In 4 Tagen durch die Sarntaler Alpen

In 4 Tagen durch die Sarntaler Alpen

Was gibt es Schöneres, als seiner Lieblingsbeschäftigung möglichst oft und jeden Tag nachzugehen!? Als Bergsportler liegt zudem nahe, dass man irgendwann die Alpen überquert… mit dem Mountainbike und zu Fuß habe ich das schon erleben dürfen. Fehlen nur die Ski…

Tja – einen richtigen Alpencross haben wir uns noch nicht auf eigene Faust zugetraut (das hätte das  Zeitfenster der Faschingstage auch nicht hergegeben), der steht also noch aus, aber wir haben mit der Durchquerung der Sarntaler Alpen einen sehr schönen, genussvollen Einstieg in das Metier der Skidurchquerungen gefunden…
Wir – das sind Claudi und Tobi (befreundetes Lehrerpaar), Mike, Luggi und ich.

Tag 1:
Start ist in Sterzing, besser gesagt am Gasthof “Egg” oberhalb des Ortes. Hier hatten wir leider gleich am ersten Tag etwas Pech mit dem Wetter. Es war kalt, neblig und extrem windig. Wir planten eigentlich die Route zum Penser Joch über die Gipfel Weiße Wand, Zinseler, Hühnerspiel und Gänsekragenspitze. Leider hat es uns am Grat, der die Berge miteinander verbindet, derartig “verblasen”, dass wir nach der zweiten Erhebung den Rückzug antreten mussten und uns zur direkten Variante hinuntersuchten. Vom Penser Joch ging es über freie Hänge und das letzte Stück auf der Straße hinunter und in den Ort Pens, wo wir im Penser Hof übernachteten (sehr gute Küche und Würstchen für Luggi!).

Tag 2:
Von Pens aus starteten wir zuerst auf einem schönen Hohlweg durch den Wald unsere Route zum Durnhölzer Jöchl auf 2235 m. Endlich war uns auch das Wetter hold und wir konnten bei Sonnenschein die tolle Landschaft auf der nun freien Fläche bestaunen. Oben angekommen fuhren wir nach kurzer Gipfelrast nach einer kleinen Querung über nicht zu steiles Almgelände in Richtung Tal. Die Schneebedingungen waren leider etwas “selektiv”, was den Abfahrtsspaß etwas in Grenzen hielt und echt mühsam war. In Durnholz waren wir beim Fischerwirt untergebracht – tolle Ferienwohnungen (alles neu) und wiederum sehr leckeres Essen.

Tag 3:
Der Gipfel dieses Tages war die Kassiansspitze, die mit ihren 2581 m den höchsten Punkt der Durchquerung markierte. Der Weg hierher führte über einen langen, sanft ansteigendes Weg am Großalmbach entlang, bis er sich zuletzt steiler aufbäumte. Das Panorama vom Gipfel war Dank des blauen Himmels einfach gigantisch – ein Dolomitenblick, der sofort Lust auf die nächsten Tourenziele machte. Auch die Abfahrtsbedingungen waren an diesem Tag echt gut, zudem bescherte uns die Getrumalm eine äußerst leckere Suppenpause mit nochmals toller Aussicht. Von hier aus wartete noch ein kleiner Gegenanstieg auf uns, bevor wir uns auf die letzte Abfahrt nach Reinswald machten. Hier schliefen wir in einer kleinen, netten Pension, bei der wir mit einem Schnappserl begrüßt wurden. Nach abendlicher Pizza beim nahe gelegenen Italiener gingen wir früh schlafen, um den nächsten Tag wieder zeitig zu beginnen.

Tag 4:
Von Reinswald aus wanderten wir am Knappenbach entlang und dann durch ein kleines Waldstück der Scharte mit dem Totenkirchl entgegen. Hier konnten wir bereits den Villanderer Berg sehen, den wir heute besteigen wollten. Nach einem etwas längeren, leicht abfallenden Stück ging der Weiterweg die “Ochsenscharte” hinauf und den langen Rücken zum Gipfel entgegen. Dieser entpuppte sich jedoch als “Hatscher” und nachdem sich im Tal Nebel breit machte, was die Aussicht erschwerte, sparten wir uns die letzten Meter zum höchsten Punkt. Nach der ersten Abfahrt “fellten” wir erneut auf, um zum Rittnerhorn-Skigebiet aufzusteigen. Nach einer längeren, leicht ansteigenden Querung erreichten wir dieses. Dort mussten wir nach einer Stärkung auf einer Alm die letzten Tiefenmeter über Pisten abfahren (Luggi durfte diese auf dem Arm genießen – Sicherheit geht vor!).
Hier konnten wir mit dem Bus nach Bozen fahren, von wo aus ein Zug uns nach Sterzing zum Bahnhof brachte. Hier stand unser Auto.

Fazit
Skidurchquerung rockt total! Wir hatten allerdings auch ziemlich Glück, dass die Lawinenlage gepasst hat, wir tolle Unterkünfte (Merci an Tobi für’s Kümmern) erwischt hatten, sich keiner weh getan hat und auch das Material hielt. So macht das Freude und es ist klar, dass es auch im nächsten Jahr wieder auf eine Durchquerung gehen wird…

Mit Hund?
Klar mit Hund. Jedoch muss man den in der Planung berücksichtigen. Eine 7-tägige Extremrunde würde ich Luggi nicht zumuten. Unsere Tour dauerte nur 4 Tage und die Etappen waren vom Umfang (hier ist vor allem die Strecke entscheidend, nicht die Höhenmeterzahl) her so,dass er sie immer gut schaffen konnte. Auch blieb am Spätnachmittag noch ausreichend Zeit für ihn zum Schlafen. Das zusätzliche Gepäck (Futter etc.) muss natürlich auch mitgetragen werden, was die Rucksäcke zusätzlich füllt.
Hier ein Vorteil: man schläft nie auf Hütten, sondern kann in den Talorten hundefreundliche Pensionen oder Gasthöfe suchen. Das ist bei einer Hüttentour nicht möglich und daher fiel auch die Wahl auf diese Runde.

2018-03-04T18:55:46+00:00