Testbericht: Inov-8 Race Ultra 10 Boa

Unser Tester wurde das Gefühl nicht los, dass es sich bei diesem Modell mehr um ein Experiment handelte als um ein ausgereiftes Produkt. Zwar besitzt der Inov-8 Race Ultra interessante Ansätze, doch fehlt diesen die nötige Reife. Insbesondere das Boa-System funktionierte nicht so, wie sich das der Hersteller wohl vorstellt.

Inov-8 Race Ultra 10 BoaTestbericht: Inov-8 Race Ultra 10 Boa

Hersteller: Inov-8
Modell:  Race Ultra 10 Boa
Gewicht: 327 g ( S/M)
Volumen: 10l
Größen: S/M und  M/L
UVP: 170,00 €
Testdauer: 8 Wochen
Tester: Christian R.

Erster Eindruck und Verarbeitung
Der in dezentem schwarz/anthrazit gehaltene Laufrucksack im Westenschnitt ist 1a verarbeitet und wirkt sehr kompakt, obwohl er bis zu 10 l fassen soll und Platz für eine 2-l-Trinkblase bietet. Es fallen aber auch sofort einige Dinge auf, die ihn von den meisten anderen Laufrucksäcken unterscheidet: er besitzt nur eine große Außentasche, die mittels Klippverschluss befestigt wird und die Trinkblase wird quer von unten eingeschoben und kann mittels Boa-Drehverschluss (daher der Name) perfekt an den Körper angepasst werden. So viel zur Theorie. Funktionieren diese neuen Ansätze auch in der Praxis?

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Passform und Tragekomfort
Zwar wird der Rucksack in zwei Größen angeboten, trotzdem empfand unser Tester bei einer Körpergröße von 183 cm das Modell in M/L eher knapp. Vor allem voll bepackt können die Armausschnitte leicht einschneiden, auch bei voll geöffnetem Boa-Drehverschluss. Apropos Boa-Drehverschluss: prinzipiell ist die Idee gut, den Rucksack hiermit individuell anpassen zu können. Die Verschlüsse des Testmodells waren allerdings sehr schwergängig und lösten sich nur, indem man den ganzen Rucksack ziemlich rabiat auseinanderziehen musste.

Solange man den Race Ultra nicht ganz voll packt, sitzt er allerdings sehr gut. Die quer eingelegte Trinkblase schmiegt sich gut an den Rücken ohne zu wackeln. Auf der Vorderseite wird der Rucksack mittels zweier Riemen fixiert.

Taschenkonzept und Details
Der Inov-8 besitzt ein großes Hauptfach, das von oben bedient wird. Eher unpraktisch, wenn der Rucksuck voll bepackt ist. Man muss den ganzen Rucksack durchwühlen, um an bestimmte Gegenstände zu kommen. Hinten verfügt der Rucksack über ein großes nicht verschließbares Außenfach. Es bietet zwar ausreichend Platz für Riegel, Fotoapparat oder ähnliches, allerdings ist es aufgrund des kurzen Schnitts des Rucksacks eher schlecht zu erreichen und erfordert einige Verrenkungen. Vorn auf den Trägern sitzt jeweils eine mit Reißverschluss verschließbare Tasche aus dehnbarem Stretchmaterial, die allerdings wenig Platz bietet. Die 2 l fassende Trinkblase wird, wie bereits erwähnt, nicht längs sondern quer eingebaut und sitzt sehr gut. Der Trinkschlauch funktioniert tadellos und wird mittels Lasche seitlich fixiert.

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Auf dem Trampelpfad
Hier spielt der Inov-8 Race Ultra seine Stärke aus. Der Rucksack sitzt ohne zu wackeln. Angenehm ist hierbei auch der kurze Schnitt (verhindert allerdings eine gute Erreichbarkeit der hinteren Tasche, siehe oben). Das Rückenteil besteht aus sehr luftigem 3D-Mesh, so dass der Rucksack auch bei sehr heißen Bedingungen gut getragen werden kann.

Fazit
Unser Tester wurde das Gefühl nicht los, dass es sich bei diesem Modell mehr um ein Experiment handelte als um ein ausgereiftes Produkt. Zwar besitzt der Inov-8 Race Ultra interessante Ansätze, doch fehlt diesen die nötige Reife. Insbesondere das Boa-System funktionierte nicht so, wie sich das der Hersteller wohl vorstellt.

2017-03-24T07:27:51+00:00