Pölventrail 2016Pölventrail –  auf der falschen Seite der Absperrung…

von Lena Schindler

Der Pölventrail findet im Rahmen der Tour de Tirol statt und ist der letzte von drei Läufen, der aber auch als Einzelrennen gelaufen werden kann. Ich hatte kräftig die Werbetrommel gerührt für dieses Rennen, das ja gleich in Söll bei mir um die Ecke stattfindet. Ich kannte die Strecke von einem Trainingslauf und die macht einfach nur Spaß! Und so waren wir zu fünft angemeldet – lauter Mädels- um hier Anfang Oktober nochmal ein cooles Event mitzunehmen und um Spaß auf den Trails zu haben. Ich persönlich hatte mir eigentlich vorgenommen, Gas zu geben, die Form war gut und ich freute mich auf eine “Kurzdistanz”.

Die Dummheit machte mir leider einen Strich durch die Rechnung, denn beim letzten Lauf zwei Tage vor dem Rennen rutschte ich beim Gipfelfoto-machen so blöd ab, dass ich mir eine fiese Brustbein- und Rippenprellung holte. Auf meine Frage beim Arzt, ob ich am Sonntag ein kleines Rennen laufen könne, bekam ich keine Antwort, sondern nur einen bösen Blick.

Trotzdem saß ich Sonntag im Laufoutfit am Frühstückstisch, verdrängen war schon immer eine meiner Stärken. Als aber bereits das Saftflaschen-Öffnen schmerzte, sah ich es ein:  das findet heute echt besser ohne mich statt.  Mitfahren wollte ich trotzdem zum Anfeuern, Event-Genießen und natürlich zum Ratschen.

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Die Startnummern holten wir erst am Rennmorgen in Söll ab, man musste nicht warten und im Starterbeutel war neben Müsli und Nudeln angenehm wenig Werbung enthalten. Wir tranken noch einen Tee in einem Hotel neben dem Start. Die Temperaturen waren niedrig und keiner wollte zu lange draußen rumstehen. Ich übernahm die Jacken der Mädels kurz vor dem Start und schickte sie um 9.40 Uhr auf die 23 Kilometer lange Runde. Heuer gab es erstmals zwei Startwellen, um Staus auf der Strecke zu minimieren. In der ersten Welle um 9.30 Uhr starteten die Tour-Gesamtstarter und die Läufer, die die 10 km unter 40 Minuten laufen können. In der zweiten Welle 10 Minuten danach folgte das restliche Feld. Ich finde, dass dies eine super Neuerung ist, auch wenn sich der Stau noch nicht ganz entzerrte – so ist das on trail leider öfter.

Die Strecke verläuft mit nur 2 Kilometer Asphalt ausschließlich auf Schotterwegen und Trails, welche jedoch nicht so besonders technisch sind. Sehr vieles (für die Schnellen wahrscheinlich alles) ist laufbar und es ist eine richtige Speedtrailstrecke. Dementsprechend schnell sind die Zeiten.

Gleich nachdem man Söll verlässt geht es in den ersten Anstieg und auf die Trails. Die gesamte Runde ist sehr abwechslungsreich und verläuft im Groben erstmal coupiert dahin bis man zur ersten Verpflegungsstelle bei Bad Häring kommt. Das fieseste Stück bis dahin ist ein Wiesenhang, der einer Skipiste ähnelt Keine Gnade für die Wade!

Pölventrail 2016Der größte Teil der insgesamt 1250 Höhenmeter kommt aber nun mit dem Aufstieg zum Juffinger Jöchl. Durch den Steinbruch und hauptsächlich auf Forstwegen und immer wieder kleinen Stücken Trail geht es hinauf. Oben geht es dann in den fast finalen Downhill, der einfach nur toll zu laufen ist. Kleine Wurzelpfade schlängeln sich nach unten. Das lädt geradezu ein, Gas zu geben. Einen kleinen Gegenanstieg muss man sich noch hocharbeiten, bevor man hinuntersausen kann in Richtung Ziel in Söll, das ebenso der Startpunkt war.

Diese Runde absolvierten also die vier Mädels, während ich mir die Kinderläufe (sehr liebevoll durchgeführt) anschaute, Kaffee trank und ratschte. Mittlerweile war die Sonne rausgekommen und die Läufer konnten in deutlich wärmeren Temperaturen ihre Zieleinläufe genießen.  Auch ich musste nicht länger warten als vorhergesehen. Alle waren in weniger als 3 Stunden wieder in Söll angekommen und durchweg zufrieden mit ihren Ergebnissen. Die Zielverpflegung war top. Es gab diverse Getränke und Obst, Kuchen, Plätzchen und den längsten Apfelstrudel der Welt! Auch wenn ich ihn auf der falschen Seite der Absperrung verbrachte und mir die Füße schon arg juckten, so war es doch ein schöner Tag hier in Söll.

Fazit: Auch wenn ich heuer nicht aktiv teilnehmen konnte, so war der Pölventrail doch ein tolles Event – gut organisiert, eine schöne Strecke, die auch für Trail-Neulinge super geeignet ist! Die Stimmung in Söll war super, jedoch hätte ich mir gewünscht, dass mehr Läufer beim Zieleinlauf anmoderiert werden – hier beschränkte sich die Moderation auf die Schnellsten.

Info: Die Strecke ist ganzjährig beschildert, so dass sie super als Trainingsrunde genutzt werden kann. Hier ist ein kleiner Abschnitt jedoch nicht die Originalstrecke, da man normalerweise nicht durch den Steinbruch laufen darf.

2017-03-24T07:27:29+00:0031.10.2016|

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