparen.

Grip und Stabilität
Obwohl das Profil der neuen Sohle etwas anders aussieht, konnte in der Praxis kein Unterschied bemerkt werden. Die Sohle greift auf weichen Böden wie gewohnt ordentlich zu und punktet auch auf glatten trockenen Oberflächen. Auf nassem Fels oder nassen Wurzeln gibt es sicherlich bessere Schuhe, wobei wir den Eindruck hatten, dass sich die Qualität diesbezüglich etwas verbessert hat. Bei bereits oben erwähntem Testlauf mit Starkregen in der Höllentalklamm fühlte sich Christian nie unsicher. Mit 10 mm Sprengung steht man recht hoch. Dies geht leider auf Kosten der Stabilität, insbesondere bei Querungen von schrägen Hängen.

Salomon Speedcross 4 GTX Speedcross4GTX_05

Salomon Speedcross 4 GTX Salomon Speedcross 4 GTX

Fazit
Subjektiv konnten wir keine Veränderungen beim Speedcross 4 GTX gegenüber seinem Vorgängermodell ausmachen. Er ist nach wie vor ein guter Allrounder und spielt insbesondere auf langen Strecken seine Stärken aus. Läufer, die mit dem 3er zurecht kamen, werden auch mit dem 4er ihre Freude haben. Schade, dass Salomon nicht die Gelegenheit nutzte, das Problem mit der nassen Innensohle im Rahmen der Modellpflege zu beheben.

2017-03-24T07:27:48+00:00