Testbericht: Hoka OneOne Speed Instinct

Trotz über 100 Testkilometern war sich unser Tester bis zum Schluss nicht klar, für welche Zielgruppe und welches Einsatzgebiet der Hoka Speed Instinct konzipiert wurde. Schnelle und kurze Einheiten auf einfachen Trails? Dazu braucht man nicht diese üppige Dämpfung. Dazu eine Sohle, die nur im Trockenen funktioniert und das (zu) plüschige Obermaterial. Vielleicht lässt sich ja der/die eine oder andere Läufer/in vom schicken Design überzeugen 😉

Hoka OneOne Speed Instinct

Testbericht: Hoka OneOne Speed Instinct

Hersteller: Hoka OneOne
Modell: Speed Instinct
Sprengung: 3 mm
Gewicht: 225 g (EU 42 2/3)
Damengrößen: EU 36 – 44
Herrengrößen: EU 40 – 49 1/3
UVP: 120 €
Testdauer: 110 km
Tester: Christian R.

Erster Eindruck und Verarbeitung
Tolles Design! Zumindest trifft das auffällige Äußere den Geschmack unseres Testers. Aus dem Karton genommen merkt man sofort, dass es sich beim Speed Instinct um keinen schweren Schuh  handelt. Der gesamte Schuhaufbau wirkt nicht Hoka-typisch, sondern kommt sehr leichtgewichtig daher. Die Verarbeitung ist tadellos, auffällig ist das Mesh-Obermaterial mit 3D-Verstärkung.

Hoka OneOne Speed Instinct  Hoka OneOne Speed Instinct

Passform und Schnürung
Schlüpft man in den Schuh, hat man erstmal das Gefühl, einen bequemen Hausschuh zu tragen. Alles sehr flauschig, fast schon zu weich. Die Passform fällt normal bis leicht schmal aus. Die Ferse sitzt gut ist aber ebenfalls sehr dick gepolstert und für den Geschmack unseres Testers sehr niedrig. Gut gefällt die komfortable Zunge im Zusammenspiel mit der guten Schnürung, die sehr gut hält. Eine Tasche zum Verstauen der Schnürsenkel gibt es nicht.

Laufeigenschaften
Aufgrund der niedrigen Sprengung und der flexiblen Sohle zeigt sich der Speed Instinct zwar prinzipiell als agiler Schuh, verspielt aber einen Teil dieser Eigenschaft durch seine Dämpfung (siehe unten). Die Sohle ist fast wie bei einem Rocker Ski aufgebaut, d. h., sie betont den Mittelfußauftritt, am ehesten vergleichbar mit dem eRide System von Scott. Man benötigt etwas Eingewöhnung, dann rollt der Schuh allerdings gut. Am wohlsten fühlt sich der Schuh auf eher leichterem Terrain und im flotten Tempo. Die Eignung für lange Läufe hängt stark davon ab, wie gut man mit der geringen Sprengung von 3 mm klar kommt.

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Dämpfung und Protektion
Zuviel des Guten – so beschreibt unser Tester die Dämpfung des Hoka. Vor allem die Ferse vermittelt einen schwammigen und viel zu weichen Eindruck. Auf Asphalt mag das ok sein, im Gelände leidet des Gespür für den Untergrund deutlich. Für seinen Einsatzzweck bietet der Speed Instinct ausreichend Protektion. Für schwieriges Hochgebirgsgelände wurde der Schuh ja nicht konzipiert.

Hoka OneOne Speed InstinctGrip und Stabilität
Solange es trocken ist, überzeugt der Hoka auf allen Untergründen mit sehr guter Traktion. Bei Nässe allerdings kommt der Schuh ganz schnell an seine Grenzen. Vor allem auf nassen Steinen ist Vorsicht geboten! Für Schlamm ist die Sohle ungeeignet. Durch die eher dichte Anordnung der Stollen macht sie schnell zu.

Bezüglich der Stabilität hat unser Tester nichts auszusetzen, wenngleich aufgrund der bereits der beschriebenen Eigenschaften der Schuh sowieso eher auf einfacherem Terrain unterwegs ist.

Fazit
Trotz über 100 Testkilometern war sich unser Tester bis zum Schluss nicht klar, für welche Zielgruppe und welches Einsatzgebiet der Hoka Speed Instinct konzipiert wurde. Schnelle und kurze Einheiten auf einfachen Trails? Dazu braucht man nicht diese üppige Dämpfung. Dazu eine Sohle, die nur im Trockenen funktioniert und das (zu) plüschige Obermaterial. Vielleicht lässt sich ja der/die eine oder andere Läufer/in vom schicken Design überzeugen 😉

2017-03-24T07:27:36+00:00