Gletscherwelttrail (2016)- das geht sich aus…

Für eine Endbeschleunigung fehlte uns beiden die Motivation, da auch von hinten niemand mehr zu sehen war und so joggten wir zum Ziel und konnten so sogar noch ein paar Herren einsammeln. Toll war der Zieleinlauf, da eine fetzten Stimmung herrschte und jeder einzelne Läufer anmoderiert wurde. Das war super gemacht und so fühlte man sich richtig herzlich empfangen. Letztendlich waren wir als 9. und 10. Dame insgesamt gar nicht schlecht unterwegs, vor allem da wir die zweite Rennhälfte arg drosseln mussten und daher versöhnte uns das doch wieder ein bisschen mit der Strecke. Mit Weißbier im Ziel sieht die Welt doch gleich viel besser aus! Gefreut habe ich mich auch über die tollen Finisherfotos, die Wu von wusaonthemountain von uns gemacht hat! Vielen Dank, die sind echt spitze geworden!

Bericht von LenaGletscherwelttrail04

2015 war ich beim Glocknertrail dabei und von der tollen Strecke restlos begeistert (siehe Bericht). Da der 50er heuer nicht so passte, kam die neue 30-km-Distanz gerade richtig, um doch mitmachen zu können. Also meldete ich mich und meine Schwester (bin eher ein Herdentier und laufe nur ungern allein) beim “Gletscherwelttrail” an – die war auch froh, keine 50 laufen zu müssen. 30 km – das geht sich aus…

Wir fuhren also am Freitag mittags los, um noch in Ruhe die Startunterlagen in Kaprun holen zu können und mit dem Bus nach Uttendorf zu fahren. Wir hatten uns in der Rudolphshütte eingebucht, da auch hier direkt der Start am nächsten Morgen sein sollte und wir maximal lange schlafen wollten. Der “Check-in” ging superschnell und hier lief alles wie am Schnürchen, freundliche Damen versorgten uns mit unseren Unterlagen und kontrollierten die Rucksäcke mit der Pflichtausrüstung. Danach ab in den Bus (durch Stau bei der Anreise hatten wir noch genau 5 Minuten unseres Polsters übrig, just in time…) und nach dreimal Umsteigen und einer Gondelfahrt kamen wir auch oben in der “Hütte” (ist ja eher ein Hotel) an. Die Auffahrt war mit der Startnummer für Läufer kostenlos. Dort gönnten wir uns einen Saunagang und zu viel vom Dessertbuffet, aber schließlich galt es sich für den nächsten Tag zu stärken.

Nach einer ruhigen Nacht und einem guten Frühstück gaben wir unsere Tasche bei den freundlichen Helfern ab, die diese mit ins Ziel nehmen würden und machten uns auf zum Stausee, wo der Start für die “Kurzdistanzler” sein würde. Vorgenommen hatten wir uns ein flottes (für meine Verhältnisse) Durchkommen und einen schnellen Downhill. Auf den freute ich mich besonders, hatten wir doch bei 1000 Hm im Aufstieg satte 2000 Hm ins Tal zu laufen. Stressen wollten wir uns jedoch nicht, für das ein oder andere Foto muss ja schließlich Zeit sein!

Wir reihten uns zielsicher zu weit hinten im Starterfeld ein und mussten erstmal nur überholen. Nach dem ersten kurzen Anstieg kam ein Stück bergab, das über blockiges Gelände und recht technische Trails führte. Hier war Überholen schwierig und wir arbeiteten uns nur mühsam voran. Wunderschöne Trails verliefen an einem Gebirgsbach entlang und man musste vor lauter Durch-die-Gegend-Schauen echt aufpassen, dass man nicht stolperte (Lieblingszitat meiner Schwester: “Der gute Stolperer fällt nicht”).
Nach ca. 2 Kilometern waren wir aber dann so im Feld eingeordnet, dass es ein angenehmes Laufen war. Hier ging dann auch der (heute einzige) Aufstieg los. Der Trail war schmal und anfangs steil durch ziemlich grasiges Gelände. Ich war ohne Stöcke unterwegs und war gespannt, wie es mir ergehen sollte, da ich in der Regel im “Allrad”-Modus unterwegs bin. Lief aber super und am Ende war ich froh, sie daheim gelassen zu haben. Der Uphill legte sich etwas zurück und man konnte schon das Kapruner Törl sehen, das den höchsten Punkt der Strecke markieren sollte. Tolle Ausblicke auf umliegende Gipfel und Gletschereis auf der gegenüberliegenden Seite zwangen mich immer wieder zum Fotografieren. Trotzdem kamen wir sehr gut voran und sammelten einige andere Läufer ein. Meine Beine waren heute sehr locker und ich fühlte mich noch recht unangestrengt.

Oben angekommen wurden wir von zwei gutgelaunten (kein Wunder bei dem Wetter!!) Bergwachtlern empfangen und in Richtung Tal geschickt. Bisher gefiel mir die neue Streckenführung sehr gut, denn im letzten Jahr wurde noch in Richtung Schmiedinger Scharte gelaufen, wo es mehr Höhenmeter und Kilometer zu machen galt. Aber nun wartetet ein großes Schneefeld auf uns und wir “fuhren” hinab ins Tal. Danach folgte ein Abschnitt durch Bergwiesen, der super zu laufen, jedoch recht sparsam markiert war. Zweimal kamen wir vom Weg ab und standen dann mitten in der Wiese. Bei dem Wetter zum Glück kein Problem, aber da sich das Feld auseinandergezogen hatte, lief direkt vor uns keiner. Also Augen auf und auch wir blinden Hühner fanden wieder auf den Trail zurück. In Richtung Verpflegungsstation führte uns nun ein leicht coupierter Pfad an einem der Stauseen entlang. Hier meldete sich leider Kathis Knie und es begann zu schmerzen. Wir drosselten etwas das Tempo und arbeiteten uns zur Brotzeit vor. Bei Kilometer 15 gab es für uns dann Wassermelone und Salzstangen (gab natürlich noch andere Dinge,die VP war bestens bestückt), da ich im Bergauf nebenbei schon Gummibärchen gegessen hatte, war der Hunger nicht all zu groß.

Mit der Info, dass wir “nur” 46 Minuten Rückstand auf den zweiten Läufer hätten verließen wir die Verpflegungsstation und hofften nach dem Flachstück nun auf einen schönen Downhill ins Tal. Leider waren die Trailabschnitte überschaubar und es gab immer wieder auf Asphaltwege und Forststraßen zu laufen. Das war natürlich für das zwickende Knie besonders suboptimal und wir kamen nun nicht mehr so gut voran. Die Streckenführung war zwar abwechslungsreich und es ging in einem auf und ab auch immer wieder auf kleineren Wegen hinunter, jedoch muss ich ehrlich sagen, dass ich die neue Streckenführung als keine Verbesserung zum Vorjahr sehe. Sie wirkte arg “gesucht”. Mir gefiel die alte Route mit mehr Höhenmeter und steileren Wegen deutlich besser und ich fragte mich während des Laufens die ganze Zeit: “Wo war der geile Downhill hin”?! Unten an der Kitzsteinhornbahn angekommen in einer Mischung aus flottem Wandern, Traben und gleichzeitigem Jammern (zum Knieweh hatte sich leider noch Seitenstechen dazugesellt) fluchten wir uns den flachen Weg in Richtung Ort entgegen. Kathi hatte Schmerzen und ich einfach keine Lust mehr. Meine immer noch halbwegs frischen Beine sollte ich, so wie sie waren, mit ins Ziel nehmen…

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Für eine Endbeschleunigung fehlte uns beiden die Motivation, da auch von hinten niemand mehr zu sehen war und so joggten wir zum Ziel und konnten so sogar noch ein paar Herren einsammeln. Toll war der Zieleinlauf, da eine fetzten Stimmung herrschte und jeder einzelne Läufer anmoderiert wurde. Das war super gemacht und so fühlte man sich richtig herzlich empfangen. Letztendlich waren wir als 9. und 10. Dame insgesamt gar nicht schlecht unterwegs, vor allem da wir die zweite Rennhälfte arg drosseln mussten und daher versöhnte uns das doch wieder ein bisschen mit der Strecke. Mit Weißbier im Ziel sieht die Welt doch gleich viel besser aus! Gefreut habe ich mich auch über die tollen Finisherfotos, die Wu von wusaonthemountain von uns gemacht hat! Vielen Dank, die sind echt spitze geworden!

© wusaonthemountain

© wusaonthemountain

Fazit
Der Gletscherwelttrail ist eine schöne Strecke, die vor allem in der ersten Hälfte wirklich traumhaft ist. Hintenraus empfand ich sie als etwas “mühsam” und auch nicht mehr so toll wie im letzten Jahr. Die Organisation war perfekt – hier hat wirklich alles gepasst und man fühlt sich auch als Nicht-Rakete sehr wohl bei diesem Event!

2017-03-24T07:27:50+00:00