Trampelpfadtage Taunus 2016

Es begab sich zu der Zeit als ich (Sandy) in Frankfurt Straßenmarathon lief und Raymond (mein Mann) derweil eine Runde im Taunus laufen ging. Taunus? Unten schien die Sonne oben lag Schnee. Im Oktober. Ja, genau, der Taunus ist ein (Mittel-) Gebirge! Seine höchste Erhebung ist der Große Feldberg mit immerhin 879 m ü. NHN. Auf der Rückfahrt vom Marathon schaute ich dann sehnsuchtsvoll hinauf und dachte mir: da zu laufen, wäre auch schön gewesen.

SandyTrampelpfadtage Taunus, 15.04. – 17.04.2016
von Sandy Breitsprecher

Es begab sich zu der Zeit als ich (Sandy) in Frankfurt Straßenmarathon lief und Raymond (mein Mann) derweil eine Runde im Taunus laufen ging. Taunus? Unten schien die Sonne oben lag Schnee. Im Oktober. Ja, genau, der Taunus ist ein (Mittel-) Gebirge! Seine höchste Erhebung ist der Große Feldberg mit immerhin 879 m ü. NHN. Auf der Rückfahrt vom Marathon schaute ich dann sehnsuchtsvoll hinauf und dachte mir: da zu laufen, wäre auch schön gewesen.

Und dann kommen diese Trampelpfadtypen daher und preisen an, sich in Taunus und Eifel zu tummeln. Als wir zuletzt im Januar 2014 in Tübingen zusammensaßen beschlossen wir also, eines Tages auch auf einer der Touren zu Gast zu sein. Dazwischen kam Konstantin (unser Sohn)

2016 sollte es nun endlich soweit sein. Die Trampelpfadtage im Taunus. 65 Kilometer mit 2500 Höhenmetern in 3 Tagen über die schönsten Trampelpfade, die der Taunus zu bieten hat sollten am Ende zu Buche stehen. Streckenplanung und Lage der Unterkunft stellten sich als ideal für Trampfelpfadanhänger mit Kind heraus. Ich durfte am Freitag den Nachtlauf mit 14 Kilometern und 600 Höhenmetern und am Sonntag den 23 Kilometer Abschlusslauf mit 900 Höhenmetern abschrubben, während Raymond sich am Samstag während der Königsdistanz über den Großen Feldberg mit 29 Kilometern und 1000 Höhenmetern einmatschen durfte. Direkt neben der Unterkunft liegt der Opel-Zoo, so dass die Freizeitgestaltung mit Kind auf der Hand lag.

Am Freitag wurden wir zunächst von den Guides Björn, Holger und Martin in Empfang genommen, wobei uns Neulingen auffiel, dass sich fast alle irgendwie schon aus der Szene kannten. Das „Hallo!“ fiel entsprechend groß aus. Nach Bezug der Unterkunft im Fritz-Emmel-Haus blieb auch nicht mehr viel Zeit und schon ging es los zum Nachtlauf. Zunächst noch im Hellen ging es über matschige Wiesen, durch noble Wohngegenden in den Wald hinauf zum ersten Aussichtspunkt und wunderbaren Blick über die Frankfurter Skyline. Entgegen aller Wetterprognosen schien die Sonne und die Temperaturen blieben mild. Sodann ging es weiter hinauf und hinab, hinein in die Dämmerung und schließlich in die Dunkelheit. Mädchen, Wald und Dunkel…ob das gut geht? Natürlich. Denn die im Übrigen überraschend homogene Gruppe war ja groß genug und mit den Stirnlampen von Lupine wurde alles bestens ausgeleuchtet. Die Leistung der kleinen Dinger ist echt beeindruckend. Wenn ich daran denke, was ich schon für Teelichter auf dem Kopf hatte…Der nächste Höhepunkt der Tour war jedoch ohne Stirnlampenlicht am besten sichtbar. Den Berg hinauf, einem Geröllhaufen erklimmend eröffnete sich uns ein traumhafter Blick auf die Lichter der unter uns liegenden Orte. Ein absoluter Wow-Effekt. In Bildern nicht zu fassen zu bekommen aber für immer in meinem Herzen. Den Rest des Wegs ging es Downhill in Richtung Unterkunft, wo uns nach einer warmen Dusche ein kleines Abendbrot und ein großes Kaminzimmer erwarteten. Gemeinsam ließen wir den Tag in Ruhe ausklingen.

Trampelpfadtage Taunus Trampelpfadtage Taunus Trampelpfadtage Taunus Trampelpfadtage Taunus Trampelpfadtage Taunus

Trampelpfadtage Taunus Trampelpfadtage Taunus Trampelpfadtage Taunus Trampelpfadtage Taunus Trampelpfadtage Taunus

Am nächsten Morgen konnten wir uns am reichhaltigen Frühstücksbuffet stärken und die Bäche beobachten, die vor dem Fenstern entlangschlängelten. Es war Mistwetter. Temperaturen um die 10 Grad und Regen, Regen, Regen. Doch pünktlich zum Start ließ der Regen nach und der Optimismus machte sich breit. Die tapferen Trampelpfadtypen machten sich auf den Weg, den Großen Feldberg, des Taunus‘ höchste Erhebung, zu erklimmen. Gemeinsam trotzten sie Wind und Wetter, überstanden Kälte, Schauer und Sturm und wurden letztlich doch auch von der Sonne empfangen. Und von Björn mit seiner Kamera. Man musste immer damit rechnen, dass er aus irgendeinem Gebüsch springt, um die schönsten Momente für die Ewigkeit festzuhalten.

Nach der doch strapaziösen Tour durch den verregneten Taunus tat die warme Dusche danach gleich noch besser. Ein leckeres Kuchenbuffet lud zum Verweilen ein, die Sonne zeigte sich gnädig und so war es sogar möglich, draußen zusammen zu sitzen. Da zu Konstantins Husten leider auch noch Fieber kam, mussten wir erst einmal das Kind versorgen (Apothekenrundfahrt). Nachdem das Kind erschöpft einschlief gab es für die gesunden Trampelpfadttreter Abendbrot, bestehend aus Suppe und Pasta mit Chili con oder sin carne. Der Abend wurde wieder im Kaminzimmer ausgeklungen.

Trampelpfadtage Taunus Trampelpfadtage Taunus Trampelpfadtage Taunus Trampelpfadtage Taunus Trampelpfadtage Taunus

Trampelpfadtage Taunus Trampelpfadtage Taunus Trampelpfadtage Taunus Trampelpfadtage Taunus Trampelpfadtage Taunus

Der Blick aus dem Fenster am nächsten Morgen ergab. Trocken! Was für ein Glück. Und so blieb es auch. Zwar waren die Wege der Abschlussetappe ein wenig bis dolle matschig, aber nur dreckige Kinder sind glückliche Kinder und so platschten wir fröhlich durch die Gegend. 23 Kilometer und 900 Höhenmeter. So weit und vor allem so hoch bin ich seit der Geburt von Konstantin nicht mehr gelaufen. Ich hatte also schon ein wenig Muffensausen. Aber die Freude überwog, denn nach dem Nachtlauf am Freitag habe ich mich schon sehr auf die Naturpfade gefreut und wusste, dass mir das Tempo der Gruppe gefallen würde. Und so kam es auch. Es hat einfach alles perfekt gepasst. Ich war voll in meinem Element, genoss die Natur, lief mal locker, mal konzentriert, mal riskant die Hänge hinab und versuchte, bergauf zu laufen, wie es mir gefiel und solange es mir gefiel, Gehen ist auch keine Schande, wir waren schließlich nicht auf der Flucht. Zwischendurch bot sich uns immer wieder ein herrliches, selbst erlaufenes Panorama (vom großen Zacken, um den kleinen Feldberg). Ein Grund, warum Trampelpfade sooo schön sind. Ich muss Berge nicht unbedingt haben, aber wenn man sie bezwungen hat, ist es ein so zufriedenstellendes Gefühl, dass man sich diesen Blick, der sich einen bietet, selbst verdient hat. Entweder es war ein Runnershigh oder ich bin tatsächlich fitter als ich dachte, denn als das Ziel langsam näher kam hätte ich noch ewig so weiter laufen können. Das ist einfach so viel schöner, als zu Hause die immer gleichen Feldplattenwege langzuwetzen.

Danach ging alles ganz schnell. Einmal freuen bitte und dann ab unter die Dusche, Sachen packen und ab nach Hause…Berlin liegt ja nicht umme Ecke. Leider. Die Zurückgebliebenen gönnten sich noch gemeinsam eine Pizzabestellung, eh sie sich zufrieden auf den Heimweg begaben.

Auf dem Heimweg sah ich wehmütig Richtung Taunus. Endlich hat es geklappt, dass ich dort tatsächlich gelaufen bin. Es wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein.

Das Video von den Trampelpfadtagen im Taunus 2016

2017-03-24T07:28:00+00:00